Welcher Copy Stand passt zum Abfotografieren deiner Negative?
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Ein Reprostativ, englisch Copy Stand, muss beim Abfotografieren zwei Dinge leisten: die Kamera ruhig und parallel zum Film halten. Wie viel Stand das braucht, sehen auch Erfahrene verschieden. Nach Thomas Gade von photoinfos fährst du ab rund 200 Euro mit einem gebrauchten oder neuen Kaiser RS 2 XA mit Kurbel besser als mit den leichten Aluprofil-Ständen, die extra fürs Filmscannen verkauft werden. Too Many Cameras auf YouTube zeigt einen selbst gebauten Stand aus Aluprofil, laut Kanal steif und etwa so teuer wie die wackligen Billigstände bei Amazon.
Wie steif der Stand sein muss, hängt von Film und Makro ab. Bei Rollfilm mit langem Makro sitzt die Kamera weit oben an der Säule, und eine leichte Säule schwingt dann nach wie eine Angelrute. Da geht Steifigkeit vor. Bei Kleinbild sitzt die Kamera tiefer und federt weniger. Gegen den Rest helfen Selbst- oder Fernauslöser und der elektronische Verschluss. Wichtiger ist bei Kleinbild, wie genau du die Kamera parallel zum Film stellst.
Du suchst erst den passenden Filmhalter und das Licht dazu? Die stehen in unserem Vergleich der Filmhalter und Film Scanner.
Inhalt
- Brauchst du überhaupt einen Copy Stand?
- Wie hoch muss der Stand für dein Filmformat sein?
- Warum schwingt ein Copy Stand nach, und wann stört das?
- Wie bringst du die Kamera parallel über den Film?
- Was bekommst du für 140 bis 600 Euro?
- Welcher Stand passt zu dir?
- Wo du weiterlesen kannst
So sieht der Aufbau aus: Kamera mit Makro am Stand, darunter Licht und Filmhalter. Foto: Ausgeknipst
1. Brauchst du überhaupt einen Copy Stand?
Nicht unbedingt. Es gibt vier Wege, die Kamera ruhig und parallel über den Film zu bringen, und nur einer davon ist ein neu gekaufter Copy Stand.
Das Stativ, das du schon hast. Bei vielen Stativen lässt sich die Mittelsäule umlegen, sodass die Kamera senkrecht nach unten zeigt. Das kostet nichts und reicht für ein paar Filme im Jahr. Zwei Dinge nerven aber schnell: Die Beine stehen genau dort, wo Leuchtplatte und Filmhalter hinsollen, und du richtest die Kamera in drei Achsen gleichzeitig aus.
Ein gebrauchtes Reprostativ. Am 19. Oktober 2026 standen auf Kleinanzeigen 34 Angebote unter „Reprostativ“, darunter ein Kaiser RS 1 für 150 Euro Verhandlungsbasis und zwei Kaiser RS 2 XA für 120 und 150 Euro. Kleinere Leitz-Stative gab es ab 39 Euro. Reprostative wurden für Dokumente, Dias und Briefmarken gebaut, und genau diese Aufgabe hast du mit deinen Negativen. Die Hälfte der Anbieter verschickt nicht, du fährst also hin. Schau dir dabei an, ob die Säule gerade ist, ob der Arm ohne Spiel klemmt und ob die Kameraschraube noch dran ist.
Ein alter Vergrößerer oder ein Eigenbau. Nimmst du einem ausrangierten Vergrößerer den Kopf ab, bleibt eine Säule mit Grundbrett übrig, an der du die Höhe weiter verstellen kannst. Hunter Anderson hat das mit einem Omega-Vergrößerer gemacht, den er in einem Schuppen gefunden hat, und an die Stelle des Kopfes einen Stativkopf gesetzt:
Video: Hunter Anderson auf YouTube (englisch)
Wer lieber schraubt, baut sich den Stand aus Nutprofil. Im Kanal Too Many Cameras entsteht so ein Stand aus Aluprofil, Winkeln, einem Schlitten und einer Arca-Swiss-Klemme. Er sei steif, schnell verstellt und koste etwa so viel wie die wackligen Billigstände auf Amazon. Gescannt wird darauf Kleinbild bis 4×5, für größere Formate käme einfach ein längeres Profil dran. Das Video dazu steht in Kapitel 3.
Ein neuer Copy Stand. Er lohnt sich, wenn du regelmäßig scannst, den Aufbau stehen lassen willst und weder Lust auf Kleinanzeigen noch auf Werkstatt hast. Worauf es dann ankommt, steht in den nächsten drei Kapiteln.
2. Wie hoch muss der Stand für dein Filmformat sein?
Für Kleinbild ist fast jeder Stand hoch genug. Eng wird es erst bei Rollfilm mit einem längeren Makro und bei Planfilm.
Die Höhe ergibt sich aus dem Abbildungsmaßstab. Ein Kleinbildnegativ ist so groß wie ein Vollformatsensor, also fotografierst du es im Maßstab 1:1 ab. Dann liegen zwischen Film und Sensor genau vier Brennweiten: mit einem 60-mm-Makro 24 cm, mit einem 100er 40 cm. Ein Rollfilmnegativ ist größer, die Kamera muss weiter weg, und bei Planfilm noch weiter.
| Filmformat | mit 60-mm-Makro | mit 100-mm-Makro |
|---|---|---|
| Kleinbild (24×36) | 24,0 cm | 40,0 cm |
| Rollfilm 6×4,5 | 25,9 cm | 43,2 cm |
| Rollfilm 6×6 bis 6×9 | 28,6 cm | 47,6 cm |
| Planfilm 4×5 | 37,3 cm | 62,1 cm |
Abstand zwischen Film und Sensor an einer Vollformatkamera, das ganze Negativ füllt das Bild. Weitere Brennweiten und Kameras mit kleinerem Sensor stehen auf unserer Seite zu Filmformat und Brennweite.
Die Säule muss höher sein als dieser Abstand, denn Leuchtplatte, Filmhalter, Stativkopf und Kameragehäuse brauchen ihren Platz. Hersteller geben die Höhe sehr verschieden an: mal als Länge der Säule, mal als größten Abstand zwischen Grundplatte und Kameraschraube. In der Tabelle am Ende steht deshalb, was der jeweilige Hersteller angibt.
Mehr Säule als nötig bringt dir nichts, sie kostet nur Geld und Platz. Was zählt, ist, wie hoch die Kamera tatsächlich hängt: Je weiter oben sie an derselben Säule sitzt, desto stärker federt sie nach. Wer nur Kleinbild scannt, braucht keinen Stand für 4×5.
3. Warum schwingt ein Copy Stand nach, und wann stört das?
Die Kamera hängt an einem Arm seitlich neben der Säule. Ihr Gewicht biegt Arm und Säule ein kleines Stück nach unten. Das allein ist harmlos, denn du richtest die Kamera ohnehin erst aus, wenn sie hängt. Ärgerlich wird es, sobald sich etwas bewegt: der Finger am Auslöser, der Verschluss, ein Schritt neben dem Tisch. Dann schwingt die Kamera, bis die Bewegung abgeklungen ist. Löst du in dieser Zeit aus, kann die Aufnahme weich werden.
Wie lange das dauert, hängt vom Gewicht und von der Höhe ab. An unserem eigenen Stand hat ein Kunde das gemessen. Mit 1,8 kg Mittelformat-Ausrüstung fast ganz oben dauerte es 20 bis 25 Sekunden. Das ist zu lang. Die 1,8 kg liegen aber auch über der Last, die wir für diesen Stand empfehlen: etwa 1,5 kg für Kopf, Kamera und Objektiv zusammen. Wie lange es darunter dauert, haben wir nicht gemessen.
Bevor du deshalb einen schwereren Stand kaufst: Die billigsten Gegenmittel kosten nichts. Löse mit Selbstauslöser, Fernauslöser oder über die App aus. Nimm den elektronischen Verschluss, wenn deine Kamera einen hat. Und stell den Aufbau auf einen Tisch, an dem niemand vorbeiläuft. Erst wenn das nicht reicht, zählt der Stand selbst. Dann kommt es darauf an, wie dick die Säule ist, wie fest sie in der Grundplatte steckt und wie viel die Kamera samt Kopf wiegt. Die Tragkraft, die ein Hersteller angibt, ist deshalb nur ein Anhaltspunkt. Zwei Stände mit derselben Zahl auf dem Datenblatt können sich ganz verschieden anfühlen.
Wie steif schon einfache Teile werden, wenn sie gut verbunden sind, zeigt der Eigenbau von Too Many Cameras aus Kapitel 1:
Video: Too Many Cameras auf YouTube (englisch)
4. Wie bringst du die Kamera parallel über den Film?
Steht der Sensor schief über dem Film, bleibt eine Bildecke weich, während die gegenüberliegende scharf ist. Bei einem klassischen Reprostativ mit Kameraschraube am Arm hängt die Parallelität vor allem davon ab, wie genau der Stand gebaut ist. Viel nachstellen kannst du dort meist nicht. Der Kaiser RS 1 hat dafür immerhin eine Justiervorrichtung am Arm und Stellfüße am Brett.
Deshalb sitzt bei vielen Aufbauten fürs Filmscannen ein Gelenk zwischen Arm und Kamera. Das kann ein Kugelkopf sein, ein Neigekopf, der in festen Achsen kippt, oder eine Nivellierbasis: ein flacher Teller mit Wasserwaage, den du um einige Grad schräg stellen kannst. Beim Filmomat gehört ein Neigekopf zum Stand, bei anderen schraubst du ihn selbst dazwischen. Mit dem Gelenk gleichst du aus, was Säule, Arm und Tischplatte an Schieflage mitbringen. Ob die Kamera danach wirklich parallel steht, zeigt dir ein Spiegel.
Steht die Kamera schief, verfehlt der reflektierte Strahl das Objektiv. Steht sie parallel, läuft er zurück in die Mitte.
Den Spiegel legst du dorthin, wo sonst der Film liegt, und schiebst im Live-View die Spiegelung deines Objektivs in die Bildmitte. Wie das Schritt für Schritt geht, steht in unserem Artikel Negative abfotografieren: mit einem Spiegel Kamera und Film parallel ausrichten. Eine Wasserwaage reicht dafür nicht, denn sie misst nur gegen die Schwerkraft und nicht gegen deinen Tisch.
Und dann ist da der Kamerawechsel. Muss die Kamera jedes Mal auf eine Schraube gedreht werden, verdreht sie sich gern dabei, und die Ausrichtung ist hin. Eine Arca-Swiss-Klemme löst das. Das ist eine weit verbreitete Schwalbenschwanz-Klemme, wie sie viele Stativköpfe haben. Unter der Kamera bleibt dauerhaft eine passende Platte, und die Kamera schiebst du in die Klemme und ziehst sie fest, ohne dass sich etwas dreht. Der YouTuber TadTadd hat seinem Valoi-Stand eine solche Halterung nachgerüstet, weil der originale Kamerahalter wackelte und die Kamera bei jedem Wechsel neu festgeschraubt werden musste (Video).
5. Was bekommst du für 140 bis 600 Euro?
Die neuen Stände, sortiert nach Preis, unserer zum Schluss. Die Preise haben wir am 19. Oktober 2026 nachgesehen, beim Hersteller oder bei einem deutschen Händler. Licht und Filmhalter sind bei keinem dabei.
Valoi 360 Essential Copy Stand v2
Foto: valoi.co
Der günstigste neue Stand im Feld. Valoi sitzt in Finnland und rechnet mit der Mehrwertsteuer des Lieferlands: Nach Deutschland kostet der Stand 137,49 Euro, ohne Länderwahl zeigt die Seite 145 Euro, dazu kommen ab 9,90 Euro Versand. Er steht auf einer schweren, pulverbeschichteten Stahlbasis in U-Form, in deren Öffnung die Leuchtplatte Platz hat. Die Kamera schraubst du mit einer großen Handschraube an einen eigenen Halter mit gummierter Auflage. Valoi gibt 69 cm Höhe an. Der britische Händler Firstcall nennt 49 cm als Standardlänge und 69 cm mit Verlängerung. Ob die Verlängerung zum Lieferumfang gehört, geht aus Valois eigener Liste nicht eindeutig hervor.
Kritik gibt es am Kamerahalter. Thomas Gade lobt in seinem Test bei photoinfos Preis und Stahlbasis. Den Kamerahalter, nach seinem Eindruck ein Kunststoffteil, hätte er gern steifer. Als Last nennt er 0,75 kg als gut und 1,3 kg als Obergrenze, beides ohne Verlängerung. Valoi selbst gibt keine Kilozahl an, rät aber von größeren spiegellosen Vollformatkameras mit Objektiven ab 90 mm ab. Ein Käufer im Valoi-Shop vermisst eine Anleitung und schreibt, die Kamera wackle etwas.
Kaiser reprokid
Foto: kaiser-fototechnik.de
Ein sehr kompakter Stand von Kaiser aus Buchen im Odenwald: Säule 59 cm, Grundbrett 32 × 38 cm, Kameraarm mit 1/4"-Schraube, festgestellt mit einer Blockierschraube statt einer Kurbel. Kaiser nennt 169 Euro als Preisempfehlung, im Handel gibt es ihn ab etwa 154 Euro. Die Grenze schreibt Kaiser gleich dazu: höchstens 1 kg, gedacht für kleine, leichte Kameras.
Für eine spiegellose Kamera mit leichtem Makro reicht das. Thomas Gade hält den reprokid bei photoinfos für Smartphone und leichte Spiegellose geeignet und warnt, dass der Arm ohne Kurbel abrutscht, wenn du die Klemme unvorsichtig löst. Getestet hat er ihn nach eigener Aussage nicht. Ein Käufer bei B&H schrieb 2019, die Kamera sitze auf einer glatten Rundstange und verdrehe sich (archivierte Bewertung). Als Paket mit Filmhalter und Leuchtplatte heißt der reprokid übrigens DigiCopy Vario, Preisempfehlung 549 Euro.
Novoflex, einmal mit Valoi und einmal allein
Foto: valoi.co
Zwei Stände tragen den Namen Novoflex. Den Valoi 360 Novoflex Repro 650 baut Novoflex aus Memmingen eigens für Valoi, verkauft wird er nur dort, nach Deutschland für 283,52 Euro. Bei unserem Preisvergleich war er ausverkauft. Eine Grundplatte hat er nicht: Du klemmst die 65 cm lange Metallsäule an eine Tischkante, die gerade und höchstens 3,1 cm dick sein muss. Dazu gehört ein 15 cm langer Abstandshalter für die Kamera. Valoi gibt ihn für Vollformat mit Objektiven bis 135 mm und für Formate bis 6×9 an, 4×5 unterstützt Valoi ausdrücklich nicht.
Unter eigenem Namen verkauft Novoflex den MagicStudio Repro (MS-REPRO) für 219 Euro, als B-Ware mit kleinen Schönheitsfehlern für 175,20 Euro. Die Säule ist 49,5 cm lang, davon 41 cm nutzbar, die Klemme fasst Tischplatten bis 5 cm, die Kamera sitzt auf 1/4". Thomas Eisl findet in seinem Test bei Stabilität und Verarbeitung keine Kompromisse, räumt aber ein, dass es günstigere Stände gibt. Beide Novoflex-Stände teilen dieselbe Eigenheit: Ohne Grundplatte brauchst du einen passenden Tisch, dafür ist der ganze Tisch deine Arbeitsfläche.
Negative Supply Basic Riser MK3
Foto: negative.supply
Der Stand aus Kalifornien kostet bei Fotoimpex 370,49 Euro, im August waren es noch 359,01 Euro. Er steht auf einer pulverbeschichteten Stahlplatte von 28,6 × 28,6 cm. Die Kamera sitzt höchstens 58,4 cm über der Platte. Festschrauben musst du sie mit einem T-Griff-Schlüssel, bei jedem Kamerawechsel aufs Neue. Eine Tragkraft in Kilo nennt Negative Supply nicht, nur dass fast jede spiegellose Kamera oder DSLR ohne Batteriegriff passt, auch spiegellose Mittelformatkameras.
Thomas Gade findet ihn bei photoinfos besser gebaut als den Valoi-Arm, vermisst aber einen Fuß, der die Säule stützt. Wer rund 200 Euro ausgeben kann, fährt seiner Meinung nach mit dem Kaiser RS 2 XA und dessen Kurbel besser. Zwei Käufer schrieben 2026 bei B&H, der Arm sacke mit schwerer Kamera ab, einer davon mit einer Fujifilm GFX und einem 100-mm-Makro. Darüber steht der Pro Riser MK3: 74,9 cm, Feintrieb über eine Spindel, bis 3,6 kg, bei Fotoimpex 954,36 Euro. In seinem Test saß der Schlitten anfangs locker und rutschte von selbst ab, ließ sich aber über vier Schrauben nachstellen. Gade nennt den Stand alles andere als ein Schnäppchen.
Kaiser RS 1
Foto: kaiser-fototechnik.de
Das große Reprostativ von Kaiser. Die Säule aus Aluminium-Profilrohr ist etwa einen Meter lang und 70 mm breit. Das Grundbrett misst 45 × 50 cm und hat ein aufgedrucktes Raster, Stellfüße und eine Wasserwaage im Sockel. Die Höhe stellst du mit einer Kurbel ein, eine mitlaufende Feder gleicht das Gewicht der Kamera aus. Der Arm trägt 4 kg und nimmt Kameras mit 1/4"- oder 3/8"-Gewinde. Kaiser nennt 749 Euro als Preisempfehlung, bei Foto Erhardt kostet er 564 Euro bei 7 bis 21 Tagen Lieferzeit. Ein Käufer schrieb 2024 auf Reddit, der Stand sei gebaut wie ein Panzer und ab Werk sauber zum Brett ausgerichtet. Peter Krogh dagegen stört, dass das Brett nicht magnetisch ist. Er arbeitet inzwischen lieber mit einem Stand von Beseler (The DAM Book).
Meterhöhe, vier Kilo Last und das große Brett sind für Bücher, Gemälde und große Vorlagen gedacht. Fotografierst du außer Negativen auch Bücher oder Bilder ab, bist du hier richtig. Scannst du nur Film, schau dir den kleineren RS 2 XA an: Säule 76 cm, Brett 40 × 50 cm, Kurbel, bis 1,5 kg, bei Fotoimpex 369 Euro, im Preisvergleich ab etwa 275 Euro. Oder such gebraucht. Auf Kleinanzeigen standen bei unserer Suche ein RS 1 und zwei RS 2 XA, zwischen 120 und 150 Euro.
Filmomat Camera Stand
Foto: shop.filmomat.eu
Filmomat aus München verkauft den Camera Stand für 599 Euro, bei unserem Preisvergleich war er ausverkauft. Er steht auf einer 4 mm starken, pulverbeschichteten Stahlplatte, die 4 kg wiegt. Sie ist magnetisch, damit Zubehör wie der Magnetfuß des hauseigenen Autocarriers daran haftet. Die größte Höhe gibt Filmomat mit 50 cm an. Versetzt du die Arca-Swiss-Schiene, kommst du auf 70 cm. Den Aufbau beschreibt Filmomat als Baukasten aus Arca-Swiss-kompatiblen Teilen, ausgerichtet wird die Kamera mit einem Neigekopf.
Eine Tragkraft nennt Filmomat nicht, das Maß der Platte auch nicht, und einen unabhängigen Test haben wir nicht gefunden. Thomas Gade hat bei photoinfos nur den größeren Camera Stand PRO getestet, der bei Fotoimpex 1.499 Euro kostet. Das Prinzip ähnelt dem Eigenbau aus Kapitel 1, mit einer schweren Stahlplatte als Fuß.
Ausgeknipst Copy Stand
Foto: Ausgeknipst
Den Copy Stand haben wir selbst in Würzburg konstruiert. Disclaimer: Wir verkaufen einen Teil der Produkte, die hier vorkommen. Der Artikel ist trotzdem zuerst als Hilfe gedacht und nicht als Verkaufstext.
Er steht auf einer Grundplatte von 32 × 32 cm aus 15 mm starker Siebdruckplatte, also beschichtetem Sperrholz. Die Säule ist ein 60 cm langes Aluprofil mit 30 × 30 mm, wie es im Maschinenbau als Standardteil verwendet wird (Nut 8). Die Kameraaufnahme klemmt mit einem Hebel und hat ein 3/8"-Gewinde, auf das jeder Stativkopf und jede Arca-Swiss-Klemme mit diesem Gewinde passt. Bis 54 cm Abstand zwischen Film und Sensor, gemessen mit Leuchte, Filmhalter und Kugelkopf, reichen für Kleinbild und Rollfilm bis 6×9 mit Makros von 50 bis 105 mm, für 4×5 nur mit 50 oder 60 mm. Der Stand kostet 149,95 Euro ohne Kopf, 199,95 Euro mit Nivellierbasis und 209,95 Euro, wenn noch ein Justierspiegel dabei ist. Er lässt sich zerlegen und mitnehmen, und mit leichter Ausrüstung steht er ruhig.
Was uns selbst stört, steht auch in den zwei Bewertungen auf der Produktseite (3,5 von 5 Sternen). In der Grundversion passt keine Kamera direkt an den Stand, denn das 3/8"-Gewinde ist für einen Stativkopf gedacht, und auf der Kameraschraube dreht sich der Kopf zu leicht mit. Die Grundplatte ist klein: Rückt ein Kugelkopf oder ein L-Winkel die Kamera nach vorn, stehen Leuchtplatte und Filmhalter am Rand. Drehst du den Filmhalter für 6×4,5 quer, kann die Säule dem Filmstreifen im Weg stehen. Die Höhe stellst du von Hand mit dem Klemmhebel ein, ohne Kurbel, und das hakt. Stellst du je Format einmal eine Höhe ein und lässt sie stehen, merkst du davon wenig. Wer oft nachstellt, ärgert sich. Ab etwa 1,5 kg schwingt das Profil in großer Höhe spürbar nach, wie in Kapitel 3 beschrieben, und die Halterungen sind aus technischem Kunststoff, nicht aus Metall. Beide Bewertungen stammen vom Mai 2026. Die meisten Beschwerden, die wir kennen, betreffen die ältere Ausführung. Fuß und Kamerahalter haben wir bis Juli 2026 verstärkt, im September die Klemmung am Profil geändert, und seitdem liegt jedem Stand eine Aufbauanleitung bei. Rückmeldungen zur neuen Klemmung haben wir noch keine.
6. Welcher Stand passt zu dir?
Alle Wege nebeneinander, vom Stativ, das schon im Schrank steht, bis zum Pro Riser für knapp 1.000 Euro. Unsere Zeile steht mit denselben Schwächen drin wie oben.
| Stand und Preis am 19.10.2026 | Höhe und Last laut Hersteller | Was dafür spricht | Was uns stört | Passt zu dir, wenn |
|---|---|---|---|---|
| Dein vorhandenes Stativ, 0 Euro | je nach Stativ | kostet nichts, gleich einsatzbereit | Beine stehen im Weg, Ausrichten in drei Achsen | du ein paar Filme im Jahr scannst |
| Gebrauchtes Reprostativ, auf Kleinanzeigen zum Beispiel Leitz ab 39 Euro, Kaiser für 120 bis 150 Euro | je nach Modell | für genau diese Aufgabe gebaut, Kaiser RS 1 und RS 2 XA zum Bruchteil des Neupreises | die Hälfte nur zur Abholung, Zustand vor Ort prüfen | du Zeit zum Suchen und Abholen hast |
| Eigenbau aus Aluprofil, je nach Teilen | so hoch wie dein Profil | steif, Arca-Klemme nach Wahl, Höhe nach Wahl | Bastelzeit, Grundplatte musst du selbst lösen | du gern schraubst |
| Valoi 360 Essential Copy Stand v2, 137,49 Euro (Lieferland Deutschland), auf Lager | 69 cm (laut Firstcall 49 cm ohne Verlängerung), keine Lastangabe in Kilo | günstigster neuer Stand, schwere Stahlbasis | Kamerahalter laut Test zu weich, wenig Last, laut einem Käufer keine Anleitung | du eine leichte Kamera hast und wenig ausgeben willst |
| Ausgeknipst Copy Stand, 149,95 Euro, mit Nivellierbasis 199,95 Euro, mit Spiegel 209,95 Euro, auf Lager | bis 54 cm Film bis Sensor (mit Leuchte, Filmhalter und Kugelkopf gemessen), etwa 1,5 kg empfohlen | zerlegbar, Nivellierbasis und Spiegel als Set | Grundversion braucht einen Kopf, Kopf dreht sich mit, kleine Grundplatte, bei 6×4,5 quer steht die Säule im Weg, Höhe hakelig zu verstellen, schwingt ab 1,5 kg in großer Höhe nach, Halterungen aus technischem Kunststoff | du je Format eine feste Höhe einstellst und Kamera samt Kopf unter 1,5 kg bleibt |
| Kaiser reprokid, 169 Euro Preisempfehlung, im Handel ab etwa 154 Euro | Säule 59 cm, 1 kg | klein, von Kaiser, wenig Geld | nur 1 kg, Kamera kann sich verdrehen, keine Kurbel | du mit einer leichten Spiegellosen Kleinbild scannst |
| Novoflex MagicStudio Repro (MS-REPRO), 219 Euro, B-Ware 175,20 Euro | Säule 49,5 cm, davon 41 cm nutzbar, keine Lastangabe | laut Test sehr stabil, ganzer Tisch als Arbeitsfläche | keine Grundplatte, für Rollfilm mit 100er Makro zu kurz | dein Tisch eine gerade Kante hat, höchstens 5 cm dick ist und du Kleinbild scannst |
| Valoi 360 Novoflex Repro 650, 283,52 Euro (Lieferland Deutschland), ausverkauft | Säule 65 cm, Abstandshalter 15 cm, Vollformat bis 135 mm, Formate bis 6×9 | von Novoflex gebaut, lange Säule für lange Makros | keine Grundplatte, Tisch höchstens 3,1 cm dick mit gerader Kante, kein 4×5, zurzeit nicht lieferbar | du Rollfilm mit einem 100er Makro scannst und warten kannst |
| Kaiser RS 2 XA, 369 Euro bei Fotoimpex, im Preisvergleich ab etwa 275 Euro, gebraucht 120 bis 150 Euro | Säule 76 cm, 1,5 kg | Kurbel, großes Brett mit 40 × 50 cm | neu teurer als nötig, wenn du gebraucht kaufen kannst | du eine Kurbel willst, aber keine 560 Euro ausgeben |
| Negative Supply Basic Riser MK3, 370,49 Euro bei Fotoimpex | 58,4 cm, Kameras ohne Batteriegriff | Stahlplatte, solide gebaut | Kamera nur mit T-Schlüssel, kein Säulenfuß, Arm sackt mit schwerer Kamera ab (Käuferstimmen) | du schon mit Negative Supply arbeitest |
| Kaiser RS 1, 564 Euro bei Foto Erhardt, Preisempfehlung 749 Euro | Säule etwa 1 m, 4 kg | Kurbel mit Gewichtsausgleich, viel Last, großes Brett mit Raster | groß und schwer, für Negative mehr Stand als nötig | du auch Bücher und große Vorlagen abfotografierst |
| Filmomat Camera Stand, 599 Euro, ausverkauft | 50 cm, bis 70 cm, keine Lastangabe | 4 kg schwere, magnetische Stahlplatte, Arca-Swiss, Neigekopf | teuer, keine Angaben zu Last und Plattenmaß | du mit dem Autocarrier von Filmomat scannst |
| Negative Supply Pro Riser MK3, 954,36 Euro bei Fotoimpex | 74,9 cm, 3,6 kg | Feintrieb über Spindel, viel Last | Preis, Schlitten musste im Test nachgestellt werden | du täglich scannst und einen Feintrieb brauchst |
Preise mit Mehrwertsteuer, ohne Versand. Valoi rechnet mit der Mehrwertsteuer des Lieferlands, ohne Länderwahl zeigt die Seite 145 und 299 Euro.
7. Wo du weiterlesen kannst
Bei den Herstellern: Kaiser RS 1, Kaiser reprokid, Valoi 360 Essential Copy Stand v2, Valoi 360 Novoflex Repro 650, Negative Supply Basic Riser MK3 und Filmomat Camera Stand.
Tests und Erfahrungen von anderen: Thomas Gade testet bei photoinfos den Valoi Copy Stand v2 und den Negative Supply Pro Riser MK3 und ordnet den Kaiser reprokid ein, alles auf Englisch. Thomas Eisl hat den Novoflex MagicStudio Repro getestet, Peter Krogh schreibt im DAM Book über seine Kaiser- und Beseler-Stände.
Von uns: Wie Filmhalter, Lichtquellen und Software zusammenspielen, steht im Vergleich der Filmhalter und Film Scanner. Die Spiegel-Methode aus Kapitel 4 erklärt unser Artikel zum Ausrichten mit Spiegel, und welche Brennweite für welches Format reicht, rechnet unsere Seite zu Filmformat und Brennweite aus.