Canon AE-1 in Silber und Canon A-1 in Schwarz nebeneinander, beide mit Objektiv

Canon AE-1 vs AE-1 Program vs A-1: Die A-Serie im Vergleich (mit AT-1, AV-1, AL-1)

Titelbild: Wolfgang Pehlemann, CC BY-SA 3.0 DE via Wikimedia Commons

Eine Canon A-1 wird gebraucht für mehr als das Doppelte einer AT-1 angeboten: Auf Kleinanzeigen lag der mittlere Angebotspreis Anfang November bei 180 gegen 78 Euro. Beide nehmen dieselben FD-Objektive. Der Unterschied liegt vor allem darin, wer die Belichtung einstellt, du oder die Kamera. Die AT-1 misst nur: Du drehst an Verschlusszeit und Blende, bis im Sucher ein Ring auf der Nadel liegt. Bei der AE-1 wählst du die Verschlusszeit, die Kamera die Blende. Die A-1, das Spitzenmodell der A-Serie, vereint als einzige alle Belichtungsarten der Familie, und unten im Sucher stehen Zeit und Blende in roten Ziffern.

Ein Nutzer im deutschen Bilderforum schrieb über sie, es sei alles da, ihm sei es aber zu viel. Siehst du das genauso, reicht dir eine einfachere Kamera der Serie. Wenn du dich noch nicht festlegen willst, ist die A-1 den Aufpreis wert.

Du suchst nur die Batterie? Fünf der sechs Modelle nehmen eine 6-Volt-Batterie (4LR44 oder PX28, die AT-1 laut Anleitung nur die Silberoxid-Ausführung PX28), die AL-1 zwei AAA-Zellen. Alle Typen stehen in unserer Batterieübersicht für Canon. Was ohne Batterie noch geht, steht in Kapitel 5.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche Kamera der A-Serie liegt vor dir?
  2. Was die sechs Modelle können
  3. Wer stellt die Belichtung ein, du oder die Kamera?
  4. Welche Objektive passen?
  5. Wie legst du einen Film ein?
  6. Welches Zubehör passt an welches Modell?
  7. Worauf du beim Kauf achtest
  8. Wie fotografiert es sich mit der A-Serie?
  9. Welche Kamera der A-Serie passt zu dir?
  10. Weiterlesen

1. Welche Kamera der A-Serie liegt vor dir?

Canon hat zwischen 1976 und 1982 sechs Kameras unter dem Namen A-Serie herausgebracht. Von außen sehen sie sich ähnlich. Die AT-1 hat laut Canon sogar dasselbe Gehäuse wie die AE-1. Am schnellsten erkennst du dein Modell am Schriftzug, der von vorn gesehen links neben dem Objektiv sitzt. Ist er abgegriffen, erkennst du vier der Modelle an je einem Merkmal: Bei der AT-1 sitzt rund um die Rückspulkurbel ein Hauptschalter mit einem „C“. Das Einstellrad der AV-1 kennt außer der Automatik nur die Blitzzeit 1/60 Sekunde und B. Auf dem Zeitenrad der AE-1 Program steht zusätzlich „PROGRAM“, und die AL-1 trägt von vorn gesehen rechts neben dem Objektiv ein „QF“.

AE-1 (1976)

Canon AE-1 in Silber mit FD 50 mm f/1,8 von vorn, Schriftzug AE-1 links neben dem Objektiv

Foto: RRT877, CC0 via Wikimedia Commons. Die AE-1 gibt es in Silber und Schwarz, der Schriftzug sitzt vorn links.

Die AE-1 kam im April 1976 und wurde Canons Massenkamera: In einem Prospekt nannte Canon später über vier Millionen verkaufte Exemplare. Möglich machte das ein Mikrocomputer, der die Kamera zentral steuert. Laut Canon sparte er rund 300 Teile ein, und die Fertigung lief weitgehend automatisch. Die AE-1 hat Blendenautomatik: Du wählst am Zeitenrad auf der Oberseite die Verschlusszeit, die Kamera stellt die passende Blende ein, und im Sucher zeigt eine Nadel, welche Blende sie gewählt hat. Die Zeit siehst du im Sucher nicht. Manuell geht auch: Dann drehst du den Blendenring am Objektiv von der Stellung „A“ weg und stellst die Blende selbst ein. Die Nadel zeigt dann weiter die Blende, die die Kamera empfehlen würde, nicht die, die du eingestellt hast. Am Anfang hältst du diesen Wert leicht für deine eigene Einstellung.

AT-1 (1976)

Canon AT-1 in Silber mit Tamron-Zoomobjektiv, schräg von vorn, Hauptschalter an der Rückspulkurbel

Foto: John Nuttall, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons. Auf dieser AT-1 sitzt ein Tamron-Zoom 35–70 mm mit Adaptall-Anschluss, also ein Fremdobjektiv mit FD-Adapter.

Die AT-1 ist die AE-1 ohne Automatik. Canon baute sie ab Dezember 1976 für Länder, in denen die AE-1 zu teuer war, und für Fotografen, die lieber selbst belichteten. Verkauft wurde sie nur im Export, einen Preis für Japan nennt Canon nicht. Das Gehäuse ist laut Canon dasselbe wie bei der AE-1, ebenso das Zubehör. Im Sucher bewegt sich eine Messnadel, und du drehst an Zeit oder Blende, bis ein kleiner Ring auf der Nadel liegt. Dieses Verfahren heißt Nachführmessung. Das Licht misst eine CdS-Zelle, ein älterer Sensortyp als die Siliziumzelle der AE-1. Gebraucht ist sie heute das günstigste Modell der Familie.

A-1 (1978)

Canon A-1 in Schwarz mit FD 50 mm f/1,8 von vorn

Foto: RRT877, CC0 via Wikimedia Commons. Die A-1 hat ein schwarzes Gehäuse.

Das Canon-Kameramuseum nennt die A-1, vorgestellt im April 1978, das Spitzenmodell der A-Serie. Als einzige der sechs kann sie alles: Zeitautomatik (du wählst die Blende), Blendenautomatik (du wählst die Zeit), Programmautomatik (die Kamera wählt beides) und manuell. Im Sucher stehen Zeit und Blende als rote Leuchtziffern unter dem Bild. Dazu kommen Zeiten bis 30 Sekunden, eine Belichtungskorrektur um zwei Blendenstufen in Drittelschritten, ein Hebel für Mehrfachbelichtungen und ein eingebauter Okularverschluss. Der Okularverschluss deckt den Suchereinblick ab, damit bei Aufnahmen vom Stativ kein Licht von hinten durch den Sucher fällt und die Messung verfälscht. In Japan kostete das Gehäuse 83.000 Yen und damit kaum mehr, als die AE-1 zwei Jahre zuvor mit Objektiv gekostet hatte.

Blick durch den Sucher einer Canon A-1, unten rote Leuchtziffern 500 und 16 für Verschlusszeit und Blende

Foto: Wyrylka, CC0 via Wikimedia Commons. Der Blick durch den Sucher der A-1: 1/500 s bei Blende 16, beides in roten Ziffern. Die AE-1 zeigt stattdessen nur eine Nadel an einer Blendenskala.

AV-1 (1979)

Canon AV-1 in Schwarz mit FD 50 mm f/1,8 von vorn, fest angeformter Griff

Foto: RRT877, CC0 via Wikimedia Commons. Die AV-1 hat einen angeformten Griff und kein Zeitenrad mit frei wählbaren Zeiten.

Die AV-1 ist das Gegenstück zur AE-1. Canon brachte sie im Mai 1979 heraus, weil Händler in Amerika und auf anderen Exportmärkten eine Kamera mit Zeitautomatik verlangten. Du wählst am Objektiv die Blende, die Kamera stellt die Zeit dazu, stufenlos von 2 Sekunden bis 1/1000 Sekunde. Eine Nadel im Sucher zeigt die Zeit auf einer Skala. Frei wählbare Zeiten gibt es nicht, das Einstellrad kennt nur Automatik, die Blitzzeit 1/60 Sekunde und B. Auf B bleibt der Verschluss offen, solange du den Auslöser drückst. Zusammen mit der AV-1 führte Canon die New-FD-Objektive ein (mehr dazu in Kapitel 4) und ein günstiges FD 50 mm f/2 als Normalobjektiv.

AE-1 Program (1981)

Canon AE-1 Program in Silber mit FD 50 mm f/1,8 von vorn, unter dem Schriftzug AE-1 steht PROGRAM

Foto: RRT877, CC0 via Wikimedia Commons. Unter „AE-1“ steht klein „PROGRAM“. Darunter sitzt normalerweise der abnehmbare Griff, an diesem Exemplar ist er abgenommen.

Fünf Jahre nach der AE-1 wollten viele Kunden die Programmautomatik der A-1 auch in der günstigeren Kamera haben. Canon antwortete im April 1981 mit der AE-1 Program. Die neue Kamera hat Programmautomatik, Blendenautomatik und manuelle Belichtung, aber keine Zeitautomatik. Im Sucher zeigen Leuchtziffern die Blende, die Zeit siehst du auch hier nicht. Dazu kommen ein Messwertspeicher, der eine gemessene Belichtung auf Tastendruck festhält, und ein abnehmbarer Griff wie bei der A-1. Die Mattscheibe, auf der das Sucherbild entsteht, kannst du bei abgenommenem Objektiv selbst tauschen. Den Batteriestand meldet sie mit Piepen statt mit einer Nadel. Auch der schnelle Motor MA, den Canon für die A-1 gebaut hatte, passt an sie (mehr dazu in Kapitel 6).

AL-1 (1982)

Canon AL-1 in Silber mit FD 50 mm f/1,8 von vorn, rechts das QF-Zeichen für Quick Focus

Foto: Peter Neelmeyer, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons. Das „QF“ rechts steht für Quick Focus.

Die AL-1 vom März 1982 ist das letzte und ungewöhnlichste Modell. Canon baute sie für Leute, die im Sucher schlecht scharf stellen können. Drei Zeilensensoren messen den Kontrast des Motivs, und unter dem Sucherbild zeigen rote Pfeile, in welche Richtung du den Schärfering drehen musst. Ist das Motiv scharf, leuchtet dazwischen ein grünes Licht. Drehen musst du selbst, ein Autofokus ist das nicht. Laut Anleitung bleibt die Anzeige bei sehr lichtschwachen Kombinationen (effektiv f/8 bis f/11), bei manchen Makroaufnahmen und mit linearem Polfilter dunkel. Belichtet wird mit Zeitautomatik oder manuell mit festen Zeiten von 1/15 bis 1/1000 Sekunde. Als einzige der sechs läuft die AL-1 mit zwei AAA-Zellen. Ihr Schwachpunkt ist die Klappe des Batteriefachs, mehr dazu in Kapitel 7.

In unserem eigenen Video (englisch) gehen wir alle sechs Modelle der Reihe nach durch.

Video: „Canon A-Series Comparison“, Kanal Ausgeknipst, englisch, April 2025.

2. Was die sechs Modelle können

Zwei Begriffe aus der Tabelle werden gern verwechselt. Blendenautomatik heißt: Du wählst die Verschlusszeit, die Kamera die Blende. Bei der Zeitautomatik ist es umgekehrt: Du wählst die Blende, die Kamera die Zeit. Englische Texte schreiben dafür „shutter priority“ und „aperture priority“, an der A-1 heißen die Stellungen Tv und Av.

Modell Vorgestellt Belichtungsarten Verschlusszeiten Sucher zeigt Besonderheit
AE-1 April 1976 Blendenautomatik, manuell 2 s bis 1/1000 s, B Nadel an einer Blendenskala Gegenlichttaste (+1,5 Blendenstufen)
AT-1 Dezember 1976 nur manuell (Nachführmessung) 2 s bis 1/1000 s, B Messnadel und Ring Hauptschalter, CdS-Messzelle, nur für den Export
A-1 April 1978 Zeitautomatik, Blendenautomatik, Programm, manuell 30 s bis 1/1000 s, B rote Ziffern für Zeit und Blende Korrektur ±2 Blendenstufen, Mehrfachbelichtung, Okularverschluss
AV-1 Mai 1979 nur Zeitautomatik automatisch 2 s bis 1/1000 s, dazu 1/60 s und B Nadel an einer Zeitenskala kein manueller Modus, Gegenlichttaste
AE-1 Program April 1981 Programm, Blendenautomatik, manuell 2 s bis 1/1000 s, B Leuchtziffern für die Blende Messwertspeicher, Mattscheibe selbst wechselbar
AL-1 März 1982 Zeitautomatik, manuell automatisch 2 s bis 1/1000 s, manuell 1/15 s bis 1/1000 s, B Nadel an einer Zeitenskala, Fokuspfeile Quick Focus, zwei AAA-Zellen

Alle sechs nehmen dieselben FD-Objektive. Sie haben einen elektronisch gesteuerten Verschluss mit Tuchvorhängen, die Blitzzeit ist bei allen 1/60 Sekunde. Das Licht messen alle durch das Objektiv, wobei die Bildmitte stärker zählt als der Rand. Die Unterschiede liegen also fast ganz darin, was die Kamera dir beim Belichten abnimmt und was sie dir im Sucher zeigt.

3. Wer stellt die Belichtung ein, du oder die Kamera?

Die sechs Modelle lassen sich auf einer Linie ordnen. Am einen Ende steht die AT-1: Sie misst nur, und du drehst Zeit und Blende selbst, bis Nadel und Ring sich decken. Am anderen Ende steht die A-1: Sie kann beide Werte allein wählen und lässt dich trotzdem einen oder beide selbst einstellen. Zwischen den beiden Enden liegen Kameras, die jeweils einen Teil übernehmen. Welche zu dir passt, hängt weniger vom Preis ab als davon, wie du fotografierst. Gestaltest du über die Schärfentiefe, also darüber, wie viel vor und hinter dem Motiv scharf ist, willst du die Blende selbst wählen. Für Bewegung, die du einfrieren oder verwischen willst, ist die Zeit wichtiger. Und wenn du vor allem das Motiv im Blick behalten willst, lässt du die Kamera beides machen.

AE-1 oder AE-1 Program?

Das ist die häufigste Frage zur A-Serie. Die Antwort ist kürzer, als die vielen Videos dazu vermuten lassen. Die AE-1 Program hat dieselben Belichtungsarten wie die AE-1 und zusätzlich die Programmautomatik: Blendenring auf „A“, Zeitenrad auf „PROGRAM“, auslösen. Dazu kommen der Messwertspeicher, ein Griff, wechselbare Mattscheiben, Leuchtziffern statt Nadel im Sucher und der Anschluss für den Motor MA. Nur die Gegenlichttaste der AE-1 hat sie nicht, Gegenlicht korrigierst du mit dem Messwertspeicher. James Tocchio hat beide Kameras für das Blog Casual Photophile nebeneinander benutzt und zieht die Program wegen des Griffs und des Suchers vor, gerade bei wenig Licht. Willst du die Programmautomatik ohnehin nicht nutzen, wirst du laut Tocchio mit der AE-1 genauso glücklich. Ein Nutzer auf Reddit sagt es kürzer: Er habe sich an der AE-1 nie die Programmautomatik gewünscht.

Gebraucht liegt die Program auf Kleinanzeigen rund 25 Euro über der AE-1 (Stand 05.11.2026, mehr in Kapitel 7). Für Einsteiger ist sie der leichtere Start, weil das Programm beide Werte wählt und du dich erst einmal nur um Motiv und Schärfe kümmerst. Aidan Bell nennt sie in seinem Erfahrungsbericht aus zwei Jahren Nutzung deshalb eine Lernkamera: Wenn er unsicher war, konnte er auf das Programm ausweichen. Weißt du schon, welche Zeit du willst, verlierst du mit der AE-1 nichts.

A-1 oder AE-1?

Hier ist der Abstand größer, als die Namen vermuten lassen. Die A-1 beherrscht alle Belichtungsarten der AE-1 und der AE-1 Program und dazu die Zeitautomatik. Dazu kommen Zeiten bis 30 Sekunden, eine Belichtungskorrektur in Drittelstufen, der Hebel für Mehrfachbelichtungen und der Okularverschluss. Vor allem zeigt sie im Sucher Zeit und Blende gleichzeitig. An der AE-1 siehst du im Sucher, welche Blende die Kamera wählt. Die Zeit musst du dir merken. An der A-1 liest du beides ab, ohne die Kamera vom Auge zu nehmen.

Dafür ist sie aufwendiger zu bedienen. Die A-1 hat mehr Schalter, und kennst du sie nicht, hältst du die Kamera schnell für defekt: Ein eigener Schalter knipst die Sucheranzeige aus, und eine bestimmte Reihenfolge von Handgriffen an der Abblendtaste blockiert Auslöser und Filmtransport, bis du die Sperre nach Anleitung löst (mehr in Kapitel 7). James Mitchell bemängelt im Blog 35mmc, dass die A-1 im manuellen Betrieb die am Objektiv eingestellte Blende nicht anzeigt. Und ein Nutzer im Bilderforum hat sie nach Jahren gegen eine einfachere Kamera getauscht, weil er viele ihrer Funktionen nicht brauchte.

Unsere Meinung: Für die meisten Leute, die eine AE-1 suchen, ist die A-1 die bessere Kamera. Sie kostet gebraucht im Mittel rund 45 Euro mehr. Dafür bekommst du das Spitzenmodell der Familie mit allen Automatiken. Bei Händlern mit Gewährleistung war im November 2026 das günstigste Gehäuse einer A-1 sogar billiger als das günstigste einer AE-1. Die AE-1 bleibt die richtige Wahl, wenn du eine besonders einfache Kamera willst oder schon eine AE-1 hast. Was die F-1, Canons Profikamera derselben Zeit, anders macht, steht in unserem Guide zur Canon F-1.

AE-1 oder AV-1?

Die beiden sind Spiegelbilder. Die AE-1 will die Zeit von dir, die AV-1 die Blende. Gestaltest du über die Schärfentiefe, kommst du mit der AV-1 schneller ans Ziel. James Tocchio schreibt in seiner Besprechung, dass er deshalb lieber mit der AV-1 fotografiert als mit der AE-1. Der Haken: Die AV-1 hat keinen manuellen Modus. Gegen eine Fehlmessung, etwa bei Gegenlicht oder Schnee, hast du nur die Gegenlichttaste (+1,5 Blendenstufen) und den Umweg über die Filmempfindlichkeit. Morten Byskov beschreibt in seinem Bericht, wie er dafür die eingestellte Filmempfindlichkeit (an der Kamera „ASA“, auf der Filmpackung „ISO“) verstellt und danach zurückdreht. Taylor Ervin dagegen hat sich nach längerer Zeit mit der AV-1 eine andere Kamera gesucht, weil ihm die freie Wahl der Zeit fehlte (35mmc).

Die AV-1 ist mit einem mittleren Angebotspreis von 95 Euro rund 40 Euro günstiger als die AE-1. Die Kamera passt zu dir, wenn du fast immer mit Zeitautomatik fotografieren würdest und mit den Umwegen bei Gegenlicht und Schnee leben kannst. Datenrückwand und Motor MA passen nicht an die AV-1, der Winder schon.

AE-1 oder AT-1?

Gehäuse und Zubehör sind gleich, die Arbeitsweise ist eine andere. Die AT-1 nimmt dir nichts ab: Du schaust in den Sucher, drehst am Zeitenrad oder am Blendenring, bis der kleine Ring im Sucher auf der Nadel liegt, und löst aus. Der Autor des Blogs CamerAgX hat genau das genossen und empfiehlt die AT-1 allen, die sich wieder auf die Grundlagen besinnen wollen. Seine Kritik: Im Sucher siehst du weder die eingestellte Zeit noch die Blende, und im Dunkeln sind Nadel und Ring schlecht zu erkennen. Willst du Belichtung lernen, lernst du an der AT-1 gründlicher als an jeder Automatik.

In manchen Erfahrungsberichten steht, die Batterie der AT-1 versorge nur den Belichtungsmesser. Das stimmt nicht: Der Verschluss ist elektronisch gesteuert, und laut Canon-Anleitung arbeitet die Kamera nur mit eingelegter Batterie und eingeschaltetem Hauptschalter. Mit einem mittleren Angebotspreis von 78 Euro ist die AT-1 das günstigste Modell der Familie. Viele Angebote gibt es nicht, auf Kleinanzeigen standen bei unserer Zählung 20.

4. Welche Objektive passen?

Alle sechs Kameras haben das Canon-FD-Bajonett, also denselben Objektivanschluss, und jedes FD-Objektiv passt an jedes Modell. Die Objektive gibt es in zwei Bauarten. Die älteren FD-Objektive setzt du an und drehst einen silbernen Ring am Objektiv fest, das Objektiv selbst bleibt dabei stehen. Mit der AV-1 führte Canon im Jahr 1979 die New-FD-Objektive ein (oft nFD oder FDn geschrieben). Du drehst sie als Ganzes ins Bajonett, bis ein Knopf einrastet. An der Kamera verhalten sich beide gleich.

Für die Automatik kommt es auf den Blendenring an. An der AE-1, der AE-1 Program und der A-1 stellst du ihn auf „A“, dann regelt die Kamera die Blende. An der AV-1 und der AL-1 wählst du die Blende am Ring selbst, die Kamera stellt die Zeit dazu. Bei der A-1 bleibt der Ring auch in der Zeitautomatik auf „A“, die Blende wählst du dann am Rad der Kamera. Die noch älteren FL-Objektive aus der Zeit vor 1971 passen ebenfalls. Mit ihnen misst die Kamera aber nur bei Arbeitsblende: Die Blende schließt sich schon vor dem Auslösen auf den eingestellten Wert, und das Sucherbild wird dunkler. Die Autofokus-Objektive der späteren EOS-Kameras passen nicht, sie haben ein anderes Bajonett.

Fremdhersteller haben viele Objektive mit FD-Anschluss gebaut. Bei Tamron steckt der Anschluss in einem Wechseladapter namens Adaptall, wie bei der AT-1 auf dem Foto in Kapitel 1.

Mit welchem Objektiv anfangen?

Mit einem 50-Millimeter-Normalobjektiv liegst du richtig. Zur AE-1 lieferte Canon ein FD 50 mm f/1,4 oder f/1,8, zur AV-1 ein günstiges f/2. Das f/1,8 nennt Tocchio in seinem Vergleich der AE-1-Modelle ausgezeichnet. Das f/1,4 lässt rund zwei Drittel einer Blendenstufe mehr Licht durch, Aidan Bell lobt es für Schärfe und weichen Hintergrund. Als zweites Objektiv bieten sich das FD 28 mm f/2,8 als Weitwinkel oder das FD 135 mm f/3,5 als leichtes Tele an. Das Weitwinkelobjektiv fand Tocchio scharf und kompakt, mit Schwächen bei Sonne im Bild. Welche Gegenlichtblende auf welches FD-Objektiv gehört, steht in unserer Übersicht der FD-Gegenlichtblenden.

5. Wie legst du einen Film ein?

Das Einlegen ist bei allen sechs Modellen gleich. Halte die Kamera mit der Rückwand zu dir. Zieh den Rückspulknopf oben links, auf dem die ausklappbare Kurbel sitzt, ganz nach oben, dann springt die Rückwand auf. Setz die Filmpatrone links ein und drück den Knopf wieder nach unten, notfalls mit einer kleinen Drehung, bis er einrastet. Den Filmanfang ziehst du nach rechts und steckst ihn in einen der Schlitze der Aufwickelspule. Dann spannst du einmal mit dem Transporthebel und löst aus. Schau dabei, ob die Zähne der Transportrolle oben und unten in die Löcher am Filmrand greifen. Danach schließt du die Rückwand und spannst und löst weiter aus, bis das Zählwerk auf 1 steht.

Die wichtigste Kontrolle kommt jetzt: Schau beim Spannen auf die Rückspulkurbel. Damit sie gleich mitläuft, dreh sie vorher vorsichtig in Pfeilrichtung, bis der Film in der Patrone straff sitzt. Dreht sie sich dann beim Spannen mit, wird der Film transportiert. Steht sie still, ist der Filmanfang meist aus der Spule gerutscht, und das Zählwerk zählt trotzdem weiter. Laut Canon-Anleitung ist ein herausgerutschter Filmanfang der typische Einlegefehler, und er kostet einen ganzen Film. Läuft der Film, stellst du als Nächstes die Filmempfindlichkeit ein, sonst misst die Kamera falsch.

Zum Zurückspulen drückst du am Kameraboden den kleinen Knopf, der den Transport freigibt. Dann klappst du die Kurbel oben aus und drehst in Pfeilrichtung, bis der Widerstand nachlässt und der Film sich spürbar von der Spule löst. Dreh dann noch ein paar Umdrehungen weiter, bis der Film ganz in der Patrone ist. Erst danach ziehst du den Rückspulknopf hoch und öffnest die Rückwand. Im folgenden Video zeigt der Kanal 64 ASA das Einlegen und das Zurückspulen an einer AE-1, auf Deutsch.

Video: „Canon AE1 Film einlegen (deutsch)“, Kanal 64 ASA, deutsch, Juni 2020. An den anderen fünf Modellen geht es genauso.

Was ohne Batterie noch geht

Fast nichts. Keine der sechs Kameras löst ohne Batterie aus, auch nicht auf B, und eine mechanische Verschlusszeit für den Notfall gibt es nicht. Canon schreibt das in jeder Anleitung, bei der AE-1 mit der Begründung, dass der Verschluss elektronisch gesteuert wird. Was bleibt, ist die Mechanik: Du kannst durch den Sucher schauen, scharf stellen und einen Film zurückspulen. Ein eingelegter Film ist also nicht verloren, wenn die Batterie mitten im Film aufgibt.

Fünf der sechs Modelle nehmen eine 6-Volt-Batterie (4LR44 oder PX28, die AT-1 laut Anleitung nur die Silberoxid-Ausführung PX28), die AL-1 zwei AAA-Zellen. Den Batteriestand prüfst du je nach Modell anders: Die AE-1 zeigt ihn mit der Nadel im Sucher an, die AT-1 auf der Stellung „C“ des Hauptschalters. Die AE-1 Program piept, und bei der A-1 blinkt eine Lampe. Blinkt sie schnell, reicht die Batterie, blinkt sie langsam oder gar nicht, ist ein Wechsel fällig. Welche Batterien es gibt und was als Ersatz taugt, steht in unserer Batterieübersicht für Canon.

Wo du die Anleitungen findest

Die Originalanleitungen von Canon liegen als PDF im Netz, die meisten auf Englisch: für die AE-1, die AT-1, die A-1, die AV-1 (auch auf Deutsch), die AE-1 Program und die AL-1. Eine deutsche Video-Anleitung zur Bedienung der AE-1 gibt es ebenfalls vom Kanal 64 ASA.

6. Welches Zubehör passt an welches Modell?

Canon hat für die A-Serie ein ganzes System gebaut, und das meiste davon passt an alle sechs Kameras. Die Ausnahmen sind der schnelle Motor und die Datenrückwand. Die Tabelle stützt sich auf die Canon-Anleitungen und Systemprospekte.

Zubehör AE-1 AT-1 A-1 AV-1 AE-1 Program AL-1
Power Winder A / A2 (Filmtransport per Motor) ja ja ja ja ja ja
Motor Drive MA (bis 5 Bilder pro Sekunde an der A-1) nein nein ja nein ja nein
Data Back A (belichtet Datum ins Bild) ja ja ja nein ja nein
Speedlite 155A, 177A, 199A, 188A ja, Blende automatisch ja, Blende von Hand ja, Blende automatisch ja, Blende von Hand ja, Blende automatisch ja, Blende von Hand
Griff nicht ab Werk nicht ab Werk abnehmbar, serienmäßig angeformt abnehmbar, serienmäßig angeformt
Augenmuschel 4S ja ja ja ja ja ja

Bei den Blitzgeräten heißt „Blende automatisch“: Steht das Objektiv auf „A“, übernimmt die Kamera die Blende, die das Blitzgerät vorgibt, und schaltet selbst auf die Blitzzeit 1/60 Sekunde. An AT-1, AV-1 und AL-1 schaltet die Zeit ebenfalls um. Die Blende stellst du dort von Hand am Objektiv ein, den passenden Wert liest du von der Tabelle auf dem Blitzgerät ab. Eine Blitzmessung durch das Objektiv hat keine der sechs. Dass der Motor MA an die AE-1 Program passt, begründet Canon mit drei elektrischen Kontakten statt zwei. Ob dafür Kamera oder Motor geändert wurde, lässt die Quelle offen, probier einen gebrauchten Motor MA also vor dem Kauf an deiner Program aus.

Was oft fehlt

Bei gebrauchten Kameras der A-Serie fehlen oft Kleinteile: die Augenmuschel, die kleine Schraubkappe über dem Winder-Anschluss am Boden oder der Gehäusedeckel. Die Original-Augenmuscheln sind nach über vierzig Jahren oft spröde, die Kappe geht verloren, sobald jemand einmal einen Winder angesetzt hat.

Disclaimer: Wir verkaufen einen Teil der Produkte, die hier vorkommen. Der Artikel ist trotzdem zuerst als Hilfe gedacht und nicht als Verkaufstext. Für diese drei Teile haben wir Ersatz gebaut. Unsere Augenmuschel wird mit einem Adapter auf das Okular aller sechs Modelle geschoben. Die Abdeckkappe für den Winder-Anschluss passt an AE-1, AE-1 Program, A-1, AT-1 und AV-1, der Gehäusedeckel auf jedes FD-Bajonett. Vermisst du an der AE-1 einen Griff, findest du bei uns einen Handgriff, der mit einer Schraube an AE-1, AE-1 Program und A-1 sitzt.

Für lange Belichtungen auf B, und an der A-1 auch für die Zeiten bis 30 Sekunden, schraubst du einen klassischen Drahtauslöser mit Gewinde in den Auslöseknopf von AE-1, AE-1 Program und A-1. Und für das FD 50 mm f/1,4 und f/1,8 mit silbernem Ring gibt es die passende Gegenlichtblende BS-55.

7. Worauf du beim Kauf achtest

Die A-Serie ist über vierzig Jahre alt. Die Macken weiter unten tauchen in Werkstattberichten und Foren immer wieder auf. Wenn du eine Kamera vor dir hast, prüfst du in dieser Reihenfolge:

  1. Batterie rein und Batterietest. Ohne Batterie kannst du weder auslösen noch die Automatik prüfen (siehe Kapitel 5). Schau dabei auf die Kontakte im Fach: Grüne oder weiße Beläge deuten auf ausgelaufene Batterien hin.
  2. Auslösen bei verschiedenen Zeiten. Hör auf ein Quietschen oder Zirpen und darauf, ob 1 Sekunde deutlich länger klingt als 1/1000. Die AV-1 wählt die Zeit selbst, dort zielst du einmal ins Helle und einmal ins Dunkle.
  3. Blende schließt? Objektiv dran, Blendenring von Hand auf 16, auf B auslösen und dabei von vorn ins Objektiv schauen. Die Blende muss sich schließen und wieder öffnen.
  4. Automatik reagiert? Blendenring auf „A“ (bei AV-1 und AL-1 eine Blende wählen) und abwechselnd auf Helles und Dunkles zielen. Die Anzeige muss sich bewegen. Die AT-1 hat keine Automatik, bei ihr muss die Messnadel ausschlagen.
  5. Rückwand und Batteriefach. Die Rückwand öffnest du nur, wenn kein Film eingelegt ist. Dichtungen klebrig oder bröselig? Hält die Klappe des Batteriefachs?

Mehr als einen ersten Eindruck geben diese fünf Prüfungen nicht. Canon selbst empfiehlt vor wichtigen Aufnahmen einen Probefilm, und er ist der einzige echte Test. Allgemeine Tipps zum Kauf über Kleinanzeigen und Händler stehen in unserem Ratgeber zum Gebrauchtkauf.

Das Quietschen der Spiegelmechanik

Die bekannteste Macke der A-Serie ist ein Quietschen beim Auslösen, das manche Werkstätten „Keuchhusten“ nennen. Anders als oft behauptet kommt es nicht vom Verschluss. Laut einem ehemaligen Canon-Techniker im Photrio-Forum und dem US-Händler KEH sind die Lager der Spiegelbremse trocken, weil das alte Schmiermittel verharzt ist. Betroffen sind laut der Werkstatt Sniggi’s vor allem AE-1, AE-1 Program und A-1, laut der US-Werkstatt Garry’s Camera auch AT-1 und AV-1.

Wie schlimm das ist, sehen Fachleute unterschiedlich. KEH schreibt, das Quietschen beschädige die Kamera nicht unmittelbar, könne aber das Auslösen verzögern. Die britische Werkstatt JFR Film warnt, dass die Spiegelmechanik irgendwann ganz festsitzen kann, und rät davon ab, einfach Öl hineinzusprühen. Sniggi’s Cameras behebt das Quietschen laut Preisliste für 29 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Eine Reinigung, bei der die Werkstatt auch ölt und Dichtungen sowie Spiegeldämpfer erneuert, kostet dort 169 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Ob eine Kamera mit Quietschen eine ganze Wartung braucht, erklärt unser Artikel „Braucht jede alte Kamera eine Wartung?“. Werkstätten in deiner Nähe findest du in unserer Übersicht der Reparaturwerkstätten.

Wenn die Dichtungen bröseln

Alle sechs Modelle haben Schaumstoffdichtungen an der Rückwand und den Spiegeldämpfer, einen Schaumstreifen, gegen den der Spiegel beim Auslösen schlägt. Nach über vierzig Jahren sind beide oft klebrig oder zerbröselt, wenn sie nicht schon einmal erneuert wurden. Undichte Rückwanddichtungen machen Lichtstreifen auf dem Film, und Reste des Spiegeldämpfers landen auf Mattscheibe und Spiegel. Den Wechsel kannst du selbst machen. Die Anleitungen auf iFixit schätzen ihn bei der AE-1 Program auf 15 bis 30 Minuten, bei der A-1 auf zwei bis drei Stunden. Wie das geht, zeigen wir in unserer Anleitung zum Wechsel der Lichtdichtungen, das Material gibt es bei uns als Set mit Werkzeug.

Die Klappe des Batteriefachs

An AE-1, AE-1 Program, A-1 und AT-1 sitzt das Batteriefach vorn neben dem Objektiv, bei A-1 und AE-1 Program verdeckt vom abnehmbaren Griff. Die kleine Nase, die die Klappe zuhält, bricht mit den Jahren ab, weil der Kunststoff spröde wird. Hält die Klappe nicht mehr, kann die Batterie den Kontakt verlieren. Manche ältere A-1 haben laut einem Reparaturbericht auf iFixit noch eine Klappe aus Metall. Sniggi’s tauscht die Klappe für 49 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. Wie du die Klappe selbst tauschst, erklären wir Schritt für Schritt in der Anleitung zum Ersatz der Batterieklappe. Eine Ersatzklappe im Zweierpack haben wir selbst entwickelt.

Canon AE-1 mit FD 28 mm, links neben dem Objektiv die neue schwarze Klappe des Batteriefachs

Kundenfoto aus einer Bewertung vom Oktober 2025: eine AE-1 mit unserer Ersatzklappe am Batteriefach.

Bei der AL-1 ist die Klappe der bekannteste Schwachpunkt. Sie sitzt unten im Griff und steht unter dem Druck der beiden Batterien. Mike Eckman war in seinem Test vom Quick Focus überzeugt und von dieser Klappe enttäuscht. Der Händler Grainlab bot im November 2026 eine AL-1 an, die sonst fast neuwertig war, aber eine defekte Klappe am Batteriefach hatte. Für die AL-1 haben wir eine eigene Ersatzklappe.

Wenn die A-1 tot scheint

Zeigt der Sucher einer A-1 nichts an, prüf zuerst den kleinen Schalter für die Sucheranzeige, mit dem sich die Ziffern abschalten lassen. Sind Auslöser und Filmtransport blockiert und erscheint im Sucher „EEEE EE“, kann das eine Fehlbedienung sein: Jemand hat die Abblendtaste benutzt und den Blendenring danach wieder auf „A“ gestellt. Die Anleitung beschreibt den Ausweg: Transporthebel ans Gehäuse zurücklegen, den Hebel für Mehrfachbelichtungen nach links drücken und neu spannen. Erst wenn das nicht hilft, ist es ein Fall für die Werkstatt. Wenn bei einer AE-1 der Belichtungsmesser arbeitet, die Kamera aber nicht auslöst, tippt die Werkstatt JFR Film auf den Auslösemagneten. Den kann eine Werkstatt reinigen oder ersetzen.

Was die Modelle gebraucht kosten

Für die Preise haben wir am 5. November 2026 auf Kleinanzeigen in der Kategorie Foto alle Anzeigen zu den sechs Modellnamen gesammelt, insgesamt 891. Ein Skript hat sie sortiert, eine Stichprobe haben wir von Hand geprüft. In die Tabelle eingegangen sind 372 einzelne Kameras mit Preis, mit oder ohne Objektiv. Sets, Zubehör und Angebote mit „defekt“, „ungetestet“ oder „quietscht“ haben wir weggelassen. Der Median ist der mittlere Preis: Die Hälfte der Angebote liegt darunter, die andere Hälfte darüber. Die Spalte „Mittlere Hälfte“ zeigt die Spanne, in der die mittlere Hälfte der Angebote liegt, je ein Viertel ist billiger oder teurer. Ganz rechts steht, was Händler mit Gewährleistung (Kamera Klinikum, Grainlab, Sniggi’s, Foto Gregor, Kamerastore) am 6. November 2026 verlangten.

Modell Kleinanzeigen, Median Mittlere Hälfte Angebote Händler mit Gewährleistung
A-1 180 € 140 bis 217 € 83 170 bis 459 €
AE-1 Program 160 € 125 bis 195 € 78 170 bis 429 €
AE-1 135 € 100 bis 173 € 148 199 bis 389 €
AV-1 95 € 75 bis 113 € 39 112 bis 199 €
AT-1 78 € 45 bis 113 € 20 140 € (ein Angebot)
AL-1 Einzelangebote um 75 bis 100 € 4 79 € (Batteriefach defekt)

Knapp zwei Drittel der Kameras werden mit Objektiv angeboten. Bei AE-1 und A-1 macht das Objektiv auf Kleinanzeigen kaum einen Preisunterschied, bei AE-1 Program, AV-1 und AT-1 sind es 10 bis 30 Euro. Am oberen Ende der Händlerspannen stehen vor allem Angebote mit Objektiv, teils als überholtes Paket mit Zubehör. Die AE-1 ist das häufigste Modell und die AL-1 das seltenste, für sie gibt es keinen belastbaren Mittelwert.

8. Wie fotografiert es sich mit der A-Serie?

Datenblätter sagen wenig darüber, wie sich eine Kamera in der Hand anfühlt. Die folgenden Bilder sind mit Kameras der A-Serie entstanden und stehen unter freien Lizenzen auf Wikimedia Commons. Dazu fassen wir zusammen, was Leute berichten, die mit den Modellen länger fotografiert haben.

A-1

Bäume am Fluss Great Ouse in Norfolk als Silhouette vor orangem Abendhimmel, aufgenommen mit einer Canon A-1 auf Kodak Ektar 100

Kamera: Canon A-1 · Objektiv: 28 mm f/2,8 · Film: Kodak Ektar 100 · Foto: Lewis Collard, frei mit Namensnennung (lewiscollard.com), via Wikimedia Commons

James Tocchio nennt die A-1 bei Casual Photophile die Vintage-Kamera für Leute, die moderne Kameras gewohnt sind. Ihm gefallen die vielen Belichtungsarten und die flüssige Bedienung. James Mitchell hat sie mit Kodak Tri-X im Nebelwald und in einer Werkstatt benutzt und lobt die zuverlässige Messung. Seine Kritik betrifft die manuelle Belichtung und undichte Dichtungen an seinem Exemplar (35mmc).

AE-1

Fährschiff Finlandia im Hafen von Helsinki 1981 unter blauem Himmel, Kodachrome-Dia aufgenommen mit einer Canon AE-1

Kamera: Canon AE-1 · Film: Kodachrome (Dia, 1981) · Foto: Acroterion, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Jean-Mathieu Saponaro hat seine geerbte AE-1 auf Roadtrips durch die USA mitgenommen und beschreibt sie bei 35mmc als handlich und leicht zu erlernen. Seine Bilder sind auf Kodak Portra 400 entstanden. Tocchio sieht sie in seiner Besprechung zwiespältiger: Das Fotografieren entschleunige, die manuelle Belichtung sei aber umständlich.

AV-1

Reiterstandbild der Jeanne d’Arc zwischen Bäumen, Schwarzweißfoto auf Fomapan 100 mit einer Canon AV-1

Kamera: Canon AV-1 · Objektiv: 50 mm, Blende 4, 1/500 s · Film: Fomapan 100 · Foto: S. Dudley, gemeinfrei, via Wikimedia Commons

Gestaltest du gern mit der Blende, wirst du die AV-1 mögen. Tocchio fasst es in einem Satz zusammen: „Shooting the Canon AV-1 is effortless and fluid.“ Morten Byskov hat die AV-1 nach Jahren wieder gekauft und mit Ilford HP5 Plus und Farbnegativfilm durch Vancouver getragen. Byskov beschreibt in seinem Bericht offen, dass zwei Filme für ein endgültiges Urteil nicht reichen.

AT-1

Alte Holzhütte unterhalb der Birkkarspitze im Karwendel vor hellen Felsen, Diafilm aufgenommen mit einer Canon AT-1 im Jahr 2001

Kamera: Canon AT-1 · Film: Farbdiafilm (2001) · Foto: © Heinrich Stürzl, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, Originaldatei

Eric Arnold hat nach Jahrzehnten wieder auf Film fotografiert: mit einer AT-1 und einem Kodak-Film mit ISO 200 ein Volkswagen-Treffen und seine Hunde. In seinem Bericht zeigt er auch die misslungenen Bilder: falsch scharf gestellte und im Gegenlicht unterbelichtete. Solche Fehlschläge gehören zur AT-1: Jeder Fehler ist deiner, und du lernst aus ihm.

Die beiden jüngsten Modelle

Für die AE-1 Program und die AL-1 haben wir auf Commons keine Bilder mit vollständigen Angaben zu Film und Objektiv gefunden. Andre Ritchie hat mit der Program und Kodak 400TX eine Tanzprobe fotografiert und zeigt die Bilder bei 35mmc. Ritchie fand das ruhige Arbeiten mit der Filmkamera ergiebiger als seinen früheren Versuch, die Bewegung mit der Digitalkamera einzufangen. Für die AL-1 lohnt der Test von Mike Eckman. Quick Focus hat er an spiegelnden Flächen ausprobiert, an Linien in verschiedenen Richtungen und an einem lichtschwachen 500-mm-Tele mit Blende 7. Die Anzeige lag nach seinem Bericht jedes Mal richtig. Alex Nevelychko empfiehlt die Fokushilfe bei EMULSIVE besonders Brillenträgern.

Wenn die Filme entwickelt sind, kannst du sie im Labor scannen lassen oder selbst mit einer Digitalkamera abfotografieren. Wie das geht, steht in unserem Guide zum Scannen mit der Digitalkamera. Welcher Film zu dir passt, klärt unser Ratgeber zum Filmkauf, und ein Labor in deiner Nähe findest du mit unserer Übersicht der Fotolabore.

9. Welche Kamera der A-Serie passt zu dir?

Nimm die … wenn …
A-1 du alle Belichtungsarten willst, Zeit und Blende im Sucher sehen möchtest oder lange Belichtungen bis 30 Sekunden planst. Für die meisten die beste Wahl.
AE-1 Program du einfach auslösen willst und die Kamera Zeit und Blende wählen soll, später aber auch selbst die Zeit vorgeben möchtest.
AE-1 du die Zeit selbst vorgibst und keine Programmautomatik brauchst oder schon eine AE-1 besitzt.
AV-1 du fast immer über die Blende gestaltest und auf manuelle Zeiten verzichten kannst.
AT-1 du Belichtung von Grund auf lernen willst und alles selbst einstellen möchtest. Das günstigste Modell.
AL-1 du im Sucher schlecht scharf stellst, etwa mit Brille, und die Klappe des Batteriefachs im Blick behältst.

Weiterlesen

Das meiste deutschsprachige Wissen zu den Canon-FD-Kameras steckt in den Foren: Fragen zu einer konkreten Kamera stellst du am besten im APHOG-Forum oder im Bilderforum, wo der Thread zur A-1 seit Jahren läuft. Einen bebilderten Vergleich der ganzen Serie auf Englisch hat Dmitri bei Analog.Cafe geschrieben, die Daten jedes Modells stehen im Canon-Kameramuseum. Ausführliche Einzeltests stammen von Casual Photophile (A-1, AE-1, AE-1 Program, AV-1, AL-1), CamerAgX (AT-1) und Mike Eckman (AL-1).

In eigener Sache: Alle Batterien für Canon-Kameras stehen in unserer Batterieübersicht.

Quellen

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