Mamiya Mittelformat: RB67, RZ67, C330, C220, 645 — welche passt zu dir?
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Titelbild: Eusebius — CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Mamiya steht im Schatten der bekannteren Namen. Wer über Mittelformat spricht, spricht meistens über Hasselblad oder Rolleiflex, und übersieht dabei, dass sich der japanische Hersteller vor keinem von beiden verstecken muss. Dazu kommt etwas, das die Sache für Einsteiger noch unübersichtlicher macht: Mamiya hat nicht eine Mittelformatkamera gebaut, sondern gleich vier vollständige Systeme, die außer dem Namen kaum etwas miteinander teilen.
Kein Wunder also, dass man als Neuling erst einmal ratlos davorsteht. Wer bei Kleinanzeigen „Mamiya“ eintippt, bekommt alle vier durcheinander serviert, mit Preisen zwischen 150 und 2.000 Euro und ohne jeden Hinweis darauf, worin sie sich eigentlich unterscheiden. Genau das sortiert dieser Guide, und zwar ohne eine davon zum Sieger zu erklären, denn die vier Systeme sind für sehr verschiedene Leute gebaut worden.
In eigener Sache, gleich hier oben: Wir stellen Zubehör für diese Kameras her, also Deckel, Adapter, Gegenlichtblenden und Ersatzteile, und haben damit ein wirtschaftliches Interesse daran, welche Kamera du kaufst. Deshalb steht der wichtigste Satz dieses Artikels am Anfang und nicht im Kleingedruckten: Für viele Einsteiger ist die RB67 die richtige Wahl, und zwar gerade weil sie ohne Batterie funktioniert. Sie braucht keinen Adapter, keine Zelle, nichts von uns. Wenn du am Ende dieses Artikels bei ihr landest, haben wir unsere Arbeit richtig gemacht.
Inhaltsverzeichnis
- Die vier Mamiya-Welten im Überblick
- Die Modelle im Detail, was sich wirklich unterscheidet
- Welche Mamiya läuft ohne Batterie weiter?
- Objektive: vier Bajonette, drei Verschlussgenerationen
- Rückteile, Magazine und Sucher
- Kaufcheckliste und was die Systeme 2026 kosten
- 6x7 digitalisieren
1. Die vier Mamiya-Welten im Überblick
Alle vier Systeme belichten denselben 120er Rollfilm, aber was sie daraus machen, ist so unterschiedlich, dass sich daran schon die halbe Kaufentscheidung entscheidet: Davon hängt ab, wie viele Bilder auf eine Rolle passen und wie schwer das Ganze am Ende wird.
RB67 — der Klotz
Mamiya RB67 mit dem 90-mm-Sekor. Foto aus unserem eigenen Bestand.
1970 vorgestellt und bis 2010 gebaut: ein Würfel mit Balgen vorn und einem Magazin hinten, das sich um 90 Grad drehen lässt, sodass Hoch- und Querformat möglich sind, ohne die Kamera zu kippen. Genau dafür steht das RB, kurz für Revolving Back. Die Verschlüsse sitzen in den Objektiven und werden über einen Hebel am Gehäuse gespannt, Elektronik gibt es nirgendwo. Mit 90-mm-Objektiv und 120er-Magazin kommt sie auf rund 2,7 Kilo, und damit ist auch klar, wofür sie gebaut wurde: nicht für den Spaziergang, sondern für das Stativ.
RZ67 — die modernisierte Variante
Mamiya RZ67. Foto aus unserem eigenen Bestand.
1982 nachgeschoben, mit demselben Prinzip, demselben Format und derselben Bedienlogik, aber mit einem Gehäuse aus Kunststoff über einem Metallrahmen, elektronisch gesteuerten Verschlüssen und einem Datenweg vom Objektiv zum Body. Damit werden Zeitautomatik über das Messprisma und Halbstufen bei den Verschlusszeiten möglich. Mit 110 mm und Magazin wiegt sie rund 2,4 Kilo, also spürbar, aber nicht dramatisch weniger als die RB67.
C220 und C330 — die zweiäugigen mit Wechselobjektiven
Mamiya C330 Professional mit dem 55-mm-Objektivpaar und aufgesetztem Prisma. Foto aus unserem eigenen Bestand.
Zweiäugige Spiegelreflexkameras gab es viele, aber solche mit Wechselobjektiven gab es fast nur von Mamiya, daneben lediglich Koni-Omegaflex und Contaflex, und beide sind selten. Bei der C-Serie kommt das Objektivpaar als Einheit ab, und weil scharfgestellt wird, indem die ganze Frontplatte auf einem Balgen nach vorn fährt, geht die Kamera näher ans Motiv als jede Rolleiflex: mit dem 80-mm-Objektiv bis auf etwa 30 Zentimeter. Das Format ist 6x6, das Gewicht liegt bei 1,7 Kilo für die C330 und gut ein halbes Kilo darunter für die C220.
645 — das handliche System
Mamiya 645 mit dem 80-mm-Sekor und Lichtschacht. Foto aus unserem eigenen Bestand.
Ab 1975 gebaut, mit Schlitzverschluss im Gehäuse, Objektiven ohne eigenen Verschluss sowie wechselbaren Suchern und, ab der zweiten Generation, wechselbaren Magazinen. Eine 645 Pro mit 80 mm, Magazin und Messprisma wiegt rund 1,55 Kilo, und das ist die Klasse, in der Mittelformat aufhört, ein Transportproblem zu sein. Dafür ist das Negativ mit 6x4,5 cm das kleinste der vier, was aber immer noch rund dem Zweieinhalbfachen einer Kleinbildaufnahme entspricht.
| System | Format | Bilder je 120er Rolle | Gewicht betriebsbereit | Batterie nötig? | Wofür gebaut |
|---|---|---|---|---|---|
| RB67 | 6x7 (auch 6x6, 6x4,5, 6x8) | 10 | ca. 2,7 kg | nein | Studio, Stativ, Porträt |
| RZ67 | 6x7 (auch 6x4,5) | 10 | ca. 2,4 kg | ja (4LR44) | Studio mit Zeitautomatik |
| C330 / C220 | 6x6 | 12 | 1,7 kg / ca. 1,3 kg | nein | Reportage, Nahbereich, Handbetrieb |
| 645 | 6x4,5 | 15 bis 16 | ca. 1,3 bis 1,6 kg | ja (4LR44 bzw. AA) | unterwegs, viele Bilder je Rolle |
Rechne in Bildern je Rolle, nicht in Zentimetern. Der Unterschied zwischen 10 und 16 Bildern pro Film klingt klein, macht im Alltag aber viel aus. Ein Wochenende mit der RB67 sind schnell fünf Rollen und damit fünfzig Bilder, während aus derselben Filmmenge mit der 645 achtzig werden. Wer die Filme selbst entwickelt, merkt den Unterschied an der Zeit im Bad, und wer sie ins Labor gibt, merkt ihn an der Rechnung.
Die deutsche Kurzfassung im Video
Wenn du wissen willst, wie sich der Klotz in der Hand anfühlt, bevor du 600 Euro ausgibst: ARS Analog hat die RB67 Pro S ausführlich auf Deutsch vorgestellt, inklusive der Frage, ob sie die günstigere Hasselblad-Alternative ist.
Video: „Mamiya RB 67 | Die große Hasselblad-Alternative“, Kanal ARS Analog
Und die Mamiya 7? Und die Press?
Zwei weitere Mamiya-Familien tauchen bei der Suche ständig auf, gehören aber nicht in diesen Vergleich, weil es keine Spiegelreflexkameras sind.
Die Mamiya 7 und 7II von 1995 beziehungsweise 1999 sind Messsucherkameras für 6x7: leicht, leise und mit Objektiven, die zum Besten gehören, was je für Mittelformat gerechnet wurde, und entsprechend teuer. Es gibt keinen Spiegel, keinen Balgen und keine Wechselmagazine, dafür bleibt das Ganze unter einem Kilo. Wer das Format will, aber trotzdem wandern gehen möchte, landet dort. Die Mamiya 6 ist das 6x6-Gegenstück mit einziehbarem Objektivtubus.
Mamiya Press, Super 23 und Universal sind dagegen Pressekameras der Sechziger mit Messsucher, Wechselobjektiven und Rollfilm- oder Polaroid-Rückteilen. Sie sind robust, schwer und im Vergleich zu allem anderen hier spottbillig, bringen aber eine eigene Zubehörwelt mit, die man erst einmal kennen muss.
2. Die Modelle im Detail — was sich wirklich unterscheidet
Innerhalb jeder Familie gibt es drei bis sieben Varianten, und die Unterschiede sind selten dramatisch. Ein paar davon entscheiden aber darüber, ob ein Objektiv passt oder ob dir eine zerbröselte Lichtdichtung den Film verdirbt. Hier sind die Punkte, die beim Kauf tatsächlich zählen.
RB67: Professional, Pro-S, Pro-SD
Die erste RB67 von 1970 kann alles, was die späteren können, ihr fehlen lediglich die Sicherheitsnetze: kein Fokus-Lock und keine Doppelbelichtungssperre. Die Pro-S von 1974 ergänzt beides und ist die Version, die einem auf dem Gebrauchtmarkt am häufigsten begegnet. Der eigentliche Sprung kommt mit der Pro-SD von 1990, deren Bajonett 61 statt 54 Millimeter misst, deren Magazine ohne Schaumstoff-Lichtdichtungen auskommen und an der als einziger die beiden Spätgeburten des Systems laufen, nämlich das 500 mm APO und das 75 mm Shift.
Für die Objektivsuche musst du dir vor allem eines merken: Die neueren K/L-Objektive passen an alle drei Gehäuse. An der Pro und der Pro-S sitzen sie direkt, an der Pro-SD muss hinten am Objektiv ein Ring abgenommen werden. Umgekehrt gilt die Einschränkung nur für die zwei L-Objektive von oben.
RZ67: Pro, Pro II, Pro IID
Zwischen der ersten und der zweiten Version liegen dreizehn Jahre, und man merkt es kaum. Die Pro von 1982 hat den elektronischen Verschluss von 8 s bis 1/400 s in ganzen Stufen. Die Pro II von 1993 ergänzt einen Feintrieb rechts an der Fokussiereinheit, Halbstufen bei den Zeiten und Zeitautomatik mit dem Messprisma. Die Pro IID von 2004 bringt eine eingebaute Schnittstelle für Digitalrückteile mit, und wer analog fotografiert, zahlt dafür ohne jeden Gegenwert, und zwar deutlich, wie der Preisvergleich weiter unten zeigt.
Wer eine RZ67 kauft, kauft deshalb in der Regel eine Pro oder eine Pro II, und im Nahbereich ist der Feintrieb der Pro II das spürbarste Argument für die neuere.
C-Serie: zwei Linien, nicht eine Reihe
Foto: DANYvanvee, gemeinfrei via Wikimedia Commons
Die C-Serie läuft von 1956 bis 1994 und teilt sich Mitte der Sechziger in zwei parallele Linien auf, die bis zum Schluss nebeneinander existieren:
- Die einfache Linie — Mamiyaflex C, C2, C3, C22, dann C220 (1968) und C220f (1982). Der Filmtransport läuft über einen Knopf, der Verschluss wird separat von Hand gespannt, und die Mattscheibe lässt sich nicht wechseln.
- Die komfortable Linie — C33, dann C330 (1969), C330f (1972) und C330s (1983). Hier gibt es eine Kurbel statt des Knopfes, der Verschluss spannt sich beim Transport mit, dazu kommen eine Doppelbelichtungssperre, eine automatische Parallaxenanzeige im Sucher und ein Zeiger, der bei Nahaufnahmen den Belichtungsverlängerungsfaktor mitanzeigt. Mattscheiben sind wechselbar.
Dass man an der C220 zwei Handgriffe statt einem braucht, ist im Alltag kein Drama, die fehlende Doppelbelichtungssperre dagegen schon eher. Dafür ist sie rund ein halbes Kilo leichter (das Gehäuse ohne Objektiv wiegt etwa 1.050 Gramm) und meistens deutlich billiger. Der Parallaxenzeiger der C330 wird genau dann wertvoll, wenn du den Balgen ausfährst, also bei der Disziplin, für die man diese Kamera überhaupt kauft.
Video: „Mamiya C330 compared to a Mamiya C220“, Kanal Romping Bronco. Beide Kameras nebeneinander, Bedienung im direkten Vergleich.
645: erste Generation Metall, zweite Generation modular
Foto: Jacopo188, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die erste Generation mit M645 ab 1975, M645 1000S ab 1976 und M645J ab 1979 besteht komplett aus Metall und ist dadurch kompakt und dicht. Wechselmagazine hat sie aber nicht, sondern nur herausnehmbare Filmeinsätze, sodass du zwar zwei Einsätze vorladen, mitten in der Rolle jedoch nicht den Filmtyp wechseln kannst. Die 1000S ergänzt gegenüber der M645 die 1/1000 s, einen Selbstauslöser und die Abblendtaste und ist damit innerhalb der ersten Generation die klar bessere Wahl, während die J die abgespeckte Variante ohne Spiegelvorauslösung ist.
Foto: Eric Gaba (Sting), CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons
Die zweite Generation mit 645 Super ab 1985, 645 Pro ab 1993 und 645 Pro TL ab 1997 hat eine Kunststoffschale auf einem Metallrahmen und echte Wechselmagazine mit Dunkelschieber. Damit wird das System erst zu dem, was seinen Ruf begründet hat: Body, Sucher, Magazin und Griff sind frei kombinierbar. Zwischen Pro und Pro TL liegt praktisch nur die TTL-Blitzmessung mit passenden Metz-Geräten. Die 645E von 2000 ist die Sparversion mit fest verbautem Messprisma und festem Filmfach, also leicht und günstig, aber ohne die Modularität, für die man sonst hierher kommt.
Video: „Mamiya 645 Super, Pro and Pro TL cameras“, Kanal Jonathan Harris at Worldwide Camera Exchange. Die drei Gehäuse der zweiten Generation nebeneinander erklärt.
Die Autofokus-Modelle ab 1999, also 645AF, AFD, AFD II, AFD III, DF und DF+, sind ein Kapitel für sich. Sie nehmen die alten Objektive zwar an, messen mit ihnen aber nur bei Arbeitsblende, und ihr Wert liegt heute vor allem darin, dass Phase-One-Digitalrückteile daran passen. Für den analogen Einstieg sind sie die falsche Abzweigung.
| Modell | Baujahre | Format | Verschluss | Wechselmagazin | Das Entscheidende |
|---|---|---|---|---|---|
| RB67 Professional | ab 1970 | 6x7 | Zentralverschluss im Objektiv, 1 s–1/400 s + T | ja, drehbar | ohne Fokus-Lock und Doppelbelichtungssperre |
| RB67 Pro-S | ab 1974 | 6x7 | wie oben | ja, drehbar | die meistverkaufte Version, guter Standard |
| RB67 Pro-SD | ab 1990 | 6x7 | wie oben | ja, drehbar | 61-mm-Bajonett, Magazine ohne Schaumdichtung |
| RZ67 Pro | ab 1982 | 6x7 | elektronisch im Objektiv, 8 s–1/400 s | ja, drehbar | leichter als RB, aber batterieabhängig |
| RZ67 Pro II | ab 1993 | 6x7 | wie oben, Halbstufen | ja, drehbar | Feintrieb am Balgen, Zeitautomatik |
| RZ67 Pro IID | ab 2004 | 6x7 | wie Pro II | ja, drehbar | Schnittstelle für Digitalrückteile |
| C220 / C220f | 1968 / 1982 | 6x6 | im Objektiv, je nach Generation bis 1/400 s oder 1/500 s | nein | leicht, günstig, Verschluss von Hand spannen |
| C330 / f / s | 1969 / 1972 / 1983 | 6x6 | wie oben | nein | Kurbel, Selbstspannung, Parallaxenanzeige |
| M645 / 1000S / J | 1975 / 1976 / 1979 | 6x4,5 | Schlitzverschluss im Body, bis 1/500 bzw. 1/1000 s | nein, nur Filmeinsätze | Ganzmetall, kompakt, Film nicht wechselbar |
| 645 Super / Pro / Pro TL | 1985 / 1993 / 1997 | 6x4,5 | Schlitzverschluss im Body, bis 1/1000 s | ja | voll modular, Pro TL zusätzlich TTL-Blitz |
| 645E | ab 2000 | 6x4,5 | wie oben | nein | leichte Sparversion, Sucher fest verbaut |
Wenn du tiefer einsteigen willst: Die englischsprachige Wikipedia führt die Modellhistorien sauber und mit Quellen — RB67, RZ67, C-Serie und 645. Für die C-Serie lohnt sich zusätzlich die Systemübersicht von Thomas Eisl, die alle Gehäuse und Objektive samt Kompatibilitäten durchgeht. Und die Originalanleitungen liegen alle bei Butkus, kostenlos und mit der Bitte um eine kleine Spende an den Betreiber.
3. Welche Mamiya läuft ohne Batterie weiter?
Foto: THomas Hebert, CC BY 2.0 via Wikimedia Commons
An diesem Punkt liegen die vier Systeme am weitesten auseinander, und in den meisten Kaufberatungen geht er unter, weil er erst auffällt, wenn man draußen steht und nichts mehr geht.
| System | Ohne Batterie | Was das praktisch heißt |
|---|---|---|
| RB67 (alle) | läuft komplett weiter | Kein Batteriefach am Gehäuse. Verschluss, Transport, Spiegel, alles mechanisch. Nur motorisierte Magazine und Messsucher brauchen Strom. |
| C220 / C330 (alle) | läuft komplett weiter | Ebenfalls kein Batteriefach. Strom braucht nur der CdS-Porrofinder, wenn du ihn benutzt. |
| RZ67 (alle) | steht still bis auf eine Notzeit | Elektronischer Verschluss. Fällt die Zelle aus, bleibt eine mechanische Notlaufzeit von 1/400 s, genug, um eine Rolle in hellem Licht zu retten, mehr nicht. |
| 645 Manuellfokus | steht komplett still | Elektronisch gesteuerter Schlitzverschluss ohne mechanische Rückfallebene. Leere Zelle heißt: kein Bild. |
Das ist ein echtes Kaufargument und kein Detail. Wer im Winter draußen fotografiert, wer selten fotografiert und die Kamera dann monatelang im Schrank hat, oder wer schlicht keine Lust auf eine weitere Sache hat, die leer werden kann, ist mit einer RB67 oder einer C330 gut bedient. Beide verkaufen uns nichts, weil es für sie schlicht keinen Batterieadapter gibt.
Welche Zelle in welches Modell gehört, steht vollständig auf unserer Batterie-Übersicht für Mamiya, dort mit passendem Adapter und Originalanleitung je Modell. Die Kurzfassung: RZ67 Pro, Pro II und Pro IID laufen ebenso wie alle manuellen 645, also 1000S, J, Super, Pro, Pro TL und E, mit einer 4LR44 beziehungsweise 4SR44, und damit alle mit derselben 6-Volt-Zelle. Die Autofokus-Modelle brauchen eine 2CR5 (645AF) oder sechs AA-Zellen (AFD-Familie), und die Mamiya 7 und 7II nutzen ebenfalls die 4LR44.
Wenn du bei einem der 4LR44-Modelle gelandet bist, hast du zwei Wege. Die Originalzelle gibt es als Blockbatterie, sie ist aber teuer und nicht überall zu bekommen. Vier gewöhnliche SR44- oder LR44-Knopfzellen ergeben dieselben 6 Volt, sobald sie in einer Passhülse stecken: Silberoxid (SR44) hält die Spannung stabiler, was Belichtungsmesser und Verschlusszeiten zugutekommt, während du Alkaline (LR44) zur Not in jeder Drogerie bekommst.
V28PX Batterieadapter — für RZ67, 645 und Mamiya 7
Kaltschuh mit Libelle für den seitlichen Zubehörschuh
Messen ohne eingebauten Belichtungsmesser
Die Kehrseite der Batteriefreiheit ist, dass RB67 und C-Serie im Gehäuse überhaupt nichts messen. Dafür hast du drei Wege. Ein externer Handbelichtungsmesser ist der genaueste und funktioniert an jeder Kamera. Ein Messsucher, das CdS-Prisma für die RB, der CdS-Porrofinder für die C, misst durchs Objektiv, kostet gebraucht zwischen 60 und 250 Euro und braucht dann doch wieder eine LR44. Und dann gibt es noch den Weg, den viele TLR-Nutzer tatsächlich gehen, nämlich die Belichtungsmesser-App auf dem Handy, mechanisch an die Kamera geklemmt.
Video: „The best light meter hack for the Mamiya C330“, unser eigener Kanal Ausgeknipst. Dreißig Sekunden, in denen der seitliche Zubehörschuh der C330 endlich nützlich wird.
Eine Einordnung noch dazu: Warum alte Belichtungsmesser mit modernen Zellen oft danebenmessen, hat mit Quecksilber zu tun, und dazu haben wir einen eigenen Artikel — Probleme und Lösungen bei der Stromversorgung analoger Kameras. Für die Mamiya-Modelle in diesem Artikel spielt das allerdings keine Rolle, weil sie von vornherein für 6-Volt-Zellen gebaut wurden, die es bis heute unverändert gibt.
4. Objektive: vier Bajonette, drei Verschlussgenerationen
Hier liegt die häufigste Fehlinvestition beim Mamiya-Einstieg. Die vier Systeme teilen sich kein einziges Objektiv, und innerhalb der C-Serie passen nicht einmal Deckel und Filter von einem Objektiv aufs nächste. Ein paar Grundregeln ersparen dir teure Irrtümer.
RB67: Sekor C und K/L
Foto: Vitaly baranov, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Jedes RB-Objektiv trägt seinen eigenen mechanischen Zentralverschluss samt Zeitenring, gespannt wird am Gehäuse und ausgelöst wahlweise am Gehäuse oder direkt am Objektiv. Die älteren Sekor C sind gut, die späteren K/L optisch mit den RZ-Rechnungen identisch und dabei oft günstiger als ihre RZ-Geschwister.
Die Regel, die man sich merken muss, geht nur in eine Richtung: RB-Objektive laufen an der RZ67, dort im sogenannten L-Modus, weil sie ihre Zeit selbst regeln, aber RZ-Objektive laufen nicht an der RB67. Ihnen fehlt der mechanische Zeitenring, denn die Zeit steckt in der Elektronik des RZ-Gehäuses. Wer beide Systeme im Blick hat, kauft deshalb RB-Glas.
RZ67: Sekor Z
Elektronischer Zentralverschluss im Objektiv, die Zeit wird am Gehäuse eingestellt. Die Palette reicht vom 37-mm-Fisheye bis 500 mm, und das 110 mm f/2,8 ist das kleinste und lichtstärkste der Reihe und gilt als das Porträtobjektiv des Systems. Für Landschaft greifen viele zum 50 mm oder 65 mm, die es beide in einer späteren Version mit Floating-Element gibt, das im Nahbereich deutlich zulegt.
C-Serie: das Objektiv bringt den Verschluss mit — und die Stolperfalle
Foto: pluzz, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons
Sucher- und Aufnahmeobjektiv sitzen auf einer gemeinsamen Platte und kommen als Paar ab, während eine Klappe im Gehäuse verhindert, dass dabei Licht auf den Film fällt, du kannst also mitten in der Rolle wechseln. Sieben Brennweiten gab es: 55, 65, 80, 105, 135, 180 und 250 mm.
Die Verschlüsse kamen in drei Generationen, und daran hängt mehr als nur die kürzeste Zeit:
- Erste Chrom-Serie, Seikosha-MX — 1 s bis 1/400 s.
- Zweite Chrom-Serie, Seikosha-S — 1 s bis 1/500 s plus B.
- Schwarze Serie, Seiko, die jüngsten, mit größeren Frontdurchmessern.
Chrom und Schwarz haben verschiedene Durchmesser, und das ist der häufigste Rückläufer, den wir im Mamiya-Bereich sehen. Ein Objektivdeckel oder Filteradapter, der auf ein schwarzes 80 mm f/2,8 passt, passt nicht auf die Seikosha-Version desselben Objektivs, weil dort der Tubus schmaler ist. Außerdem spannt nicht jedes Objektiv an jedem Gehäuse automatisch mit. Bevor du Zubehör bestellst, schau also nach, ob dein Objektiv chrom oder schwarz ist und welcher Verschlussname vorn im Ring steht.
Doppeldeckel für die schwarzen Sekor (55, 80, 105 D/DS, 135 mm)
Doppeldeckel für die Seikosha-Versionen (80 mm, 105 mm)
Klemm-Gegenlichtblende für C330 und C220 (55 bis 250 mm)
Prisma-Adapter: Kiev-88-Sucher an C330 und C220
645: Schlitzverschluss im Gehäuse — mit einer Blitzfalle
Bei der 645 sitzt der Verschluss im Body und die Objektive sind reine Optiken, was sie leichter und billiger macht, aber ein Problem mitbringt: Die erste Generation blitzt nur bis 1/60 s synchron. Wer draußen aufhellen will, braucht dafür eines der wenigen Objektive mit eingebautem Zentralverschluss, die bis 1/500 s synchronisieren, einen eigenen Blitzanschluss haben und verlangen, dass der Gehäuseverschluss auf 1/30 s oder länger steht.
Die Kürzel auf den Objektiven sind schnell erklärt: C steht bei allen manuellen 645-Objektiven für mehrfachvergütet, N für die neuere Bauform ab der zweiten Gehäusegeneration, und A oder APO für apochromatische Rechnungen. Alle manuellen Objektive passen auf alle manuellen Gehäuse und auch auf die Autofokus-Bodies, dort dann mit Arbeitsblendenmessung.
Was Objektive 2026 wirklich kosten: Ein Stichprobenblick auf das Lager von Kamerastore im August 2026, also geprüfte Ware mit Garantie, ergibt 168 Euro für das 80 mm f/2,8 Sekor C der 645, 417 Euro für das 110 mm f/2,8 Sekor C, 129 bis 139 Euro für das 127 mm f/3,8 Sekor C der RB und 179 bis 249 Euro für das 180 mm f/4,5 derselben Reihe. Bei den RZ-Objektiven liegt das 180 mm f/4,5 Sekor Z bei 174 bis 275 Euro, das begehrte 110 mm f/2,8 Sekor Z W dagegen bei 519 bis 799 Euro. Privat auf Kleinanzeigen und eBay zahlst du erfahrungsgemäß dreißig bis vierzig Prozent weniger, dafür ohne Prüfung und ohne Rückgaberecht.
Zum Einstieg in die C-Serie ist der beste Überblick übrigens ein englisches Video: Dan Bullman geht Bedienung, Objektivwechsel und Nahbereich der C330 in einem Rutsch durch.
Video: „MAMIYA C330 Review and Tutorial, The Most Versatile TLR of All-Time“ — Kanal Dan Bullman Photography
5. Rückteile, Magazine und Sucher
Foto: Vitaly baranov, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Wechselmagazine sind das Argument, mit dem Mittelformat gegen Kleinbild antritt, weil du mitten in der Rolle von Schwarzweiß auf Farbe wechseln kannst, ohne den Film zu opfern. Nur teilen sich die vier Mamiya-Systeme diese Fähigkeit nicht gleichmäßig.
| System | Verfügbare Rückteile | Mitten in der Rolle wechseln? | Typischer Schwachpunkt |
|---|---|---|---|
| RB67 | 6x7, 6x6, 6x4,5, 6x8, 70 mm, Polaroid, Motormagazine | ja, per Dunkelschieber | Schaumdichtungen der Pro- und Pro-S-Magazine zersetzen sich |
| RZ67 | 6x7, 6x4,5, Polaroid, Quadra 72 (4x5), RB-Magazine per G-Adapter | ja, per Dunkelschieber | vergleichsweise wenige; die II-Magazine haben ein zweites Zählwerk |
| C220 / C330 | keine Wechselmagazine, aber abnehmbare Rückplatte für Planfilm | nein | Andruckplatte muss für 220er Film umgestellt werden |
| 645, 1. Generation | nur Filmeinsätze (120 und 220) | nein | Einsätze werden gern einzeln verkauft und sind dann schwer zu finden |
| 645, 2. Generation | echte Magazine 120 und 220, Polaroid | ja, per Dunkelschieber | Dunkelschieber fehlt oft im Gebrauchtangebot |
Der wichtigste Satz in dieser Tabelle steht in der ersten Zeile. RB67-Magazine der Pro- und Pro-S-Generation dichten mit Schaumstoff ab, und Schaumstoff aus den Siebzigern ist heute Krümel. Wenn ein günstiges RB-Angebot streifige Negative liefert, liegt es fast immer daran und fast nie an der Kamera, während die Pro-SD-Magazine das Problem konstruktiv gelöst haben. Wie du eine Dichtung selbst tauschst, steht in unserer Anleitung zum Lichtdichtungswechsel.
Video: „How to load and unload a Mamiya RB67 back/film magazine“, Kanal Valentin Ahles Photography. Das Einlegen ist bei RB und RZ nahezu identisch.
Sucher: der billigste Weg zu mehr Komfort
Alle vier Systeme nehmen verschiedene Sucher an, und serienmäßig liegt fast immer der Lichtschacht bei, der zwar ein seitenverkehrtes Bild zeigt, dafür aber leicht und hell ist. Darüber gibt es Lupensucher (Chimney), Prismen und Messprismen. Preislich ist das der günstigste Hebel im ganzen System: Bei Kamerastore lagen im August 2026 ein CdS-Prisma bei 61 Euro, ein PD-Prisma bei 72 Euro und ein Chimney-Sucher bei 112 Euro, und nur das FE701-AE-Prisma für die RZ67 kostete 239 Euro.
Für die C-Serie gibt es einen Sonderweg. Der originale Porrofinder ist selten und teuer, während TTL-Prismen für die Kiev 88 in Mengen zu haben sind. Mit dem passenden Adapter kommen sie an die C330 und C220, und sie bringen dabei eine Belichtungsmessung mit, die diese Kameras ab Werk nie hatten.
Formatwechsel und der Kleinbild-Trick
An RB67 und RZ67 kannst du mit einem 6x4,5-Magazin auf 16 Bilder je Rolle wechseln. Bei der RB67 gibt es dabei einen Haken, denn der Sucher zeigt weiterhin das volle 6x7-Feld, sodass du an den Rändern blind komponierst. Dagegen gibt es Suchermasken, die auf die Mattscheibe gelegt werden.
Der andere Weg geht in die entgegengesetzte Richtung: 35-mm-Film in eine Mittelformatkamera. Weil das Bildfenster breiter ist als der Kleinbildfilm, wird die Perforation mitbelichtet, und heraus kommt ein Panoramaformat mit sichtbaren Sprocket Holes, für das man sonst eine eigene Kamera kaufen müsste.
Suchermaske 6x4,5 für die RB67
35-mm-Film im 120er-Magazin: Panorama mit Perforation
Magazinabdeckung RB67 — schützt die Dichtflächen in der Tasche
Magazinabdeckung RZ67 Pro und Pro II
6. Kaufcheckliste und was die Systeme 2026 kosten
Foto: Rémi Kaupp, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons. So weit fährt der Balgen einer C-Serie aus, und genau diesen Zustand solltest du beim Kauf prüfen.
Drei der vier Systeme fokussieren über einen Balgen, und alle vier arbeiten mit Verschlüssen, die fünfzig Jahre alt sein können. Die folgende Liste ist nach Häufigkeit sortiert, oben steht also, was am ehesten kaputt ist.
- Balgen im Dunkeln durchleuchten. Balgen ganz ausfahren, eine Taschenlampe hineinhalten, Licht aus, jeder Lichtpunkt in den Falten ist ein Loch. Das gilt bei RB67, RZ67 und der C-Serie gleichermaßen, und es ist reparierbar, aber nichts, was man erst zu Hause merken will.
- Verschluss auf allen Zeiten hören. Zentralverschlüsse verharzen mit dem Alter. Eine Sekunde muss deutlich hörbar ablaufen und 1/400 s muss knallen; klebt die Lamelle bei den langen Zeiten oder bleibt sie ganz offen, ist eine Reinigung fällig. Bei der RZ67 legst du vorher eine 4LR44 ein, sonst prüfst du nur die Notlaufzeit.
- Blendenlamellen auf Öl prüfen. Ein Ölfilm auf den Lamellen macht den Verschluss über kurz oder lang träge, und du erkennst ihn als Glanz, wenn du gegen das Licht durch das Objektiv schaust.
- Magazine ernst nehmen. Ist der Dunkelschieber dabei, zählt das Werk sauber und stellt es beim Öffnen zurück? Bei RB67 Pro und Pro-S kommt die Frage nach den Schaumdichtungen dazu. Ein Magazin kostet gebraucht 225 bis 330 Euro und ist damit bei manchen Angeboten mehr wert als die halbe Kamera.
- Objektiv gegen den Himmel prüfen. Achte auf Trübung, Pilz und aufgelösten Kitt zwischen den Linsen. Staub ist unkritisch, Pilz ist es nicht.
- Schaumstoff am Spiegelkasten und unter der Mattscheibe. Zersetzt er sich, landen die Krümel auf dem Spiegel und im Sucher.
- Bei RB und RZ: Dreht der Revolving Adapter sauber? Er muss in Quer- und Hochformat spürbar einrasten, und die Rahmenlinien im Sucher müssen mitwandern.
- Bei der C-Serie: Zeigen beide Objektive dasselbe? Stell auf ein Motiv scharf und prüfe, ob die Entfernungsskala plausibel ist, denn Sucher- und Aufnahmeobjektiv sind ab Werk aufeinander abgestimmt und ein getauschtes Einzelobjektiv kann das durcheinanderbringen. Teste außerdem, ob die Lichtklappe beim Objektivwechsel sauber schließt.
- Bei der 645: Batterie mitbringen. Ohne Zelle kannst du an einer 645 gar nichts prüfen, und eine 4LR44 für zwei Euro in die Tasche zu stecken, bevor man 400 Euro ausgibt, ist die günstigste Versicherung dieses Artikels.
- Vollständigkeit zählen. Lichtschacht, Gehäusedeckel, Objektivdeckel, Kurbel oder Griff, Dunkelschieber, einzeln nachgekauft summiert sich das schnell auf hundert Euro und mehr.
Was das kostet — eine Momentaufnahme
Preise für gebrauchtes Mittelformat schwanken stark, deshalb steht hier keine erfundene Spanne, sondern ein datierter Blick ins Lager eines geprüften Händlers. Alle Zahlen stammen aus dem Angebot von Kamerastore im August 2026, also geprüfte Ware mit Garantie und damit das obere Ende des Marktes.
| Angebot | Preis (August 2026) |
|---|---|
| Mamiyaflex C2 / C3 / C33 (frühe TLR, Gehäuse mit Objektiv) | 115 bis 194 EUR |
| Mamiya C330 Professional S | 599 EUR |
| RB67 Professional + Lichtschacht | 599 bis 644 EUR |
| RB67 Pro-SD + Lichtschacht | 979 bis 1.049 EUR |
| RB67 Pro-S + 6x7-Magazin + Lichtschacht | 1.099 EUR |
| RB67 Pro-S + 90 mm + Magazin + Lichtschacht | 1.299 EUR |
| RZ67 Professional + Magazin + Lichtschacht | 1.196 EUR |
| RZ67 Professional II + Lichtschacht | 1.218 EUR |
| RZ67 Pro IID + Lichtschacht | 1.929 bis 1.948 EUR |
| Mamiya M645 Super (Gehäuse) | 499 EUR |
| 645 Pro + Magazin + 80 mm + AE-Prisma + Griff | 1.416 EUR |
| Rollfilmmagazin RB67 6x7 (Pro / Pro-S) | 249 / 329 EUR |
| Rollfilmmagazin RZ67 6x7 (Pro / Pro II) | 225 / 279 bis 299 EUR |
| Sucher: CdS-Prisma / PD-Prisma / Chimney / FE701 AE | 61 / 72 / 112 / 239 EUR |
Zwischen Pro IID und Pro II liegen knapp 700 Euro für eine Digital-Schnittstelle, und wer analog fotografiert, bekommt dafür exakt nichts. Dieselbe Logik gilt eine Stufe tiefer: Zwischen einer RB67 Professional von 1970 und einer Pro-SD von 1990 liegen rund 400 Euro, und der Aufpreis lohnt sich, wenn du die Magazine ohne Schaumdichtung willst, nicht, weil die alte Kamera schlechter fotografiert.
Privat, also über Kleinanzeigen oder eBay, liegen die Preise erfahrungsgemäß dreißig bis vierzig Prozent darunter, dafür kaufst du ungeprüft. Wie du beim privaten Gebrauchtkauf systematisch vorgehst, haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschrieben: Gebrauchte Analogkamera kaufen, wo suchen, was prüfen, was zahlen.
Wenn doch etwas defekt ist
Zentralverschlüsse und Balgen sind Handwerk und keine Elektronik, weshalb sich vieles davon reparieren lässt, und zwar zu Preisen, die im Verhältnis zum Kamerawert stehen. Wir pflegen eine Übersicht von Reparaturwerkstätten in Deutschland und international, in der du nach Umkreis filtern kannst. Und bevor du eine Kamera zur Generalüberholung gibst, lies unseren Artikel Braucht jede „kaputte“ Analogkamera ein CLA?, denn oft ist das Problem kleiner als der Kostenvoranschlag.
Zwei ehrliche Meinungen von außen
Willem Verbeeck begründet in seinem Video, warum die RZ67 für ihn die beste Mittelformatkamera ist, und nennt dabei auch die Punkte, an denen sie im Alltag nervt.
Video: „The Best Medium Format Film Camera, Mamiya RZ67 Review“ — Kanal Willem Verbeeck
Und wer wissen will, wie sich der Einstieg mit der 645 anfühlt, wenn man vorher nie analog fotografiert hat: Baris Yener hat genau das auf Deutsch dokumentiert, mit einer M645 und einem Film, den es heute nicht mehr gibt.
Video: „Zum ersten Mal Analogfotografie, Mamiya M645 + Fuji PRO 400H im Test“ — Kanal Baris Yener
Die Kurzantwort auf „welche denn nun“
| Wenn das auf dich zutrifft | Nimm | Warum |
|---|---|---|
| Du fotografierst am Stativ, Porträt oder Stillleben, und willst das größtmögliche Negativ zum kleinsten Preis | RB67 Professional oder Pro-S | günstigster echter 6x7-Einstieg, keine Elektronik, keine Batterie |
| Du willst 6x7 und Zeitautomatik, arbeitest im Studio und trägst die Kamera selten weit | RZ67 Pro oder Pro II | schnellere Bedienung, Halbstufen, AE-Prisma; Batterie ist Pflicht |
| Du fotografierst aus der Hand, willst nah ran und magst quadratische Bilder | C330 (oder C220, wenn leicht und günstig zählt) | Wechselobjektive am TLR, Balgen für den Nahbereich, kein Strom nötig |
| Du willst Mittelformat mitnehmen, viele Bilder je Rolle und ein Gehäuse, das sich vertraut anfühlt | 645 Super, Pro oder Pro TL | leichtestes System, modular, 15 bis 16 Bilder je Rolle |
| Du willst 6x7 und wandern gehen, und Geld ist nicht das Thema | Mamiya 7 oder 7II | unter einem Kilo, herausragende Objektive, aber kein Spiegel, kein Nahbereich |
7. 6x7 digitalisieren
Ein 6x7-Negativ hat rund die viereinhalbfache Fläche einer Kleinbildaufnahme, und genau deshalb tut man sich diese Kameras überhaupt an. Ob von diesem Vorsprung am Ende etwas ankommt, entscheidet sich allerdings erst beim Digitalisieren.
Drei Wege stehen offen. Das Labor scannt beim Entwickeln mit, meist auf einem Noritsu oder Frontier, und für die meisten ist das der beste Startpunkt, weil außer dem Aufpreis nichts dazukommt; welches Labor was liefert, steht in unserer Übersicht der Filmlabore im deutschsprachigen Raum. Ein Flachbettscanner mit Durchlichteinheit ist der langsame, aber günstige Weg. Und das Abfotografieren mit einer Digitalkamera ist inzwischen der schnellste und in der Auflösung überlegene Weg, vorausgesetzt, der Film liegt plan.
Genau daran hängt bei 120er Film alles, denn ein 61,5 Millimeter breiter Streifen wellt sich stärker als ein Kleinbildstreifen, und jede Wölbung kostet Schärfe an den Rändern. Wie die verschiedenen Halter dieses Problem lösen, haben wir in einem eigenen Vergleich durchgemessen, inklusive der Konkurrenz: Film Scanner Vergleich 2026 — Negative Supply, Valoi, pixl-latr und andere im Überblick. Und wenn du wissen willst, wie ein solches Setup überhaupt aufgebaut wird, zeigt dieses Video den kompletten Ablauf.
Video: „Complete DSLR Film Scanning Setup: Copy Stand, Film Holders & Light Source Explained“, unser eigener Kanal Ausgeknipst
Film Scanner Set für 120 — 6x4,5 bis 6x9, ohne Glas
Entwicklungsspule für 70-mm-Film (RB67-Langmagazine)
Falls du erst beim Film stehst und noch nicht bei der Kamera: Welcher 120er Film wofür taugt, steht in Analogfilm kaufen, welcher Film, welche ISO, welches Format.
Fazit
Wenn du bis hierher gelesen hast und immer noch schwankst, hilft eine einzige Frage weiter: Willst du die Kamera tragen oder aufstellen? Wer sie aufstellt, nimmt eine RB67 und ärgert sich nie über eine leere Batterie, wer sie trägt, nimmt eine 645 oder eine C220 und ärgert sich nie über das Gewicht. Die RZ67 ist die richtige Antwort für alle, die im Studio arbeiten und die Zeitautomatik wirklich benutzen, und die C330 für alle, die nah ran wollen und dafür gern zwei Objektive gleichzeitig durchs Bajonett schieben.
Viel falsch machen kannst du bei keiner davon, denn das Negativ ist bei allen vier groß genug, um den Unterschied zu Kleinbild sofort zu sehen.
Weiterlesen und weiterfragen
Erfahrungsberichte, die tiefer gehen als jede Kaufberatung: Anton McCloud über die Suche nach der perfekten 6x6 auf 35mmc, der komplette RZ67-Systemüberblick auf EMULSIVE, die C220 im Langzeittest bei 50mmF2, der RB67-gegen-RZ67-Vergleich von Brooklyn Film Camera und die 1000S bei Beyond the Aperture. Wenn du eine konkrete Frage zu einem Modell hast, ist r/AnalogCommunity die Anlaufstelle, an der am schnellsten jemand antwortet.
Und in eigener Sache zum Schluss: Welche Batterie dein Modell braucht, steht auf unserer Batterie-Übersicht für Mamiya, und wenn du beim Digitalisieren nicht weißt, welches Set zu dir passt, beantwortet der Film Scanner Finder das in drei Fragen.