Welche Nikon F3 hast du? Varianten, Batterie und Zubehör im Überblick
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Titelbild: Nikonmania, CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Im Karton vom Dachboden liegt eine schwarze Nikon mit einer roten Linie am Griff, und der Auslöser bleibt stumm. Bevor du die F3 als defekt abschreibst: Oft ist nur die Batterie leer, und selbst dann löst ein kleiner Hebel vorn am Bajonett den Verschluss noch mechanisch aus. Danach lohnt ein Blick nach oben. Sitzt ein Blitzschuh auf dem Sucher und spürt dein Zeigefinger einen auffällig hohen Auslöser, hältst du eine Press-F3, meist die F3P, für die Sammler deutlich mehr zahlen und der Nikon ausgerechnet den Selbstauslöser gestrichen hat. Dieser Ratgeber hilft dir, deinen Fund einzuordnen, bevor du ihn verschenkst oder unnötig reparieren lässt.
Du suchst nur die Batterie? Die F3 nimmt zwei Knopfzellen SR44 oder LR44 oder eine Lithiumzelle CR1/3N. Was ohne Batterie noch geht, steht in Kapitel 3.
Inhaltsverzeichnis
- Welche F3 liegt vor dir?
- Was die F3 anders macht als F2 und FM2
- Welche Batterie braucht die F3, und was geht ohne?
- Sucher und Mattscheiben tauschen
- Brauchst du den Motor MD-4?
- Wo kommt bei der F3 der Blitz hin?
- Worauf du beim Kauf achtest und was eine F3 kostet
- Weiterlesen
1. Welche F3 liegt vor dir?
Nikon stellte die F3 im März 1980 vor und hielt sie über zwanzig Jahre im Programm; ein Datenblatt vom Januar 2001 führt sie noch. In dieser Zeit kamen sechs Serienvarianten und eine Handvoll Sondermodelle dazu. Fast alle erkennst du an zwei Stellen: am Schriftzug vorn über dem Handgriff mit der roten Linie und am Sucher. Bei der Titan-Version und der Limited hilft zusätzlich die Seriennummer, weil Nikon ihr einen Buchstaben vorangestellt hat.
| Modell | Ab | Woran du sie erkennst | Was sie anders macht |
|---|---|---|---|
| F3 | 1980 | „F3“ vorn, Sucher DE-2 ohne Zusatz neben „Nikon“ | Grundmodell, Sucherbild 0,8-fach vergrößert |
| F3HP | 1982 | „F3“ vorn, höherer Sucher DE-3 mit „HP“ neben „Nikon“ | ganzes Sucherbild auch mit Brille, dafür 0,75-fach |
| F3/T | 1982 | „F3/T“ vorn, Seriennummer mit T, champagnerfarben oder schwarz | Deckkappen, Boden, Rückwand und Prismenhaube aus Titan |
| F3P | um 1983 | Blitzschuh oben auf dem Sucher, höheres Zeitenrad | Pressemodell, einige Funktionen gestrichen |
| F3AF | 1983 | „F3AF“ vorn, klobiger Sucher DX-1 | Autofokus mit zwei eigenen Objektiven |
| F3 Limited | Mitte der 1990er | „Limited“ hinter „F3“, Seriennummer mit L | japanische Sonderserie, technisch eine F3P |
| F3H | 1996 | „F3H“ vorn, meist mit Motor MD-4H | feststehender Spiegel, rund 13 Bilder pro Sekunde |
Wer die Varianten lieber nebeneinander sieht als in einer Tabelle: Im folgenden Video legt ein Sammler fast alle auf den Tisch, von der normalen F3 über beide Titan-Farben bis zur F3AF.
Video: „Nikon F3 intensive review and history“, Kanal John William Ishii, englisch. Die F3HP ab 3:42, F3/T ab 6:20, F3P ab 7:28, F3H ab 10:36, F3AF ab 11:09. Einen Fehler hat das Video: Die F3AF war keine Einzelanfertigung, sondern eine kleine Serie.
F3
Foto: Martintoy, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons. Das Grundmodell mit dem Sucher DE-2: neben „Nikon“ steht nichts, und der Sucher ist flacher als der HP-Sucher.
Das Grundmodell kam mit dem Sucher DE-2 und der Mattscheibe K, also Schnittbild mit Mikroprismenring. Mit Sucher wiegt es laut Nikon rund 700 Gramm. In Japan kostete es 1980 mit dem 50-mm-f/1,4 genau 175.000 Yen und war nur in Schwarz zu haben. Bis September 1992 hatte Nikon nach eigener Angabe über 751.000 Stück verkauft, eine Gesamtzahl bis zum Produktionsende haben wir nicht gefunden. Für dich heißt das vor allem: Die F3 ist keine Rarität, und du musst keine Kamera mit Macken nehmen, nur weil gerade keine andere angeboten wird.
F3HP
Foto: Arne List, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons. Rechts neben „Nikon“ sitzt das kleine „HP“ des Suchers DE-3.
Im März 1982 kam die F3 High-Eyepoint dazu, meist F3HP genannt. Ihr Sucher DE-3 zeigt das ganze Bild samt Anzeige noch, wenn dein Auge bis zu 25 Millimeter vom Okular entfernt ist. Mit Brille ist das der Unterschied zwischen „ich sehe alles“ und „ich schiebe das Auge hin und her, um die Ecken zu finden“. Dafür zahlst du mit einem etwas kleineren Sucherbild (0,75-fach statt 0,8-fach), mit nur vier statt neun Korrekturlinsen und mit 60 Gramm mehr Gewicht.
Das Gehäuse ist dasselbe. Nikon beschreibt die F3HP als F3 mit anderem Standardsucher; Mattscheiben, Motor und Blitze sind identisch. Eine F3HP ist also die Kombination aus F3-Gehäuse und DE-3, und jede normale F3 wird mit einem gebrauchten DE-3 zur HP. Umgekehrt kann eine als „F3HP“ angebotene Kamera längst einen DE-2 tragen, weil jemand die Sucher getauscht hat. Schau auf den Sucher, nicht in die Anzeige.
F3/T
Foto: Wolfgang Thanner, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons. Die champagnerfarbene F3/T mit dem Schriftzug „F3/T“ vorn und dem titanfarbenen HP-Sucher.
Die F3/T von 1982 ist eine F3HP mit Titanhaut. Laut dem Beiblatt, das Nikon der Anleitung beilegte, sind die beiden oberen Deckkappen, die Bodenplatte, die Rückwand und die Prismenhaube des Suchers aus Titan. Der Sucher heißt DE-4 und war laut mir.com.my nie einzeln zu kaufen. Mit rund 740 Gramm ist die F3/T 20 Gramm leichter als die F3HP, alles andere ist gleich. Zuerst gab es sie in natürlichem Titan, das champagnerfarben wirkt; ab 1984 folgte eine schwarz lackierte Version. Die Seriennummer beginnt mit einem „T“, das ist der schnellste Echtheitstest.
F3P
Foto: Wolfgang Thanner, gemeinfrei via Wikimedia Commons. Den Blitzschuh auf dem Sucher hat die F3P mit der Limited gemeinsam, dazu kommen der höhere Auslöser und das höhere Zeitenrad.
Die F3P ist das Arbeitsgerät für Pressefotografen, gebaut auf Basis der F3HP. Nach der Liste aus dem Beiblatt, die Leo Foo auf mir.com.my wiedergibt, bekam sie einiges dazu. Auf dem Sucher DE-5 sitzt ein genormter Blitzschuh, die Titanhaube ist strukturiert, und statt der Mattscheibe K steckt die reine Mattscheibe B in der Kamera. Ab Werk hatte sie die Rückwand MF-6B, ein höheres Zeitenrad, einen höheren Auslöser und eine mechanische Auslösesperre. Gestrichen hat Nikon den Selbstauslöser, den Hebel für Mehrfachbelichtungen, die Verriegelung der Rückwand, den Okularverschluss und das Gewinde für den Drahtauslöser im Auslöseknopf.
Der Blitzschuh auf dem Sucher überträgt übrigens kein TTL. Wer mit einem Nikon-Blitz die Belichtung messen lassen will, nimmt auch an der F3P den normalen F3-Schuh an der Rückspulkurbel. Einen offiziellen Beleg von Nikon für das Einführungsjahr haben wir nicht gefunden, die gängigen Quellen nennen 1983.
F3AF
Im April 1983 brachte Nikon die F3 mit Autofokus. Die Sensoren dafür sitzen im großen Sucher DX-1, der eigene Batterien (zwei Micro-Zellen) mitbringt; der Motor steckt im Objektiv. Genau zwei Objektive gab es dafür: das AF-Nikkor 80 mm f/2,8 und das AF-Nikkor 200 mm f/3,5 IF-ED. Der DX-1 hat eine feste Mattscheibe und zeigt nur rund 92 Prozent des Bildes, mit Batterien wiegt die Kamera etwa 950 Gramm. Mit den normalen F3-Suchern (DE-2, DE-3, DA-2, DW-3, DW-4) funktioniert sie als gewöhnliche F3, dann aber ohne Autofokus. Spätere AF-Nikkore wie das 50 mm f/1,8 D sind laut Nikon mit der F3AF samt DX-1 nicht kompatibel. Heute ist die F3AF ein Sammlerstück. Autofokus hat sie nur mit den zwei Originalobjektiven; mit über 30 anderen Nikkoren ab Lichtstärke 1:3,5 zeigt der DX-1 immerhin an, ob das Bild scharf ist.
Video: „Nikon F3AF: A Forgotten Autofocus Pioneer“, Kanal The Photography Toolkit (Dave Caleb), englisch. Zeigt den DX-1, beide AF-Objektive und die Kamera mit Motor MD-4.
F3 Limited
Foto: Hiyotada, CC0 via Wikimedia Commons. Der Zusatz „Limited“ steht klein hinter dem F3-Schriftzug.
Die Limited wurde nur in Japan verkauft, ab 1994 oder 1995; die Quellen sind sich beim Jahr nicht einig. Technisch ist sie eine F3P mit Blitzschuh-Sucher, ausgeliefert aber mit der normalen Rückwand statt der MF-6B. Du erkennst sie am Wort „Limited“ hinter dem F3-Schriftzug und an der Seriennummer, die mit „L“ beginnt.
F3H
Foto: Nikoncam, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons. Die F3H mit ihrem Spezialmotor MD-4H.
Die F3H von 1996 hat einen feststehenden, teildurchlässigen Spiegel, der beim Auslösen nicht hochklappt. Mit dem eigenen Motor MD-4H und dem Akku MN-2 schafft sie nach der Tabelle auf mir.com.my rund 13 Bilder pro Sekunde (ab 1/1000 s), mit Alkali-Mignonzellen etwa 7,5 (ab 1/250 s). Der Preis dafür: Ein Teil des Lichts geht dauerhaft durch den Spiegel verloren, das Sucherbild ist dunkler, und gemessen wird bei Arbeitsblende. Offiziell sollen nur rund hundert Stück entstanden sein, belastbar ist die Zahl nicht. Die F3H läuft auch am normalen MD-4, der MD-4H passt dagegen nur an die F3H.
Sondermodelle, die dir kaum begegnen
Für die NASA baute Nikon zwei abgewandelte F3, eine „Big Camera“ für 250 Aufnahmen und eine „Small Camera“ für 72 Aufnahmen auf dünnem Film; die kleine flog im April 1981 mit der Raumfähre Columbia. Dazu kommen eine F3 für Periskope der US Navy und eine F3/T Classic, die Nikon in hundert Exemplaren für den japanischen Händler Ando Camera baute. Kodak setzte 1991 ein digitales Rückteil mit 1,3 Megapixeln an eine F3 und verkaufte das Ganze als DCS 100. Taucht eines davon in einer Kleinanzeige auf, lohnen sich ein zweiter Blick und eine Echtheitsprüfung bei einem Sammler.
Auf Deutsch geht Michael von Studio Bonn im zweiten Teil seiner F3-Reihe alle Modelle einzeln durch, mit Seitenblick auf NASA-Kameras und die Kodak DCS.
Video: „NIKON F3 / 2. Teil Die beste professionelle Spiegelreflexkamera der Welt“, Kanal Studio Bonn, deutsch. Startet bei den Modellen (4:27), die F3HP folgt bei 6:10, die F3P bei 6:57.
2. Was die F3 anders macht als F2 und FM2
Nikon stellte die F3 im März 1980 als elektronisch gesteuertes Spitzenmodell mit Zeitautomatik vor. Du wählst die Blende, die Kamera die Zeit: stufenlos zwischen 8 Sekunden und 1/2000 s. Manuell stellst du dieselben Zeiten quarzgenau am Rad ein, dazu B, T und die Blitzstellung X. Der Verschluss läuft waagerecht ab und hat Vorhänge aus Titanfolie. Im Sucher zeigt ein Flüssigkristallfeld die Zeit an, laut Nikon das erste LCD in einer Nikon-Kamera. Die Blende liest du darüber durch ein kleines Fenster direkt vom Objektivring ab.
Für die Profis von 1980 war das ein Wagnis. Ein Kommentator schreibt bei Kosmo Foto, gebrauchte F2 hätten damals mehr gekostet als neue F3, „no one wanted to be the guinea pig“. Stefan Arend erinnert sich im APHOG-Forum ähnlich: „Die meisten Kollegen hatten Vorbehalte gegen die Elektronik und die damit verbundene Batterieabhängigkeit. In der Praxis stellte sich das dann schnell als unbegründet heraus.“ Nikon hat die F3 danach gut zwanzig Jahre gebaut.
Warum die Messung im Gehäuse so viel ausmacht
Bei der F2 steckt der Belichtungsmesser im Sucher. Nimmst du den Photomic-Sucher ab und setzt einen Lichtschacht auf, misst die Kamera nichts mehr. Bei der F3 hat Nikon die Messzelle in den Boden des Spiegelkastens verlegt. Das Licht kommt durch rund 50.000 winzige unverspiegelte Stellen im Hauptspiegel, jede etwa 20 mal 30 Mikrometer groß, und wird von einem kleinen Hilfsspiegel nach unten gelenkt. Deshalb misst die F3 mit jedem Sucher und jeder Mattscheibe gleich, und Nikon schreibt ausdrücklich, dass nach einem Wechsel keine Korrektur nötig ist. Die Messung ist mittenbetont: Nach Nikons Anleitung konzentriert sie sich deutlich auf den 12-mm-Kreis in der Bildmitte. Eine Prozentzahl nennt die Anleitung nicht; die oft zitierten 80 zu 20 Prozent stammen aus Sekundärquellen wie camera-wiki.org.
Foto: Iskra Photo, CC BY 2.0 via Flickr. Links eine F2 Photomic, deren Belichtungsmesser im großen Sucher sitzt, rechts eine F3P.
Der Sucher zeigt praktisch das ganze Negativ. Das klingt nach Datenblatt, merkst du aber beim ersten Film: Was am Rand des Sucherbildes steht, landet so gut wie genau so auf dem Negativ. Das Gehäuse samt Motor hat Giorgetto Giugiaro gestaltet. Von ihm stammen die Griffmulde vorn und die senkrechte rote Linie am Griff.
Gegenüber der F2 verlierst du die Unabhängigkeit von der Batterie; wie viel davon übrig bleibt, steht in Kapitel 3. Gegenüber der FM2 oder FE2 bekommst du Wechselsucher und ein Sucherbild, das praktisch das ganze Negativ zeigt, trägst dafür aber gut 100 Gramm mehr. Den Vergleich mit den kleinen Nikons haben wir im Guide Nikon FM, FM2, FE, FE2 und FM3a ausführlich gezogen. Die F3 gegen ihren großen Konkurrenten von Canon steht im Guide zur Canon F-1 und New F-1.
Brauchst du den HP-Sucher?
Wenn du eine Brille trägst: meistens ja. Der DE-3 zeigt das ganze Bild samt Zeitanzeige bis 25 Millimeter vor dem Okular, beim DE-2 musst du das Auge dicht heranbringen. Ohne Brille spricht mehr für den DE-2. Er vergrößert etwas stärker und ist 60 Gramm leichter. Für ihn gab es neun Korrekturlinsen von −5 bis +3 Dioptrien, für den DE-3 nur vier (−2, 0, +1, +2). Wer kurzsichtig ist und ohne Brille fotografieren will, kommt mit dem DE-2 also weiter.
Christian Thiele, selbst Brillenträger, schreibt im APHOG-Magazin, die F3 biete ihm als einzige seiner Kameras „einen Überblick über das gesamte Sucherfeld“. Zwingend ist der HP-Sucher trotzdem nicht: In der fotocommunity berichtet ein Brillenträger, er fotografiere ohne HP-Sucher, und es gehe „trotzdem problemlos“.
Ryo Murata vergleicht die beiden Sucher in einem Video mit Brille und ohne, ab Minute 2 wird es konkret.
Welche Nikkore passen?
Die F3 hat das F-Bajonett mit 46,5 Millimetern Auflagemaß, du hast also die Auswahl aus Jahrzehnten Nikon. Nicht jedes Objektiv funktioniert aber gleich gut.
| Objektivtyp | An der F3 |
|---|---|
| AI und AI-S | voll nutzbar, Messung bei offener Blende, Zeitautomatik |
| Nicht-AI (vor 1977) | passt, wenn du vorher den Messkupplungshebel am Bajonett hochklappst und einrastest; gemessen wird dann bei Arbeitsblende |
| AF und AF-D mit Blendenring | von Hand scharfstellen, Messung bei offener Blende funktioniert (an der F3AF mit DX-1 laut Nikon nicht kompatibel) |
| G-Objektive ohne Blendenring | lassen sich ansetzen, funktionieren laut Nikon aber in keiner Betriebsart |
| Fisheye 6 mm f/5,6 und OP 10 mm f/5,6 | nur mit hochgeklapptem Spiegel ansetzen |
Die Angaben stammen aus der F3-Anleitung im Nikon-Archiv und aus Nikons Kompatibilitätstabelle für G-Objektive. Dass die F3 auch alte Nicht-AI-Objektive annimmt, ist keine Kleinigkeit: Ein preiswertes Nikkor aus den Sechzigern kannst du an ihr ohne Umbau benutzen, nur eben mit Arbeitsblendenmessung.
Die Bedienung in einer Viertelstunde
Wir haben selbst ein Video gedreht, das alle Knöpfe und Hebel der F3 der Reihe nach durchgeht, vom Batteriewechsel über die Notauslösung bis zur Anzeige im Sucher. Das Video ist auf Englisch und zeigt an zwei Stellen eigene Produkte, das sagen wir lieber gleich.
Video: „How to use your Nikon F3 Tutorial“, unser Kanal Ausgeknipst, englisch. Batterie ab 0:55, Notauslösung ab 1:35, Sucheranzeige ab 11:50.
3. Welche Batterie braucht die F3, und was geht ohne?
Die F3 braucht Strom für den Belichtungsmesser, die Automatik, die Anzeige im Sucher und für alle Verschlusszeiten außer T und der Notauslösung. Ins Batteriefach im Boden passen zwei Knopfzellen SR44 (Silberoxid) oder LR44 (Alkali) oder eine 3-Volt-Lithiumzelle CR1/3N. Den Deckel drehst du mit einer Münze gegen den Uhrzeigersinn auf, die Zellen liegen in einem kleinen Halter, Pluspol nach oben. Nikon rechnet mit etwa einem Jahr Laufzeit und rät, die Batterien herauszunehmen, wenn die Kamera länger im Schrank liegt.
Foto: hcjr, CC BY 2.0 via Flickr. Auf dem Boden einer F3/T sitzen zwei Schraubdeckel, einer über dem Batteriefach und einer über der Motorkupplung. Beide öffnest du mit einer Münze.
Ein eigener Batterietest-Knopf fehlt. Nikon beschreibt den Test so: Kamera einschalten, Auslöser antippen, dann muss im Sucher eine Zeit erscheinen. Bleibt das Feld leer, beide Zellen tauschen. Silberoxid-Zellen halten ihre Spannung bis kurz vor Schluss konstant, Alkali-Zellen lassen langsam nach. Floyd Pepper empfiehlt im DSLR-Forum für den Winter die Lithiumzelle, „wegen der Haltbarkeit und geringerem Innenwiderstand bei Kälte“. Welche Zelle wir für welche Nikon führen, steht in unserer Batterieübersicht für Nikon, die F3 läuft aber genauso mit gewöhnlichen LR44-Zellen.
Disclaimer: Wir verkaufen einen Teil der Produkte, die hier vorkommen. Der Artikel ist trotzdem zuerst als Hilfe gedacht und nicht als Verkaufstext. Wer Silberoxid auf Vorrat will, findet bei uns SR44 im Viererpack, das reicht für zwei Füllungen.
Bevor du eine F3 für defekt hältst
Manche F3 wird als defekt verkauft, obwohl ihr nur Strom fehlt. Daniel Castelli hat das in einem Kommentar bei Casual Photophile trocken zusammengefasst: „When a bored clerk tells you it doesn't work, get new batteries.“ Also frische Zellen einlegen, nicht die aus der Schublade. Hilft das nicht, kann der Fehler im Batteriefach selbst liegen. Floyd Pepper berichtet im DSLR-Forum, er habe bei drei als defekt gekauften F3 „die gebrochene bzw. verätzte Batteriefeder erfolgreich ausgetauscht“. Sein Diagnosetrick: Läuft die Kamera mit angesetztem Motor MD-4, der sie über eigene Batterien versorgt, dann spricht das für das Batteriefach und gegen die Elektronik.
Noch eine Verwechslung, die im selben Forum mehrfach auftaucht: Nach dem Einlegen eines Films löst die F3 bis zum Bildzähler „1“ in der Automatik und bei allen Zeiten ab 1/125 s mit 1/80 s aus, im Sucher steht dann „80“ oder „M80“. So steht es in der Anleitung, ein Fehler ist das nicht.
Die Notauslösung mit 1/60 s
Ist die Batterie leer, steht der Verschluss nicht still. Vorn neben dem Bajonett sitzt ein kleiner Hebel um die Taste des Messwertspeichers herum, Nikon nennt ihn „backup mechanical release lever“. Du ziehst ihn mit dem Fingernagel nach unten und drückst ihn dann, und der Verschluss läuft mechanisch mit etwa 1/60 s ab, bei jeder Stellung des Zeitenrads außer T. Belichten musst du dann nach Gefühl oder mit einem Handbelichtungsmesser, denn der eingebaute ist ohne Strom tot, genauso wie die Anzeige.
Die mechanische Zeit hat Nikon bewusst behalten. Laut der eigenen Chronik zur F3 waren die passenden Knopfzellen damals nicht überall zu bekommen, und eine leere Batterie sollte keinen Einsatz beenden. Für manche ist das bis heute der Grund, bei der F3 zu bleiben. Domen Nan schreibt auf 35mmc: „The manual 1/60s speed is saving the F3 and is the reason why I am still sticking with it, despite its flaw.“
T funktioniert ohne Strom, B nicht. Die Stellung T für Langzeitbelichtungen ist rein mechanisch: einmal auslösen öffnet, Zeitenrad von T wegdrehen schließt. Nikon empfiehlt sogar, bei T den Notauslöser zu nehmen und die Kamera auszuschalten, damit die Batterie geschont wird. Die Stellung B dagegen braucht Strom und bleibt ohne Batterie stumm. Wer nachts ohne Ersatzzellen unterwegs ist, stellt also auf T.
Video: „Installing batteries in a Nikon F3 including AA's!“, Kanal Mostly Vintage Cameras, englisch. Lithiumzelle ab 1:34, zwei Knopfzellen ab 3:38, Betrieb über den Motor mit Mignonzellen ab 5:41. Die Notauslösung zeigt derselbe Kanal in einem zweiten Video ab 0:48 (die Blitzaussagen darin zwischen 1:04 und 2:05 stimmen nicht).
Die Anzeige im Sucher wird schwächer
Das LCD im Sucher zeigt die Belichtungszeit, in der Automatik „+2000“ bei Überbelichtung und „−8−“ bei Unterbelichtung. Ein kleiner Knopf beleuchtet es, allerdings nur bei eingeschalteter Kamera und angetipptem Auslöser. Mehrere Nutzer schreiben, dass sie ihn im Dunkeln nicht finden. Julian Tanase schreibt auf 35mmc, er erwische den „poxy little red button“ nie rechtzeitig.
Dass das LCD altert, wusste Nikon von Anfang an. In der Original-Anleitung steht, der Kontrast lasse nach sechs oder sieben Jahren nach, und Hitze über etwa 60 °C färbe die Anzeige vorübergehend schwarz; eine Kamera im Handschuhfach im Sommer ist also keine gute Idee. Ando schreibt im Nikon-Fotografie-Forum, die Anzeige könne „mit den Jahren schwächer werden“, und das „ohne Service oder Ersatzteile von Nikon“. Ein Ersatz-LCD kommt deshalb meist aus einer Spenderkamera.
Zwei Dinge dazu, bevor du dich ärgerst. Verschwindet die Anzeige nur beim Beleuchten, prüf zuerst die Batterie. Ein Nutzer im DSLR-Forum hatte genau das, und frische Zellen haben es behoben. Und die Kamera belichtet auch mit toter Anzeige richtig: Die Automatik arbeitet weiter, im manuellen Betrieb liest du die Zeit eben am Rad ab. Ein Blick in dein Negativ sagt dir mehr als die Anzeige.
4. Sucher und Mattscheiben tauschen
Sucher und Mattscheibe der F3 wechselst du mit wenigen Handgriffen, und weil die Messzelle im Gehäuse sitzt, misst die Kamera danach genauso wie vorher. Zum Abnehmen drückst du die beiden Entriegelungsknöpfe an den Seiten des Suchers und nimmst ihn ab. Darunter liegt die Mattscheibe frei.
Foto: Gábor Dobrocsi, CC BY-SA 2.0 via Flickr. Eine F3HP mit dem Prismensucher DE-3, rechts daneben der zusammengeklappte Lichtschacht DW-3.
Welche Sucher es gibt
| Sucher | Was er ist | Passt an |
|---|---|---|
| DE-2 | Standard-Prismensucher, 0,8-fach, neun Korrekturlinsen | F3, F3HP, F3/T, F3AF |
| DE-3 | High-Eyepoint-Sucher der F3HP, ganzes Bild bis 25 mm Augenabstand, 0,75-fach | F3, F3HP, F3/T, F3AF |
| DA-2 | Action Finder mit großem Einblick, laut Nikon für Helm, Schutzbrille oder Unterwassergehäuse | F3, F3HP, F3/T, F3AF |
| DW-3 | Lichtschacht zum Draufschauen, mit Klapplupe | F3, F3HP, F3/T, F3AF |
| DW-4 | Lupensucher mit 6-facher Vergrößerung für Nahaufnahmen und Mikroskop | F3, F3HP, F3/T, F3AF |
| DE-4 | Titanversion des DE-3, laut mir.com.my nie einzeln verkauft | Serienausstattung der F3/T |
| DE-5 | Titansucher mit genormtem Blitzschuh obendrauf (ohne TTL) | F3P, F3 Limited |
| DX-1 | Autofokus-Sucher mit fester Mattscheibe | F3AF; an F3, F3HP und F3/T nur als elektronische Schärfeanzeige |
Die Zuordnung in der Tabelle folgt Nikons Anleitungen für F3, F3HP und F3AF; für F3P und F3H nennen die uns vorliegenden Unterlagen keine Liste. Bei DA-2 und DW-3 kann laut Nikon Streulicht von oben die Messung verfälschen. Am Standardsucher DE-2 sitzt gegen Licht von hinten ein kleiner Okularverschluss mit roter Markierung, den du bei Stativaufnahmen mit Selbstauslöser schließt. Wer Nikons Winkelsucher DR-3, die Lupe DG-2 oder eine der F3-Korrekturlinsen an den DE-3 setzen will, braucht den Adapter DK-1.
Foto: Martintoy, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons. Der Action Finder DA-2 baut hoch und lässt dich das ganze Bild mit Abstand vom Okular sehen.
Gebraucht ist der DW-4 der günstigste Zusatzsucher: Auf Kleinanzeigen standen am 28.09.2026 drei Stück zwischen 55 und 300 Euro, Kamerastore verlangte 123 Euro. Lichtschacht und Action Finder sind seltener und kosten eher 190 bis 280 Euro. Michael von Studio Bonn stellt alle Sucher im dritten Teil seiner Reihe nebeneinander vor, auch die beiden, zu denen es sonst kaum Videos gibt.
Video: „NIKON F3 / 3. Teil Die beste professionelle Spiegelreflexkamera der Welt“, Kanal Studio Bonn, deutsch. Sucher ab 1:34, Winkelsucher ab 3:25, Mattscheiben ab 8:30, Rückwände ab 10:15.
Mattscheiben selbst wechseln
Ab Werk steckt in der F3 die Mattscheibe K mit Schnittbild und Mikroprismenring, in F3P und F3H die reine Mattscheibe B. Nikon hat die Auswahl über die Jahre erweitert: Die erste Anleitung nennt 20 Typen von A bis T, die der F3HP 21 Typen bis U, das Datenblatt von 2001 spricht von K plus 21 weiteren. Die Varianten G1 bis G4 und H1 bis H4 zählen dabei jeweils einzeln. Eine Messkorrektur brauchst du nach dem Wechsel laut Nikon nicht. Nur vor dem Aufsetzen des DX-1 muss die Mattscheibe der Kamera ganz heraus, er bringt seine eigene mit.
Foto: cyphunk, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons. Ohne Sucher liegt die Mattscheibe offen, das Bild erscheint direkt auf ihr. Der Dateiname auf Commons spricht von einem Blick durch den HP-Sucher, zu sehen ist aber die Kamera ohne Sucher.
So geht der Wechsel nach Nikons Anleitung: Sucher abnehmen, mit dem Fingernagel unter die hintere Kante der Scheibe greifen und sie herausheben. Die neue Scheibe legst du mit der geschlitzten Vorderkante unter den kleinen Stift und drückst sie hinten ein. Fass die Mattscheibe nur am Rand an, Fingerabdrücke siehst du später im Sucher. Jaden White zeigt den Handgriff in einem Video von 1:41 Minuten, den Lichtschacht DW-3 im Einsatz in einem zweiten.
Liegt ein Sucher lose in der Tasche, sind Glas und Auflagefläche an seiner Unterseite ungeschützt, und ohne Sucher liegt die Mattscheibe offen. Für beide Fälle fertigen wir einen Deckel. Die Abdeckung für abgenommene Sucher passt auf DE-2, DE-3, DA-2, DW-3 und DW-4. Die Abdeckung für die Mattscheibe kommt an Stelle des Suchers auf die Kamera.
5. Brauchst du den Motor MD-4?
Einen eigenen Winder für die F3 haben wir in Nikons Unterlagen nicht gefunden, das Datenblatt nennt als Motorisierung nur den MD-4. Der Motor wird unten angeschraubt, trägt acht Mignonzellen im Griff und versorgt die Kamera dann komplett mit Strom; die Knopfzellen in der F3 schaltet er ab. Nikon selbst warb mit vier Bildern pro Sekunde mit Mignonzellen und sechs mit dem Akku MN-2. Die genaue Tabelle in der Anleitung ist etwas nüchterner.
| Stromquelle | Bilder pro Sekunde | mit hochgeklapptem Spiegel |
|---|---|---|
| 8 Mignonzellen (Alkali oder Zink-Kohle) | 3,8 | 4 |
| Akku MN-2 | 5,5 | 6 |
| Netzteil MA-4 | 5 | 5,5 |
Die Werte gelten für Zeiten von 1/125 s bis 1/2000 s. Einen 36er-Film spult der Motor mit Mignonzellen in etwa acht Sekunden zurück, und sein Bildzähler zählt rückwärts bis null, damit der Film in der Kälte nicht am Ende abreißt. Mit 480 Gramm macht er aus der F3 allerdings ein Gerät von fast 1,2 Kilogramm, noch ohne Objektiv und ohne die acht Zellen. Thomas Schillings nannte die Kombination in der fotocommunity „ein Mordstrum, für Streetfotografie nur noch bedingt geeignet“. Andere lassen ihn einfach dran: Ein Autor im Lomography Magazine schreibt, er sehe keinen Sinn darin, den Motor ständig an- und abzubauen.
Foto: Gábor Dobrocsi, CC BY-SA 2.0 via Flickr. Eine F3HP mit dem Motor MD-4. Der Griff des Motors ist zugleich das Batteriefach für acht Mignonzellen.
Knapp ist der MD-4 nicht. Kamerastore hatte am 28.09.2026 sieben Stück für 77 bis 89 Euro auf Lager, das älteste davon seit einem Jahr unverkauft. Wer den Motor nur als Griff will, bekommt ihn also günstig, trägt aber das Gewicht mit.
So setzt du den Motor an
Nach der MD-4-Anleitung schaltest du die Kamera aus, stellst den Wahlschalter am Motor auf L, drehst die Kamera um und schraubst mit einer Münze den Deckel über der Motorkupplung ab. Dann setzt du den Motor mit dem Führungsstift an, drehst die Schraube ins Stativgewinde und ziehst das Rändelrad fest. Den abgeschraubten Deckel steckst du in ein kleines Fach am Ende des Batteriehalters im Motor, Nikon hat es eigens dafür gebaut, „to prevent the cover from being misplaced“. Am sichersten setzt du den Motor ohne Film in der Kamera an, denn zwischen Deckel ab und Motor dran ist der Boden offen.
Ohne diesen Deckel hat die F3 ein Loch im Boden. Nikon warnt in derselben Anleitung, dass beim Abnehmen des Motors mit eingelegtem Film Licht von unten auf den Film fallen kann. Leo Foo rät auf mir.com.my deshalb, beim Gebrauchtkauf immer nachzusehen, ob der Deckel noch da ist. Im folgenden Video siehst du das Loch ab Minute 4:13.
Video: „Nikon F3 Overview / Review Part 2 featuring the MD-4 Motor Drive“, Kanal Samsung9alaxy, englisch. Motor ab 2:05, Deckel abschrauben ab 4:13, Ansetzen ab 6:55, Rückspulen ab 11:30.
Fehlt der Deckel, gibt es drei Wege. Ein Original-Deckel aus einer Ersatzteilkamera ist die erste Wahl, wenn du einen findest. Als Notlösung hilft schwarzes Klebeband, so hat es Yannic in seinem deutschen F3-Video gemacht. Und wir fertigen eine Motor-Drive-Kappe, die sich wie das Original einschrauben lässt.
Fernauslösen mit und ohne Motor
Die größere der beiden Buchsen vorn am MD-4 ist der Fernauslöse-Anschluss. An diese Buchse passte Nikons Fernauslöse-Zubehör, etwa das Kabel MC-10 mit Taster, die Lichtschranke ML-1, der Intervallauslöser MT-1 und der Funkauslöser MW-1, die letzten drei jeweils mit eigenem Verbindungskabel. Mit einem weiteren Kabel ließen sich bis zu drei F3 gleichzeitig auslösen. Die normale F3 nimmt dagegen jeden Drahtauslöser mit Standardgewinde direkt im Auslöseknopf, zum Beispiel Nikons AR-3. Der F3P fehlt dieses Gewinde. Bei ihr führt der Weg über den Motor: In seine Buchse kommt der Adapter MR-2, und an den passt der Drahtauslöser AR-2.
Offen liegende Buchsen sammeln Staub. Die Schraubdeckel dafür gehen schnell verloren. Für die Blitzbuchse am Gehäuse passt eine Standardkappe mit PC-Gewinde, für die Fernauslösebuchse am MD-4 haben wir ein Kappenset für Fernauslöse- und Blitzbuchse.
Ein Griff ohne Motor
Giugiaros Griffmulde vorn ist flach. Mit einem leichten Objektiv reicht sie, mit einem schweren Tele oder einem Zoom liegt die F3 ohne Motor eher unruhig in der Hand. Jim Grey schreibt in seinem Blog Down the Road, nach drei Tagen am Gurt habe er sich Erleichterung gewünscht, das sei sein einziger Kritikpunkt.
Zwischen „nackt“ und „mit Motor“ gibt es Zubehörgriffe, die meist unten ins Stativgewinde geschraubt werden. Aus Holz baut sie zum Beispiel iwoodstore, einen Aufsteckgriff bietet Cameradactyl an. Unser Handgriff für die F3 hat unten eine Arca-Swiss-Schiene, so klemmst du die Kamera ohne Wechselplatte auf einen Arca-Swiss-kompatiblen Stativkopf.
Foto aus unserem eigenen Bestand. Eine F3 mit 50-mm-Nikkor, davor der Handgriff, der unten ins Stativgewinde geschraubt wird.
6. Wo kommt bei der F3 der Blitz hin?
Oben auf dem Prisma der normalen F3 sitzt kein Blitzschuh. Nikon hat ihn an den Fuß der Rückspulkurbel gesetzt, in einem eigenen Format mit drei Kontakten: einem für die Zündung, einem für die TTL-Steuerung und einem für die Bereitschaftsanzeige im Sucher. Steckt dort ein passender Nikon-Blitz, schaltet die Kamera von selbst auf die Synchronzeit 1/80 s.
Foto: Arne List, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons. Oben auf der Rückspulkurbel sitzt der Zubehörschuh im F3-Format, direkt darunter die Entriegelung des Suchers.
Die Blitze, die direkt passen
Direkt auf den Schuh passen der SB-12, der SB-16A und der SB-17, alle drei mit TTL-Messung. Bei TTL misst die Zelle der F3 während der Belichtung das Licht, das vom Film zurückgeworfen wird, und schaltet den Blitz ab, sobald es reicht. Die größeren SB-11 und SB-14 hängen über das Kabel SC-12 an der Kamera. Zwei Grenzen stehen in der Anleitung: TTL funktioniert nur mit Filmen von ISO 25 bis 400, und in der Stellung T gar nicht. Achte beim SB-16 auf den Buchstaben, denn der SB-16A hat den F3-Fuß und der SB-16B einen genormten Fuß für andere Kameras.
Foto: MIKI Yoshihito, CC BY 4.0 via Wikimedia Commons. Eine F3HP mit dem SB-12 im Nikon Museum in Tokio. Der Blitz sitzt über der Rückspulkurbel, nicht über dem Objektiv.
Der Platz hat seinen Preis. Josh Solomon schreibt in seinem Test auf Casual Photophile, der Schuh sei „a proprietary affair and positioned so that its usage blocks the exposure compensation dial and ISO adjuster“. Stell die Filmempfindlichkeit also ein, bevor der Blitz draufkommt. Und zum Zurückspulen muss er wieder runter. Thomas Eisl hat in seinem Blog beschrieben, wie ihm der Adapter die Rückspulkurbel verdeckte und er deshalb nicht bemerkte, dass der Film gar nicht transportiert wurde. Die Kurbel dreht sich beim Weiterspulen mit und zeigt so, dass der Film läuft; mit Aufsatz fehlt dir dieser Blick.
Adapter für normale Blitzgeräte
Für Blitze mit genormtem Fuß hat Nikon mehrere Adapter gebaut, die drei wichtigsten sind diese. Der AS-4 macht aus dem F3-Schuh einen normalen Blitzschuh, TTL geht damit nicht. Der AS-7 versetzt den Blitz zur Seite, sodass du mit aufgestecktem Blitz zurückspulen und Film wechseln kannst; er wird zusätzlich in die Synchronbuchse geschraubt. Mit SB-12, SB-16A und SB-17 bleibt TTL erhalten, Blitze mit genormtem Fuß wie der SB-16B laufen nur ohne TTL. Laut AS-7-Anleitung lässt sich mit dem Adapter allerdings weder der Sucher abnehmen noch die Filmempfindlichkeit verstellen. Der späte AS-17 schließlich brachte TTL auch mit neueren Nikon-Blitzen bis zum SB-28 an die F3, Details dazu hat Leo Foo auf mir.com.my gesammelt.
Video: „How To Use A Flash With The Nikon F3“, Kanal Ishkhan Ghazarian, englisch. AS-4 ab 1:32, SB-16 ab 3:34, Blitz über die Synchronbuchse ab 7:15. Auf Deutsch erklärt Studio Bonn den Blitzanschluss im ersten Teil seiner Reihe ab 12:36; dort ist die 1/80 s fälschlich als mechanische Zeit bezeichnet.
Der Weg über die Synchronbuchse
Ein Blitz mit PC-Anschluss lässt sich auch über die Synchronbuchse vorn am Gehäuse zünden, per Kabel und mit dem Blitz auf einer Winkelschiene oder in der Hand. Die kürzeste Zeit dafür ist 1/80 s, am Zeitenrad die Stellung X. Unter den normalen Zeiten ist 1/60 s rot markiert. Bruno Chalifour hat damals als Fotojournalist gearbeitet und schreibt in einem Kommentar auf 35mmc, er habe entweder den Adapter benutzt, der sich „weird“ anfühle, oder den Blitz einfach unten an die Kamera geschraubt.
Vorsicht mit alten Fremdblitzen. Nikon warnt in der Anleitung der F3HP, dass Blitze mit hoher Zündspannung die Elektronik der Kamera beschädigen können. Bei einem Blitz unbekannter Herkunft lass die Zündspannung vorher messen.
Bei der F3P liegt der Fall anders. Ihr Sucher trägt einen genormten Blitzschuh, der zündet, aber kein TTL überträgt; dafür bleibt der F3-Schuh an der Kurbel. Werner Gilliam fand ihn im Nikon-Fotografie-Forum „eher hinderlich beim aus der Tasche nehmen“.
Nachbauten statt Original
Neben den Nikon-Adaptern gibt es Nachbauten. Wir fertigen zwei Aufsätze für die Kurbel: einen Kaltschuh ohne Kontakte für Belichtungsmesser, Funkauslöser oder einen Blitz mit Kabel und einen Blitzschuh mit Kontakt, der ähnlich wie der AS-4 arbeitet und über ein beiliegendes Kabel an der Synchronbuchse zündet. TTL kann keiner von beiden, und zum Zurückspulen kommen beide ab, genau wie beim AS-4.
Foto aus unserem eigenen Bestand. Eine F3 mit Aufsteckblitz auf dem Blitzschuh-Aufsatz über der Kurbel, das Kabel führt zur Synchronbuchse.
7. Worauf du beim Kauf achtest und was eine F3 kostet
Die F3 gilt als nahezu unverwüstlich. Wer sie beruflich benutzt hat, bestätigt das meist. Uwe Welz hat nach eigener Aussage in der fotocommunity von 1988 bis 2008 ausschließlich mit mehreren F3HP gearbeitet und dabei zwei verschlissen; wirklich verschleiße nur die Gummiabdeckung am Okular. Genau das ist aber auch der Haken beim Gebrauchtkauf: Viele F3 kommen aus Profihand. Christoph Schwarz rät im APHOG-Forum, darauf zu achten, dass die Kamera nicht im Presse- oder Reportageeinsatz war, „diese Dinger sind oft heruntergeschrubbt“.
Foto: Gábor Dobrocsi, CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons. Eine gepflegte F3HP. Abgegriffene Kanten und Messing an den Ösen verraten dagegen harten Einsatz.
Was du vor Ort prüfst
- Frische Batterien einlegen und im Sucher nachsehen, ob eine Zeit erscheint. Ohne Anzeige ist die Kamera noch nicht defekt, siehe Kapitel 3.
- Die Anzeige ablesen. Graue, ausgelaufene Ränder oder ein blasses Feld sind ein Preisargument. Die Kamera belichtet trotzdem richtig, ein Ersatz-LCD kommt aber nur aus einer Spenderkamera.
- Batterie raus, Notauslösung testen. Der Verschluss muss mit dem Hebel vorn sauber ablaufen.
- Rückwand öffnen und den Verschluss ansehen. Nur ansehen, nicht anfassen: Die Vorhänge aus Titanfolie sollten „ohne Risse und tiefe Dellen“ sein, wie Andreas Thaler im APHOG-Forum schreibt.
- Kamera umdrehen. Sitzt der Deckel über der Motorkupplung noch? Fehlt er, fällt Licht von unten auf den Film.
- Durch den Sucher gegen helles Licht schauen. Schleier oder Pilz trüben das Bild, eine verbeulte Prismenhaube deutet auf einen Sturz.
Jonathan Harris von Worldwide Camera Exchange geht dieselben Punkte im Video der Reihe nach durch und ergänzt zwei, die du leicht übersiehst: Ein hängender Spiegel liegt oft nur am zerfallenen Dämpferschaum, und nach einem Sturz kann die Zeitanzeige im Sucher verrutscht sein, obwohl das LCD selbst funktioniert.
Video: „Nikon F3 35mm film camera - Run-through with buyers' checklist“, Kanal Worldwide Camera Exchange, englisch. Die Prüfpunkte beginnen bei 4:40, Lichtdichtungen ab 9:12.
Zwei Dinge merkst du erst mit Film. Auch die F3 hat Lichtdichtungen an der Rückwand, und die zerfallen mit den Jahren. Wie der Tausch geht, steht in unserer Anleitung zu Lichtdichtungen, die F3-Maße hat mikeno62 in seinem Video zum F3-Dichtungstausch in die Beschreibung geschrieben. Und falls die Kamera auch nach Bild 1 stur mit 1/80 s belichtet: Das kann am Bildzählwerk liegen. Genau davon berichtet ein Profi in einem Kommentar auf Casual Photophile: Er hat von 1985 bis 2003 mit mehreren F3 gearbeitet, und behoben hat es am Ende eine Werkstatt.
Kaufst du bei einem Händler mit Rückgaberecht, bist du bei solchen Überraschungen auf der sicheren Seite. Bernhard Mutter schreibt im APHOG-Forum, seine F3HP habe widersprüchliche Belichtungswerte geliefert, „zum Glück hatte ich die F3 bei einem Münchner Händler gekauft“, der sie zurücknahm.
Was eine F3 kostet
Wir haben am 28.09.2026 auf Kleinanzeigen in der Kategorie Foto mit 16 Suchbegriffen nach F3-Angeboten gesucht und sie mit zwei Händlern verglichen. Die Zahlen sind Angebotspreise, gezahlt wird meist etwas weniger. Und die Stichprobe ist klein: Nur neun Angebote nannten ein Gehäuse, allein oder mit einem Objektiv, und dazu einen Preis.
| Variante | Kleinanzeigen (Angebote) | Händler |
|---|---|---|
| F3 (ohne HP-Angabe) | vier Angebote von 315 bis 569 €, in der Mitte um 465 € | Kamerastore 449 €, Calumet 426 € (Zustand „akzeptabel“) |
| F3HP | fünf Angebote von 485 bis 1.600 €, in der Mitte 570 €; das teuerste ist ein neuwertiges Sammlerstück | Kamerastore 508 und 599 € |
| F3/T | zwei Angebote, 700 und 1.000 € | Kamerastore 799 €, ausverkauft |
| F3P | ein Angebot, mit Motor MD-4 und Rückwand MF-6B, 1.890 € VB | keins gefunden |
| F3AF | kein Angebot | keins gefunden |
| Motor MD-4 | zwei Angebote, 100 und 130 € | Kamerastore sieben Stück, 77 bis 89 € |
Zwei Beobachtungen stecken in der Tabelle. Die F3HP ist im Markt keine Seltenheit: Jim Grey schrieb 2014 in seinem Blog, auf eBay fänden sich mehr F3HP als normale F3, und in unserer Stichprobe hielten sich beide die Waage. Und die Preise dürften gestiegen sein: 2021 schätzte ein Nutzer im DSLR-Forum eine F3 auf etwa 220 Euro, eine F3HP auf 250 bis 300. Heute liegen die Angebote grob beim Doppelten, auch wenn Angebotspreise und Schätzungen nicht ganz vergleichbar sind. Wer eine F3P oder F3/T sucht, bezahlt vor allem die Seltenheit. Fotografisch kann eine gut erhaltene F3HP dasselbe, die F3P sogar etwas weniger.
Wenn die F3 in die Werkstatt muss
Rechne bei einer Kamera, deren letzter Service unbekannt ist, eine Wartung mit ein. Stefan Arend hat 2010 im APHOG-Forum etwa 200 Euro dafür angesetzt. Jim Grey hat 2022 in den USA für Reparatur und Wartung seiner F3 275 Dollar bezahlt, ihr Belichtungsmesser war tot und der Aufzug klemmte. Ob sich das für deine Kamera lohnt, rechnen wir im Artikel „Braucht jede kaputte Analogkamera ein CLA?“ durch, dort taucht die F3 als Beispiel auf.
Von Nikon gibt es für die F3 nach Aussage von Nutzern im Nikon-Fotografie-Forum weder Service noch Ersatzteile. Für allgemeine Reparaturen nennen Werkstätten in Deutschland Nikon ausdrücklich, etwa Foto Kamera Service Hoffmann in Stuttgart oder der Nikon Service Point Dresden für analoge Kameras. Wenn es um das LCD geht, frag vorher, ob die Werkstatt ein Spender-LCD hat. Weitere Adressen findest du in unserer Übersicht der Reparaturwerkstätten.
Und die Negative?
Die F3 belichtet ganz normalen Kleinbildfilm. Entwickeln lässt du ihn im Fotolabor wie jeden anderen Kleinbildfilm, und fürs Digitalisieren reicht oft der Labor-Scan. Wer mehr Auflösung will oder viel fotografiert, kann Negative mit einer Digitalkamera abfotografieren. Welche Wege es dafür gibt, steht in unserem Guide zum Scannen mit der Digitalkamera.
Weiterlesen
Die gründlichste Sammlung zur F3 im Netz hat Leo Foo auf mir.com.my zusammengetragen, mit eigenen Seiten zu jeder Variante, zu Suchern, Mattscheiben, Motor und Blitz. Die Original-Anleitungen liegen als PDF bei Nikon selbst (F3) und bei cameramanuals.org (F3HP, F3AF, MD-4). Wie die Kamera entstand, erzählt Nikon in seiner Kamerachronik.
Auf Deutsch lohnt die dreiteilige Videoreihe von Studio Bonn. Fragen zu einer konkreten Kamera stellst du am besten im Nikon-Fotografie-Forum oder im APHOG-Forum, dort schreiben Leute mit, die F3 seit Jahrzehnten benutzen und reparieren. Lesenswerte Erfahrungsberichte auf Englisch stammen von Casual Photophile, Jim Grey und 35mmc.
In eigener Sache: Unser Zubehör für die Nikon-F-Serie hängt an einer eigenen Seite, und alle Nikon-Batterien findest du in der Batterieübersicht.
Quellen
- Nikon: Nikon F3 Instruction Manual (Batterie, Notauslösung, Verschluss, Sucher, Mattscheiben, Blitz, Objektive, LCD)
- Nikon: F3 High-Eyepoint Instruction Manual und Beiblatt zur F3/T
- Nikon: F3AF Instruction Manual
- Nikon: Motor Drive MD-4 Instruction Manual
- Nikon: Flash Unit Coupler AS-7 und Speedlight SB-17
- Nikon: Debut of Nikon F3 und Vol. 3, Nikon F3 (Camera Chronicle)
- Nikon: Kompatibilität der G-Objektive
- Leo Foo, mir.com.my: Varianten, F3P, F3H, MD-4, Blitz
- camera-wiki.org: Nikon F3 (Lichtweg zur Messzelle nach Nikon-Broschüre 1985, Gewichtung 80/20)
- Gebrauchtpreise: eigene Erhebung auf Kleinanzeigen.de am 28.09.2026 (Kategorie Foto, Angebotspreise), dazu die Angebote von Kamerastore und Calumet am selben Tag