110 Pocketfilm: Der komplette Guide zum Schneiden, Laden, Entwickeln und Scannen

110 Pocketfilm: Der komplette Guide zum Schneiden, Laden, Entwickeln und Scannen

110 Pocketfilm erlebt ein Revival: Wiederverwendbare Kassetten erlauben es, beliebige Filmemulsionen im kompakten Format zu belichten. Dieser Guide erklärt Schritt für Schritt, wie du 35-mm-Film auf 110-Format schneidest, Kassetten selbst befüllst, den Film entwickelst und anschließend scannst.

Für jeden dieser Schritte bauen wir ein passendes Werkzeug: einen Filmschneider für 35mm-Film, wiederverwendbare Nachfüllkassetten, eine Entwicklungsspirale für 16mm und Filmhalter zum Scannen. Alles zusammen steht, nach Arbeitsschritt sortiert, auf der Übersichtsseite Das 110 Pocketfilm System.

Bob Janes hat den wohl detailliertesten englischsprachigen Guide zum 110er Format geschrieben, von der Kassette bis zum Scan. Andrew Long dokumentiert C-Mount-Scanning und 110er Workflows. Absolute Pflichtlektüre. Zum Artikel.

Das 110 Pocketfilm-Format erlebt ein echtes Revival. Die kompakten Kameras passen in jede Jackentasche, und dank wiederverwendbarer Kassetten kannst du jede beliebige Filmemulsion im 110er Format belichten. Aber der Einstieg ins Pocketfilm-Universum wirft Fragen auf, welche Kamera? Welcher Film? Wie laden? Wie entwickeln? Wie scannen?

Alles, was du wissen musst, von der Kamerawahl bis zum fertigen Scan. Mit Praxistipps aus der Community und konkreten Produktempfehlungen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Welche 110-Kamera ist die richtige?
  2. Was kommt in die 110er Kassette?
  3. Worauf es bei der Kassette ankommt
  4. Worauf achten beim Fotografieren?
  5. Entwickeln lassen oder selbst entwickeln?
  6. Methoden zum Digitalisieren im Vergleich
  7. Digitalisieren mit dem Ausgeknipst Setup


 

 

1. Welche 110-Kamera ist die richtige?

Pentax Auto 110 SLR System mit Wechselobjektiven

Pentax Auto 110 mit Wechselobjektiven · Foto: Rama / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0 FR

Das 110-Format bietet eine überraschende Vielfalt an Kameras, von simplen Plastik-Instamatics bis zur kleinsten Spiegelreflexkamera der Welt. Je nachdem, ob du maximale Kontrolle oder maximale Einfachheit willst, gibt es die richtige Kamera für dich.

Die wichtigsten 110-Kameras im Überblick

Modell Objektiv Verschluss Belichtung ISO Blitz Unperf. Film? Preis (ca.) Anleitung
Pentax Auto 110 Wechselobjektive (18/24/50/70mm) 1s–1/750s Silizium-Photodiode, Auto 100 / 400 Pentax AF100P oder AF130P, oben aufgeschraubt (kein Blitzschuh) Ja* um €80 (Kleinanzeigen, 11/2026) Anleitung
Pentax Auto 110 Super Wie Auto 110 + Motor 1s–1/400s Silizium-Photodiode, Auto 64–100 / 400 Pentax AF100P oder AF130P, oben aufgeschraubt (kein Blitzschuh) Ja, Kante herausbrechen* €80–100 (Kleinanzeigen, 11/2026) Anleitung
Rollei A110 23mm f/2.8 Zeiss Tessar 4s–1/400s Silizium-Photodiode 64–100 / 320–500 Adapter für elektrische Blitzwürfel Eher nicht** €200–400 Anleitung
Canon 110ED 26mm f/2.0 (5-Linser) Messsucher 8s–1/500s Zeitautomatik, Blende per Wettersymbol 80 (fest) Zubehörschuh, Canolite ED Ja, notfalls Kante herausbrechen* €50–150 Anleitung
Canon 110E 26mm f/2.7, Zonenfokus 8s–1/500s Zeitautomatik, Blende per Wettersymbol 80 (fest) Zubehörschuh, Canolite ED Nicht getestet* €20–75 Anleitung
Minolta 110 Zoom SLR 25–50mm f/4.5 1/1000–10s + B Blendenvorwahl normal / 400 Blitzschuh, Minolta Auto Electroflash 25 Achtung*** €100–250 Anleitung
Minolta 110 Zoom SLR Mk II 25–67mm f/3.5 1/1000–10s + B Blendenvorwahl 64–125 / 400 Blitzschuh, Minolta Auto Electroflash 118X Achtung*** €100–250 Anleitung
Minolta Pocket Autopak 470 26mm f/3.5 Rokkor, Zonenfokus, Nahlinse 2s–1/1000s Programmautomatik 64–400, automatisch Blitzschuh, Minolta Pocket Flash 110 Nicht getestet* €20–70 Anleitung
Voigtländer Vitoret 110 24mm f/5.6 Lanthar k. A. Blende per Wettersymbol 80 (fest) Blitzwürfel-Adapter oder Aufsteckblitz Nicht getestet* €30–80 Anleitung
Voigtländer Vitoret 110 EL 24mm f/5.6 Lanthar 4s–1/300s Zeitautomatik, CdS, Wettersymbole 64–100 / 200–400 Mittenkontakt-Schuh, Voigtländer V 200 Nein* €20–60 Anleitung
Agfamatic 6008 Makro Pocket Sensor 26mm f/2.7 Color-Solinar, Makrolinse 15s–1/1000s Programmautomatik 64–80 / 400 Topflash oder Flipflash, Agfa Pocket Lux 560 Nein** €15–60 Anleitung
Minox 110S 25mm f/2.8 Color-Minotar 1/1000–4s CdS Auto 64 / 400 Fassung für Blitzwürfel, Minox F 110 Nicht bestätigt* €150–350 Anleitung
Lomomatic 110 (neu!) 22mm f/2.8 Auto (Tag/Nacht) Zone Focus 100, 200 oder 400 per Knopf abnehmbarer Blitz, je nach Set Achtung**** €99–159 Anleitung

* Mit unperforiertem Film: Die Pentax Auto 110 läuft. Du spannst wie gewohnt mit zwei Zügen am Hebel. Weil kein Loch den Transport stoppt, werden die Abstände zwischen den Bildern zum Rollenende hin größer; Bob Janes (35mmc) bekam aus einem 120er-Streifen 21 Aufnahmen. Die Auto 110 Super läuft, wenn du an der Kassette die untere Abbruchkante herausbrichst. Bleibt sie stehen, ist der Auslöser bei eingelegter Kassette gesperrt. Die Canon 110ED läuft ebenfalls; sperrt ihr Auslöser bei eingelegter Kassette, brich die untere Abbruchkante heraus. Im Test eines Kunden lief auch die Kinderkamera Fisher-Price 3815. Die Minox 110S, die Canon 110E, die Minolta Pocket Autopak 470 und die einfache Vitoret 110 haben wir mit unperforiertem Film nicht getestet, teste deine Kamera vorher (siehe Test-Anleitung unten). Die Voigtländer Vitoret 110 EL ist nicht geeignet: Ihr Verschluss löst ohne Perforation nicht aus, auch nicht mit herausgebrochener Abbruchkante. Im Test eines Kunden lief auch die Kodak Cameo Motor 110 ohne Perforation nicht. ** Rollei A110: Push-Pull-Transport. Mit Originalfilm transportiert die Kamera beim Zu- und Aufschieben des Gehäuses nur dann weiter, wenn vorher ausgelöst wurde; ausgenommen sind das Vorspulen auf das erste Bild und das Weiterspulen nach dem letzten (danke an Leser Tilman für die Korrektur). Gestoppt wird der Transport am Perforationsloch. Ohne Loch fehlt dieser Stopp, deshalb raten wir für unperforierten Film zur Pentax Auto 110. Die Rollei E110 (Zeitautomatik, CdS-Zelle) hat dasselbe Problem. Bei der Agfamatic 6008, die beim Zusammen- und Auseinanderschieben transportiert, sperrte im Test eines Kunden ohne Perforation sogar der Auslöser, auch mit herausgebrochener Abbruchkante, ebenso bei der Agfamatic 2000, 4008 Telepocket und 6000. Für unperforierten Film sind diese vier Agfamatics nicht geeignet. *** Minolta: Kompatibilität mit unperforiertem Film ist eingeschränkt und muss am konkreten Exemplar getestet werden (siehe Test-Anleitung unten). Bei der Minolta Autopak 460 Tx und der Weathermatic A sperrte im Test eines Kunden ohne Perforation der Auslöser, beide sind dafür nicht geeignet. **** Lomomatic 110: Push-Pull-Transportmechanismus, transportiert wie Rollei A110 und Agfamatic beim Öffnen und Schließen und gilt damit für das Selbstladen als kritisch. Dazu eine bekannte fragile Wind-Mechanik (Community-Berichte über gebrochene Mechaniken, auch mit Original-Film). Von uns nicht selbst getestet. Nutzung auf eigene Gefahr.

ISO, Blitz und Anleitung: 110-Kameras lesen die Empfindlichkeit an der Kassette ab. Der erste Wert gilt für normale Kassetten, der zweite für Kassetten mit herausgebrochener ISO-Kante (mehr dazu bei den Nachfüllkassetten). „Fest“ heißt, die Kamera kennt nur diesen einen Wert; die spätere Canon 110ED 20 kennt zusätzlich ISO 400. In der Spalte Blitz steht, womit die Anleitung blitzen lässt, fest eingebaut ist der Blitz bei keiner dieser Kameras. Die drei Spalten und die vier zusätzlichen Kameras hat Marco Andrés vorgeschlagen, die Werte haben wir in den Originalanleitungen nachgelesen.

Unsere Empfehlung: Pentax Auto 110

Die Pentax Auto 110 ist die beste 110-Kamera, Punkt. Warum?

  1. Wechselobjektive: Ein echtes SLR-System im Taschenformat: 18mm Weitwinkel, 24mm Standard, 50mm Portrait, 70mm Tele
  2. Hervorragende Optik: Die Pentax-Objektive liefern für das 110-Format erstaunlich scharfe Ergebnisse
  3. Nimmt unperforierten Film auf: Du spannst wie gewohnt mit zwei Zügen am Hebel, zum Rollenende hin werden die Bildabstände größer. Die spätere Auto 110 Super läuft ebenfalls, wenn du an der Kassette die untere Abbruchkante herausbrichst.
  4. Verfügbarkeit: Die Pentax Auto 110 ist relativ häufig auf dem Gebrauchtmarkt

Alle sechs Objektive, die beiden Blitze, die Winder und was die zwei Gehäuse unterscheidet, stehen in unserem Guide zur Pentax Auto 110 und Auto 110 Super.

Budget-Tipp: Canon 110ED: Für €50–150 bekommst du eine überraschend gute Kamera mit drei Belichtungsstufen (Sonne/Wolken/Innen) und Messsucher-Fokussierung ab 0,6m.

David Hancock, Pentax Auto 110 Camera Review with Sample Photos

Kompatibilität mit selbst geladenem Film

Nicht jede 110-Kamera funktioniert mit Film ohne Perforation. Bei einigen Modellen dient die Perforation zum Spannen des Verschlusses. So testest du es:

  1. Öffne die Rückwand und entferne die Kassette
  2. Betätige den Filmtransport
  3. Drücke den Auslöser

Löst der Verschluss aus? → Ein gutes Zeichen, aber noch kein Beweis: Manche Kameras sperren erst, wenn eine Kassette im Fach sitzt, zum Beispiel die Pentax Auto 110 Super, solange die Abbruchkante der Kassette steht.
Löst er nicht aus? → Diese Kamera braucht perforierten Film.

Unser ausführliches Kamera-Ranking mit Beispielfotos und Kaufempfehlungen. Zum Kamera-Guide.


 

 

2. Was kommt in die 110er Kassette?

Analog Insights, Lomomatic 110 Review mit Beispielfotos

Du hast zwei Wege an 110er Film zu kommen: Fertig kaufen (Lomography) oder selber schneiden. Die DIY-Route ist nicht nur günstiger, sondern gibt dir die freie Wahl aus dem gesamten Filmsortiment.

Option 1: Lomography, der einzige Hersteller

Lomography hat ein de-facto-Monopol auf fabrikneuen 110er Film. Seit Fujifilm 2009 die Produktion einstellte, gibt es keine andere Quelle mehr:

Film Typ ISO Bilder Preis
Tiger 200 Farb-Negativ 200 24 €12–15
Orca 110 S/W-Negativ 100 24 €12–15
Lomochrome Purple Experimental 100–400 24 €15–18

€12–18 pro Rolle für 24 Aufnahmen im 13×17mm Format sind extrem teuer. Zum Vergleich: Ein 35mm-Film mit 36 Belichtungen (24×36mm, fast 4× größere Negative!) kostet oft weniger.

Unsere Lösung für günstigen 110er-Film: Du schneidest normalen Kleinbildfilm mit unserem Filmschneider (39,95 €) auf 16 mm und lädst ihn in unsere wiederverwendbare Nachfüllkassette für 29,95 €. Ein HP5+ für rund 7 € ergibt zwei Füllungen, also etwa 3,50 € pro Rolle. Die Kassette passt in die Pentax Auto 110; in der Auto 110 Super läuft sie, wenn du die untere Abbruchkante der Kassette herausbrichst. Ob deine Kamera ohne Perforation transportiert, testest du wie in Abschnitt 1.

Disclaimer: Wir verkaufen einen Teil der Produkte, die hier vorkommen. Der Artikel ist trotzdem zuerst als Hilfe gedacht und nicht als Verkaufstext.

Option 2: Film selber schneiden, jede Emulsion im 110er Format

120-Film wird in den Ausgeknipst Filmschneider eingelegt, Szene aus dem Minox-Workflow-Video

Szene aus unserem Minox-8x11-Workflow-Video, im Video ab 2:40. Das Schneiden funktioniert beim 110-Format identisch, gleiche Schneider-Familie, nur mit 16mm- statt 9,2mm-Kanal.

Filmschneider für 110 / 16mm Film, schneidet 35mm-Film auf 16mm Breite

Filmschneider für 110/16mm, schneidet 35mm-Film auf 16mm Breite

Das ist der entscheidende Vorteil: Es gibt kaum fertigen 110er Film zu kaufen. Wer nicht nur auf Lomography-Emulsionen beschränkt sein will, wer Kodak Gold, Portra 400, HP5+, Tri-X oder CineStill 800T im 110-Format belichten möchte, wie bei seiner 35mm- oder Mittelformatkamera, der kommt nicht umhin, den Film selber zu schneiden und in eine wiederbefüllbare Kassette zu laden.

Dafür brauchst du einen Filmschneider, der 35mm- oder 120-Rollfilm präzise auf 16mm Breite zuschneidet:

  • Portra 400, HP5+, Tri-X, Ektar, Delta 3200, alles möglich
  • Exotische Emulsionen: CineStill 800T, Rollei Infrarot, Fomapan 100
  • 16mm Kinofilm: Kodak 7222 (Double-X) ist in Meterware erhältlich, die Perforationen des Kinofilms ragen allerdings ins Bildfeld hinein
  • Deutlich günstiger: Ein Ilford HP5+ 35mm (~€7) ergibt 2 Füllungen à ~82cm

Filmschneider 35mm → 110 (€39,95)

Schneide-Tipp: Manche Emulsionen (z.B. Ilford) sind etwas zäher zu schneiden als andere. Nimm eine frische, scharfe Klinge und schneide langsam und gleichmäßig durch, nicht mit Druck forcieren. Das gibt die saubersten Kanten bei den störrischen Filmen.

Soll-Länge und Ausbeute: 35mm vs. 120

Ein 110er Filmstreifen ist ca. 78–80 cm lang und ergibt 24 Aufnahmen. Das ist die Ziel-Länge, auf die du deinen geschnittenen Streifen zuschneidest, egal ob aus 35mm oder 120.

Marco Andrés, der auf 35mmc über Film und Scannen schreibt, rechnet genauer: 25,4 mm (ein Zoll) pro Bild, dazu Vor- und Nachlauf. Das Trägerpapier schneidet er 16 cm länger als den Film, je 8 cm für Anfang und Ende. So kommt er auf diese Längen:

Aufnahmen Film Trägerpapier
24 76 cm 92 cm
20 66 cm 82 cm
12 46 cm 62 cm

Unsere 78–80 cm lassen dir ein paar Zentimeter mehr Spielraum als seine 76 cm. Für kürzere Rollen, etwa 12 Aufnahmen für einen ersten Test, ist seine Tabelle der bessere Anhaltspunkt.

Ob du 35mm- oder 120-Rollfilm als Ausgangsformat nimmst, hängt davon ab, welchen Filmstock du gerade zur Verfügung hast. Manche Emulsionen gibt es nur für 35mm, andere nur für 120. Unser Filmschneider ist für 35mm gebaut, für 120er brauchst du einen eigenen Schneider. Der 120er Film hat keine Perforierungen am Rand und liefert daher prinzipiell mehr Ausbeute:

Ausgangsformat Filmlänge Nutzbare Breite Ausbeute
35mm Patrone (135, 36 Bilder) ~165 cm 1× 16mm Streifen (zwischen den Perforationen) 2 Füllungen à ~82,5 cm
120 Rollfilm ~83 cm (nur Film) 3× 16mm Streifen (keine Perforation) 3 Füllungen à ~83 cm

Rechenbeispiel: Ein 120er Rollfilm (~€7) ergibt 3 Füllungen. Das sind €2,33 pro 110-Rolle statt €12–18 bei Lomography. Ein 35mm-Film (~€7) ergibt 2 Füllungen = €3,50 pro Rolle.

Brauchst du Backing Paper?

Ob du mit oder ohne Backing Paper lädst, hängt einfach vom Kassettentyp und deiner Erfahrung ab:

  • Mit Backing Paper (Kassette mit Sichtfenster): Lichtschutz, Bildnummer sichtbar. Das Backing Paper bestätigt, dass sich der Film tatsächlich bewegt (du siehst den Zähler vorrücken) und schützt die Filmrückseite vor Reibung am Kassettengehäuse. Empfohlen für Farbfilm, High-ISO, Anfänger.
  • Ohne Backing Paper (geschlossene Kassette): Einfacher, schneller. Laden im Dunkeln nötig. Nachteil: Keine visuelle Rückmeldung, ob der Film korrekt transportiert wird, und kein Bildzähler, man muss mitzählen. Für S/W und erfahrene Nutzer.

Unsere Film-Empfehlungen zum Selbstschneiden

Film Typ ISO Warum?
Ilford HP5+ S/W 400 Extrem fehlertolerant, Push/Pull, günstig
Kodak Portra 400 Farbe 400 Natürliche Hauttöne, guter Belichtungsspielraum
Fomapan 100 S/W 100 Budgetfreundlich, schönes Korn
CineStill 800T Farbe 800 Low-Light, Nachtaufnahmen
Kodak Tri-X 400 S/W 400 Der Klassiker, kontrastreich
Kodak Ektar 100 Farbe 100 Schärfster Farbfilm, minimalstes Korn


 

 

3. Worauf es bei der Kassette ankommt

Bob Janes, modifizierte 110 Kassetten für das Nachladen mit 16mm Film

Bob Janes' modifizierte 110-Kassetten, Mk1, Mk2 und Mk3 · Foto: 35mmc.com

Zum Laden brauchst du eine 110-Kassette. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Wege: Eine bestehende Original-Kassette modifizieren, oder eine speziell für das Nachladen konstruierte Kassette verwenden.

Weg 1: Original-Kassette modifizieren (DIY)

Bob Janes hat auf 35mmc detailliert dokumentiert, wie man alte Lomography- oder Fukkatsu-Kassetten für das Nachladen modifiziert. Sein Ansatz in drei Iterationen:

  • Mk1, ohne Backing Paper: Filmkammer aufschneiden, Sleeve aus belichteter Film einsetzen, längeren Filmstreifen laden (>24 Aufnahmen möglich). Nachteil: Keine Bildzähleranzeige.
  • Mk2, mit Backing Paper: Kassette näher zur belichteten Filmkammer schneiden, Original-Backing-Paper wiederverwenden. Bildzähler funktioniert, Standard 24 Aufnahmen.
  • Mk3, komplett offener Deckel: Gesamte Oberseite als abnehmbarer Deckel, einfachstes Laden. Backing Paper dichtet den Spalt selbst ab.

Worauf du bei jeder Kassette achten musst: Egal ob modifiziert oder neu: Die Lichtdichtigkeit ist das A und O. Die Originalnaht am Kassettenboden hat keinen Überlapp, dort entstehen die meisten Light Leaks. Tape allein reicht nicht immer (Bob Janes zeigte, dass belichteter Film als Sleeve nicht komplett lichtdicht ist). Backing Paper ist der zuverlässigste Lichtschutz.

Weg 2: Wiederverwendbare Kassetten

Alternativ gibt es speziell für das Nachladen konstruierte Kassetten, wie unsere Ausgeknipst-Kassette. Die Vorteile gegenüber der DIY-Modifikation:

  • Aufwickelspule: Kein Fummeln mit losen Filmenden. Film aufwickeln, reinschieben, fertig
  • ISO-Wegbrechkante: Standardisierte Kerbe, die du abbrechen kannst, um der Kamera den hohen ISO-Wert (400) zu signalisieren. Der niedrige Wert variiert je nach Kamerahersteller, typisch zwischen ISO 64 und ISO 100 (die Minox 110S rechnet mit ISO 64, die Pentax Auto 110 mit ISO 100, die Canon 110ED kennt nur ISO 80).
  • Filmtransport-Kompatibilität: Sollbruchstelle für Kameras mit Sprocket-Zahnrad, für die Pentax Auto 110 Super und, falls ihr Auslöser sperrt, für die Canon 110ED
  • Zwei Varianten: Mit Sichtfenster (Backing Paper) oder geschlossen (ohne)

110 Kassette ohne Backingpaper (für 35mm-Film) (€29,95) · 110 Kassette mit Backingpaper (für 120-Film) (€34,95)

Film laden: Schritt für Schritt

Marco Andrés hat seine Ladeanleitung für uns aufgeschrieben und uns erlaubt, sie hier zu verwenden. Seine Übersicht zeigt, was sich zwischen Film mit und ohne Trägerpapier ändert:

Ohne Trägerpapier Mit Trägerpapier (aus 120)
Kassette ohne Sichtfenster, sonst das Fenster abkleben mit Sichtfenster, dort siehst du die Bildnummer
Sichtfenster der Kamerarückwand lichtdicht abkleben frei lassen
Film in die Kassette laden und herausnehmen im Dunkeln im Dunkeln
Geladene Kassette dunkel aufbewahren, im Dunkeln in die Kamera legen und herausnehmen darf bei gedämpftem Licht in die Kamera
Länge 25,4 mm pro Bild plus Vor- und Nachlauf ebenso, das Papier 16 cm länger als der Film
Klebeband ein Filmende an die Aufwickelspule, das andere an die Aufnahmespule Film zwischen Vor- und Nachspann aufs Papier, das Papierende an die Aufnahmespule

Ohne Trägerpapier, im Hellen:

  1. Kassette öffnen, Deckel, Aufwickelspule und Aufnahmespule bereitlegen.
  2. Klebeband vorbereiten: zwei kurze Stücke, eins für jedes Filmende.

Ohne Trägerpapier, in völliger Dunkelheit oder im Wechselsack:

  1. Film schneiden: 35mm oder 120er auf 16mm Breite, 35mm zum Beispiel mit unserem Filmschneider. Beim 120er das Trägerpapier abtrennen und beiseitelegen.
  2. Filmstreifen zuschneiden, ca. 78–80 cm lang (~24 Aufnahmen). Das ist die Standard-Länge.
  3. Filmanfang an der Aufnahmespule festkleben, das Klebeband auf die Rückseite des Films, nicht auf die Schicht.
  4. Das andere Ende an der Aufwickelspule befestigen und den Film eng darauf wickeln: Emulsion (matte Seite) nach innen. Ein paar Zentimeter bleiben bis zur Aufnahmespule frei.
  5. Wickel in die Feedkammer setzen, Aufnahmespule in die andere Kammer und den Film straffziehen.
  6. Kassette schließen + sofort in Case oder gleich in die Kamera, auch das im Dunkeln. Das Sichtfenster der Kamerarückwand vorher lichtdicht abkleben.

Mit Trägerpapier, in völliger Dunkelheit: 120er-Film samt Trägerpapier auf 16mm Breite schneiden (dafür brauchst du einen 120er-Schneider), Film und Papier trennen und den Film lichtdicht weglegen.

Im Hellen bereitest du das Papier vor:

  1. Papier ablängen: Vorspann, Film und Nachspann, also 16 cm länger als der Film (Tabelle in Abschnitt 2).
  2. Markieren: Auf der hellen Seite, an der später kein Film liegt, zeichnest du an, wo der Vorspann endet und der Nachspann beginnt.
  3. Kleben: Ein Stück Klebeband ans Papierende, das an die Aufnahmespule kommt, so unterscheidest du die Enden im Dunkeln. Zwei weitere Stücke auf die schwarze Seite, genau gegenüber den Markierungen, dort hält später der Film.
  4. Wer es genau will, schreibt ab der Vorspann-Marke Bildnummern im Abstand von 25,4 mm auf und malt den Nachspann farbig an. Dann siehst du durchs Sichtfenster, wann die Rolle zu Ende geht.

Wieder im Dunkeln:

  1. Film auf die schwarze Seite des Papiers legen, Schicht nach außen, und an den beiden Klebestreifen befestigen.
  2. Papierende an der Aufnahmespule befestigen, das andere Ende samt Film eng auf die Aufwickelspule wickeln, Emulsion nach innen.
  3. Wickel in die Feedkammer, Aufnahmespule in die andere Kammer, Papier straffziehen, Kassette schließen. Ab jetzt darf die Kassette bei gedämpftem Licht in die Kamera.

Die Endfalte als Stopp-Mechanismus: Bob Janes empfiehlt, eine Falte am Filmende umzuklappen und festzukleben. Der doppelt gefaltete Film kann die Feedkammer nicht verlassen, wenn der Filmtransport stoppt, weißt du: Rolle voll. Zusätzliche Sicherung: Ein kurzes Stück Cocktailstäbchen in die Falte legen, die dreifache Dicke verhindert zuverlässiger, dass sich die Endfalte durchzieht. Marco klebt das Filmende an ein 16 mm langes Stück Zahnstocher, das wirkt genauso. Beides brauchst du vor allem bei Kassetten ohne Aufwickelspule; bei unserer Kassette hält die Spule das Filmende fest.


 

 

4. Worauf achten beim Fotografieren?

Film is more fun, Fotografieren mit der Pentax Auto 110: Ergebnisse und Spaßfaktor

Das 110-Format verzeiht weniger Fehler als 35mm, aber wer die Eigenheiten kennt, holt erstaunliche Ergebnisse raus.

Licht ist alles

Die Grundregel für 110: Mehr Licht = bessere Bilder. Das kleine Negativ (13×17mm) verstärkt jeden Fehler.

  • Sonnenlicht ist dein Freund: Draußen bei gutem Licht liefert das Format tolle Ergebnisse
  • Innenräume nur mit Blitz: Auch ISO 400 schafft bei Kunstlicht kaum brauchbare Ergebnisse
  • Lieber überbelichten: +1 Blende ist sicherer als Unterbelichtung. Negativfilm steckt Überbelichtung gut weg
  • Sunny-16: Bei ISO 200, Blende f/16, Verschlusszeit 1/200s bei vollem Sonnenschein

Parallaxe beachten

110-Kameras (außer SLR-Modellen) haben einen separaten Sucher. Bei nahen Motiven (<1m) ist der Bildausschnitt im Sucher nicht identisch mit dem auf dem Film. Lösung: 10–20% höher ansetzen als sichtbar.

Häufige Anfängerfehler

  1. Unterbelichtung: Der #1-Fehler. Immer mehr Licht als du denkst
  2. Verwacklung: Das kleine Negativ verstärkt jede Kamerabewegung
  3. Falscher ISO-Notch: Vergessen die Kerbe an der Kassette anzupassen
  4. Laden im Hellen: Auch „kurz mal schauen“ reicht für Light Leaks
  5. Falscher Transport: Bei der Pentax: Zweimal hebeln, nicht einmal
  6. Zu hohe Erwartungen: 110 ist nicht 35mm. Das Korn und die Softness sind der Charme


 

 

5. Entwickeln lassen oder selbst entwickeln?

DIY modifizierte Kaiser-Spule für 16mm/110 Film, Bob Janes auf 35mmc

DIY-modifizierte Kaiser-Spule für 110/16mm Film · Foto: Bob Janes / 35mmc.com

110er Film entwickeln funktioniert genauso wie 35mm, du brauchst nur eine Spule, die 16mm aufnimmt.

Option 1: Ab ins Labor

Labore die 110er Film annehmen:

Nicht jedes Labor nimmt 110 an. Viele Labore haben keine Spulen für 16mm / 110. Vorher nachfragen. Fotoimpex ist eine der sichersten Optionen in DE.

Option 2: Selbst entwickeln

Film wird in die Ausgeknipst Entwicklungsspirale eingespult, Szene aus dem Minox-Workflow-Video

Szene aus unserem Minox-8x11-Workflow-Video, im Video ab 6:40. Das Einspulen und Entwickeln läuft beim 110-Format genauso, die 110/16mm-Spirale nutzt dieselbe Mechanik im Standard-Paterson- oder Jobo-Tank.

Für die Heimentwicklung brauchst du einen Entwicklungstank und eine Spule, die 16mm Film aufnimmt:

System Spule Tank Kapazität
Ausgeknipst + Paterson 110/16mm Spule (Paterson: SKU 1502b) Standard Paterson Bis 4 Spulen = 8 Filme
Ausgeknipst + Jobo 110/16mm Spule (Jobo: SKU 1504b) Jobo 1500 Serie 2–3 Filme

Auch für 16mm Kinofilm: 110 Pocketfilm und 16mm Kinofilm verwenden exakt die gleiche Filmbreite (16mm). Wer also eine Bolex H16, eine Krasnogorsk K-3, eine Arriflex 16ST oder eine andere 16mm Filmkamera besitzt und einen Teststreifen selbst entwickeln möchte, unsere Spule passt. Für Minox 8×11 (9,2mm) gibt es eine eigene, schmalere Spule: Entwicklerspule Minox 8x11 (9,2mm) (SKU 1505 und 1506).

Der eigentliche Entwicklungsprozess ist identisch zu 35mm: S/W wie C-41, gleiche Zeiten, gleiche Temperaturen. Nur die Spule ist anders.

Wenn du die Spule auseinandergenommen hast: Die beiden Hälften sind symmetrisch gebaut, sonst würden sie beim Einspulen nicht gegeneinander gleiten. Deshalb passen sie auch um 180° verdreht wieder zusammen, und auf dem schwarzen Kunststoff sieht man das kaum. Ertaste im Wechselsack die Kerben beider Hälften und prüfe, ob sie auf einer Linie liegen, bevor du den Film einspulst. Darauf hat uns Marco gebracht, dem genau das passiert ist.

Entwicklerspule 110/16mm für Paterson, Jobo & AP (€29,95)


 

 

6. Methoden zum Digitalisieren im Vergleich

110 Film im 35mm Film Scanner, DIY Scanning von Bob Janes

110er Film im 35mm-Filmscanner-Halter, DIY-Scanning · Foto: Bob Janes / 35mmc.com

Du hast deine 110er Negative entwickelt, jetzt musst du sie in digitale Bilder verwandeln. Das 110-Format (13×17mm) stellt besondere Anforderungen, weil die Negative so klein sind.

Kleine Negative, großer Anspruch

Ein 110-Negativ ist nur 13×17mm groß, weniger als ein Viertel von 35mm. Hohe Scan-Auflösung allein bringt ab einem bestimmten Punkt keinen Detailgewinn mehr, irgendwann löst man nur noch Filmkorn auf statt Bilddetails. Entscheidend ist die Kombination aus gutem Scan und feinkornigen Filmen/Entwicklern: FP4+ in Perceptol liefert deutlich mehr nutzbare Details als HP5+ in R09, bei identischer Scan-Auflösung. Trotzdem: Mindestens 4000 dpi optische Auflösung sollte es sein, und jeder Staubkrümel ist sichtbar.

Realistisch betrachtet: Wer das 110-Format wählt, sucht nicht die maximale technische Qualität. Der Charme liegt im kompakten System, im Lo-Fi-Look und in der kreativen Einschränkung.

Vergleich auf einen Blick

Methode Geschwindigkeit Qualität (110) Kosten Community-Fazit
Flatbed (V600) 3/5 2/5 €€ Rund 2 MP pro Negativ (13×17 mm bei effektiv etwa 2400 dpi), reicht fürs Netz und für kleine Abzüge. Mit einem 110-Einsatz ein brauchbarer Weg, wenn der Scanner schon dasteht. Marco scannt seine 110er so auf einem Epson V550.
Flatbed (V850) 3/5 3/5 €€€€ Besseres Dmax (4.0) als V600, aber Flatbed-Architektur limitiert bei 13×17mm
DigitaLIZA 3/5 4/5 € Günstiger Filmhalter für Kamera-Scanning, funktioniert nach demselben Prinzip wie andere Filmhalter
Dedizierter Filmscanner 2/5 4/5 €€€ Hohe optische Auflösung (z.B. Plustek), aber: 16mm Film in 35mm-Halter erfordert DIY-Brücken und häufiges Repositionieren
Kamera-Scanning (Filmhalter) 4/5 5/5 €€–€€€ Schnellster Workflow, bester Dynamikumfang, kontaktlos. Mit Filmhaltern wie DigitaLIZA oder Ausgeknipst Scanner

Warum Kamera-Scanning für 110 überlegen ist

  • Deutlich höhere effektive Auflösung als jeder bezahlbare Flatbed
  • Schnellerer Workflow: Ein Negativ pro Sekunde möglich, kein Repositionieren nötig
  • Keine Kratzer: Kontaktlos, Film liegt im Halter
  • Kein DIY-Bridging: Bei dedizierten Filmscannern muss man 16mm Film in 35mm-Halter einbauen, was aufwändig ist und Repositionierung um Andruckleisten erfordert
  • APS-C und m43 Kameras ideal: Der kleinere Sensor bildet das winzige 110-Negativ mit mehr Pixeln ab als ein Vollformat-Sensor. Moderne Vollformat-Kameras mit hoher Megapixelzahl (33+ MP) liefern trotz stärkerem Crop ebenfalls gute Ergebnisse. Makroobjektiv mit Zwischenringen kombinieren für maximale Vergrößerung.
  • Flexible Software: Negative Lab Pro, darktable, Grain2Pixel

Andrew Long aus Großbritannien hat uns zum Camera-Scanning geschrieben: „The idea behind the 110 film holder for scanning is really good — Speed and workflow without damaging the negatives.“ (persönliche Korrespondenz)

110 Beispielfoto: Discovery Park, Seattle, Pentax Auto 110 auf Kodak Double-X

Discovery Park, Seattle, Pentax Auto 110 auf Kodak Double-X · Foto: Bob Janes / 35mmc.com

Film Scanner 110 MK2: Modularer Filmhalter, Magnetisch (€59,95) · Filmhalter für Epson V500, V550, V600 (110 + 35mm + 120) (ab €34,95)


 

 

7. Digitalisieren mit dem Ausgeknipst Setup

Ausgeknipst Film Scanner Set 110, Komplett-Setup mit Copy Stand, CS-LITE und Filmhalter

Unser Scanner-System besteht aus einzelnen Schichten, die aufeinander aufbauen. Du kaufst nur, was du brauchst. Kein Flatbed kommt da ran. Camera Scanning mit einem dedizierten Filmhalter liefert bei 110 die besten Ergebnisse. Deutlich.

Das Komplettsystem im Überblick

Modularer Filmhalter mit Hood auf dem CS-LITE, Szene aus dem Minox-Workflow-Video

Szene aus unserem Minox-8x11-Workflow-Video, im Video ab 8:38. So sieht das modulare Scan-System in Aktion aus, für 110 nimmst du denselben Aufbau mit dem 110-Filmhalter statt des 8x11-Halters.

Orange = 110-spezifisch · Grau = Shared (alle Formate)

  • Copy Stand MK2 (SKU 1602b): 60cm Alu-Profil, CNC-Aufnahme, 3/8" Gewinde, Fast-Lock-Klemmhebel an der Kameraaufnahme.
  • CS-LITE + CSL Adapter (SKU 1725v + 1664p): CRI 97+ LED und lichtdichter Adapter für gleichmäßige 16mm-Ausleuchtung.
  • Film Scanner 110 MK2 (SKU 1652b): 16mm Kanal, S-Kurve, 4 Neodym-Magnete, mattschwarz.
  • Hood S (Mini) (SKU 1661p): Streulichtschutz mit Extension Tubes, verhindert Lens Flare.

Workflow: Vom Negativ zum digitalen Bild

  1. Setup aufbauen: Copy Stand, Kamera montieren, CS-LITE unter den Filmhalter
  2. Kamera einstellen: Manueller Fokus, ISO 100, Blende f/5.6–f/8
  3. Film einlegen: 110er Streifen in den 16mm Kanal schieben
  4. Fokus: Live View × 10, auf Filmkorn scharfstellen
  5. Auslösen: Ein Frame pro Klick, dann Film weiter schieben
  6. Software-Inversion: RAW-Dateien in Negative Lab Pro, darktable, Grain2Pixel oder SmartConvert invertieren

Den Fokus stellst du nur einmal ein: Dank der S-Kurve im Scanner liegt der Film immer auf exakt derselben Höhe. Du stellst den Fokus einmal scharf auf das Filmkorn, und kannst dann Streifen für Streifen durchscannen, ohne nachzufokussieren.

Empfohlene Makro-Objektive

Objektiv Mount Abbildung Preis (ca.)
Laowa 65mm f/2.8 Ultra Macro APS-C 2:1 €280–350
7Artisans 60mm f/2.8 Div. 1:1 €100–150
Nikkor 105mm f/2.8 Micro VR Nikon F 1:1 €350–450
Canon 100mm f/2.8L Macro IS Canon EF 1:1 €500–650

Scan-Software für Negativ-Inversion

Software Typ Preis Bewertung
Negative Lab Pro Lightroom Plugin $99 5/5
Grain2Pixel Photoshop-App Kostenlos 4/5
darktable RAW-Editor Kostenlos 3/5
VueScan Scanner-Software $40–100 3/5
SmartConvert Eigenständiges Programm (Filmomat) 199 € Test von Marco Andrés

SmartConvert ist mit 199 € die teuerste Software in der Tabelle (Stand Oktober 2026), braucht aber weder Lightroom noch Photoshop: Das Programm läuft unter Windows und macOS und liest RAW- und TIFF-Dateien. Den verlinkten Test hat Marco Andrés selbst geschrieben, er invertiert damit seine Scans vom Epson V550. Eine eigene Bewertung haben wir nicht, deshalb steht dort keine Zahl.

Ein Kniff für schwierige Negative, ebenfalls von Marco: Beschneide den Scan zuerst auf einen kleinen Ausschnitt aus dem Bild, ohne Filmrand und Randbeschriftung. Stell an diesem Ausschnitt die Umkehrung ein, bis er richtig aussieht, und zieh den Beschnitt dann wieder auf das ganze Negativ auf. Die Einstellungen vom Ausschnitt gelten dann für das ganze Bild. Der helle Rand und die Beschriftung verfälschen sonst die automatische Analyse, und auf einem 13×17 mm kleinen Negativ nehmen sie viel Fläche ein. Marco macht das in SmartConvert, das Prinzip passt aber zu jedem Programm, das die Umkehrung aus dem gewählten Ausschnitt berechnet.

 

 


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Alle Produkte für 110 Pocketfilm stehen gesammelt auf einer Übersichtsseite. Zum 110 Pocketfilm System.

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2 Kommentare

Hallo Tilman,

danke dir für die Korrektur, du hast recht. Ich habe die Fußnote zur Rollei A110 in der Kameratabelle angepasst: Mit normalem Film transportiert die A110 beim Zu- und Aufschieben nur nach dem Auslösen weiter, abgesehen vom Vorspulen auf das erste Bild und vom Weiterspulen nach dem letzten.

Für selbst geschnittenen Film ohne Perforation raten wir trotzdem eher zur Pentax Auto 110. Die A110 stoppt den Transport am Perforationsloch, und ohne Loch fehlt dieser Stopp. Falls du das mit deiner A110 einmal ausprobierst, würde mich dein Ergebnis sehr interessieren.

Viele Grüße
Vladi

Vladislav Shenker

Hi, danke für die toll aufbereiteten Informationen zum Pocketfilm. Ich habe das Format vor gut einem Jahr für mich entdeckt und mir ist eine Kleinigkeit aufgefallen: die Rollei A110 transportiert den Film nur weiter, wenn auch der Verschluss ausgelöst wurde. Ansonsten wird der Film auch beim Öffnen und schließen derKsmera nicht weitertransportiert. Einzige Ausnahme: man muss nicht auslösen, um den Film auf den ersten Frame zu transportieren und ebenfalls nicht, nachdem das letzte Bild gemacht wurde. Viele Grüße Tilman

Tilman

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