Zwölf Varta Recharge Accu Power AA Akkus 2600 mAh

Welcher AA-Akku für Blitz und Kamera? NiMH-Akkus im Vergleich

Auf der Packung steht 2800 mAh, im Blitz ist nach der Hälfte Schluss, und nach vier Wochen in der Tasche ist der Akku leer, obwohl du ihn nie benutzt hast. Wer mit Analogkameras und Blitzgeräten arbeitet, kennt das. Die Zahl auf dem Wickel sagt wenig darüber, ob ein Akku für deinen Einsatz taugt.

Wir haben uns die gängigen AA- und AAA-NiMH-Akkus genauer angesehen. Drei davon haben wir selbst am Komponententester gemessen, für den Rest stützen wir uns auf die Entlade-Messungen des unabhängigen Testers HKJ (lygte-info.dk) und auf Herstellerdatenblätter. Am Ende steht eine Empfehlung, die sich danach richtet, was du wirklich machst: einen Belichtungsmesser füttern, einen Metz-Blitz schnell wieder zünden oder einen Mittelformat-Body mit Motor betreiben.

Warum die mAh-Zahl die falsche Frage beantwortet

Drei Eigenschaften entscheiden, ob ein NiMH-Akku zu deiner Kamera passt. Die Kapazität ist nur eine davon, und für viele Analog-Anwendungen nicht einmal die wichtigste.

Wie lange hält der Akku durch?

Die Kapazität in mAh sagt, wie viel Ladung drinsteckt. Sie zählt bei allem, was lange am Stück läuft: bei einem Belichtungsmesser, der monatelang mitläuft, oder bei einem Blitz, der über einen ganzen Tag Hunderte Auslösungen schaffen soll. Die Herstellerangabe ist dabei oft geschönt. Günstige Zellen aus Massenfertigung liefern real oft 10 bis 14 Prozent weniger als aufgedruckt, gute Marken liegen nah an ihrer Angabe.

Wie schnell ist der Blitz wieder bereit?

Das hängt am Innenwiderstand, und über den redet kaum jemand. Ein Blitzkondensator zieht beim Laden einen kräftigen Strom. Je höher der Innenwiderstand der Zellen, desto stärker bricht die Spannung dabei ein, und desto länger dauert das Nachladen. Dasselbe gilt für den Motor großer Mittelformat-Kameras.

Zur Größenordnung: Bei 5 Ampere macht der Unterschied zwischen 18 und 84 Milliohm gut 0,3 Volt pro Zelle aus. Wie viel das in der Praxis ist, haben wir an unserem Batteriekorb für den Metz 60 gesehen: Mit zehn hochohmigen Hochkapazitäts-Zellen brauchte der Blitz bei voller Leistung 15 bis 17 Sekunden, bis er wieder bereit war.

Ist er noch voll, wenn du ihn brauchst?

Moderne LSD-Akkus (Low Self Discharge, oft als „ready to use“ verkauft) halten ihre Ladung monatelang. Ältere oder als „Photo“ vermarktete Hochkapazitäts-Zellen ohne LSD-Technik sind nach vier Wochen im Schrank zur Hälfte leer. Für eine Kamera, die zwischen den Einsätzen wochenlang liegt, ist das ein Ausschlusskriterium, egal wie hoch die Kapazität auf dem Papier ist.

Was wir selbst gemessen haben

Den Innenwiderstand von drei Zellen haben wir direkt am Komponententester nachgemessen, statt uns auf Datenblätter zu verlassen:

  • Eneloop Pro 2500: 18 mΩ, kaum Spannungseinbruch unter Last.
  • AmazonBasics High Capacity 2400: 23 mΩ, praktisch gleichauf und deutlich günstiger.
  • Camelion 2700: 84 mΩ, mehr als das Vierfache. Für Blitz und Motor die schlechteste Wahl der drei.

Eneloop Pro und AmazonBasics High Capacity stammen beide aus japanischer FDK-Fertigung, das erklärt die Nähe. Für die Varta Recharge Accu Power 2600 nennt der Hersteller 35 mΩ, Ansmann für die maxE+ 2500 unter 30 mΩ. Diese Herstellerwerte sind Wechselstrom-Messungen bei 1 kHz (Varta nennt für Gleichstrom 60 mΩ) und nicht eins zu eins mit unserem Tester vergleichbar, die Größenordnung passt aber: Beide liegen näher an der Eneloop Pro als an der Camelion.

AA-Akkus (Mignon) im Vergleich

Die Kapazitätswerte stammen aus den Entlade-Diagrammen von HKJ, abgelesen bei niedriger Last (0,2 A) und unter hoher Last (5 A und 10 A). So siehst du nicht nur die Gesamtkapazität, sondern auch, wie viel davon im schnellen Blitzbetrieb ankommt. Die Erwärmung bei 10 A hat HKJ für jede Zelle gemessen. Sie ist ein guter Vergleichswert, denn je höher der Innenwiderstand, desto mehr Energie wird in der Zelle selbst zu Wärme.

Modell real bei 0,2 A bei 5 A bei 10 A Erwärmung bei 10 A Innenwiderstand Selbstentladung
Varta Recharge Accu Power 2600 2.550 mAh 2.250 mAh 1.850 mAh +26,7 °C 35 mΩ bei 1 kHz (Hersteller) LSD, 65 % nach 1 Jahr (Hersteller)
Eneloop Pro 2500 2.500 mAh 2.300 mAh 2.150 mAh +21,2 °C 18 mΩ (selbst gemessen) LSD, 85 % nach 1 Jahr (Hersteller)
AmazonBasics High Capacity 2400 2.400 mAh 2.250 mAh 2.150 mAh +23,1 °C 23 mΩ (selbst gemessen) LSD
IKEA LADDA 2450 2.500 mAh 2.300 mAh 1.900 mAh +17,1 °C nicht gemessen LSD („ready to use“)
Eneloop Standard 1900 1.900 mAh 1.750 mAh 1.600 mAh +21,3 °C nicht gemessen LSD, 70 % nach 10 Jahren (Hersteller)
EBL 2300 2.280 mAh 2.100 mAh 1.950 mAh +27,0 °C nicht gemessen keine LSD-Angabe

Zwei Dinge fallen auf. Erstens liefern Varta und Eneloop Pro bei normaler Last praktisch dieselbe echte Kapazität, die Varta kostete im Juni 2026 aber nur gut ein Drittel (günstigster Endkundenpreis bei Geizhals gegenüber Amazon). Die Eneloop Pro spielt ihren Vorsprung aus, wenn es hart wird: Sie wird unter 10 A weniger warm, liefert dort mehr Kapazität und hält ihre Ladung etwas länger.

Zweitens liegen EBL 2300 und Varta 2600 bei der Erwärmung fast gleichauf. Den Abstand zu den FDK-Zellen gibt es bei beiden, nicht nur bei der günstigen Marke. Am wenigsten warm werden unter 10 A die IKEA LADDA und die beiden Eneloop, knapp dahinter AmazonBasics High Capacity. Das spricht für einen niedrigen Innenwiderstand, und bei Eneloop Pro und AmazonBasics haben wir ihn selbst nachgemessen.

AAA-Akkus (Micro) im Vergleich

Bei AAA wird es eng. Die kleine Bauform verträgt weniger Strom, und die Unterschiede zwischen den Zellen sind größer als bei AA. HKJ testet AAA nur bis 5 A, mehr halten die meisten ohnehin nicht aus.

Modell real bei 0,2 A bei 5 A Erwärmung bei 5 A Selbstentladung
Varta Recharge Accu Power AAA 1000 1.020 mAh 750 mAh +14,8 °C LSD, 65 % nach 1 Jahr (Hersteller)
Eneloop Pro AAA 950 950 mAh 750 mAh +13,1 °C LSD, 85 % nach 1 Jahr (Hersteller)
Eneloop Standard AAA 750 780 mAh 640 mAh +12,1 °C LSD, 70 % nach 10 Jahren (Hersteller)
Ansmann AAA 1100 (Photo) 1.050 mAh 850 mAh nicht angegeben kein LSD, nach 28 Tagen mehr als halb leer
AmazonBasics AAA 800 (schwarz) 850 mAh ca. 550 mAh nicht angegeben LSD laut Hersteller

Die Ansmann 1100 hat die höchste Kapazität der Runde und scheidet trotzdem aus, weil sie ohne LSD-Technik nach vier Wochen im Schrank mehr als halb entladen ist. Für eine Kamera oder einen Blitz, der zwischen den Einsätzen liegt, taugt sie damit nicht. Varta 1000 und Eneloop Pro liefern bei 5 A dieselbe Kapazität und werden fast gleich warm. Die schwarze AmazonBasics fällt unter Last deutlich ab, HKJ empfiehlt für gute Leistung ausdrücklich andere Zellen.

Welchen Akku wir für welchen Einsatz empfehlen

Es gibt nicht den einen besten Akku, sondern den besten für deine Nutzung.

Für die meisten reicht die Varta Recharge Accu Power

Wenn du dich nicht in jedes Detail einarbeiten willst, nimm die Varta. Sie liefert dieselbe echte Kapazität wie die deutlich teurere Eneloop Pro, hält als LSD-Zelle ihre Ladung über Monate, und ihr Innenwiderstand reicht für die allermeisten Blitze und Motoren. Für Belichtungsmesser, Kompaktblitze, motorisierte Kleinbildkameras und den normalen Reportage-Einsatz ist sie die vernünftige Wahl, in AA wie in AAA. Deshalb verkaufen wir seit September 2026 Varta-Akkus, als Packs und in den Sets mit unseren Batteriekörben: die Varta AA 2600 mAh und die Varta AAA 1000 mAh, dazu ein Ladegerät mit 12 Schächten, das einen ganzen Satz auf einmal lädt. Disclaimer: Wir verkaufen einen Teil der Produkte, die hier vorkommen. Der Artikel ist trotzdem zuerst als Hilfe gedacht und nicht als Verkaufstext.

Viele Auslösungen aus einem Satz holen

Wenn du an einem Tag möglichst viele Auslösungen aus einem Satz holen willst, zählt die echte Kapazität. Bei normaler Last liegen Varta 2600, Eneloop Pro und IKEA LADDA mit rund 2.500 mAh vorn, unter hoher Last halten Eneloop Pro und AmazonBasics High Capacity am meisten. Alle vier liegen nah an ihrer Nennkapazität, anders als viele Billigzellen.

Schnelles Blitzen am Limit schafft die Eneloop Pro

Brauchst du die kürzestmögliche Ladezeit, etwa bei einem leistungshungrigen Stabblitz im Dauerfeuer, holst du mit der Eneloop Pro den letzten Tick heraus. Mit 18 mΩ war sie die beste Zelle auf unserem Tester. Du zahlst dafür fast das Dreifache der Varta. Für die meisten lohnt sich das nicht, für den harten Dauereinsatz im Studio schon.

Für Geräte, die selten laufen, passt die Eneloop Standard

Eine Notfall-Taschenlampe, ein Reserve-Belichtungsmesser, ein Gerät, das du einmal im Jahr brauchst: Hier gewinnt die Eneloop Standard. Laut Panasonic hält sie nach zehn Jahren noch rund 70 Prozent ihrer Ladung. Die Kapazität ist hier zweitrangig, Hauptsache, der Akku ist voll, wenn du ihn aus der Schublade ziehst.

Wovon du die Finger lassen solltest

  • Hochohmige Zellen für Blitz und Motor: Die Camelion 2700 kam bei uns auf 84 mΩ. Für einen Belichtungsmesser mit winzigem Stromverbrauch ist das egal, für alles mit Stromhunger nicht.
  • „Photo“- oder Hochkapazitäts-Zellen ohne LSD: Das klingt nach Foto-Profi, ist aber nach vier Wochen Lagerung halb leer. Achte auf den Zusatz „LSD“ oder „ready to use“.
  • Schwache AAA-Zellen für Hochstrom: Die kleine Bauform bricht bei vielen Marken unter Last weg. Wenn AAA, dann eine LSD-Zelle, die HKJ bei 5 A sauber durchgemessen hat.

Häufige Fragen

Sind 1,2 Volt vom Akku ein Problem für meine Kamera?

Meist nicht. NiMH-Akkus liefern nominal 1,2 V statt der 1,5 V einer Alkali-Zelle, halten diese Spannung dafür aber sehr stabil bis kurz vor Schluss. Viele Kameras kommen damit besser zurecht als mit einer Alkali-Zelle, deren Spannung kontinuierlich abfällt. Heikel wird es nur bei wenigen alten Belichtungsmessern, die genau auf eine bestimmte Spannung abgestimmt sind. Dafür gibt es passende Adapterlösungen.

Wie oft kann ich NiMH-Akkus laden?

Gute LSD-Zellen schaffen je nach Modell mehrere Hundert bis über tausend Ladezyklen. Über die Lebensdauer ist selbst eine teure Zelle damit ein Vielfaches günstiger als Einweg-Batterien.

Schadet hoher Strom dem Akku?

Innerhalb der Spezifikation nicht. Zellen mit niedrigem Innenwiderstand werden unter hoher Last weniger warm, weil weniger Energie im Akku selbst verheizt wird. Für die Varta 2600 nennt der Hersteller bis zu 5,2 A Dauerstrom.

Der richtige Akku ist nur die halbe Miete

Viele ältere Kameras und Blitze nehmen AA- oder AAA-Akkus nicht direkt auf, sondern brauchen einen passenden Batteriekorb oder Adapter. Die fertigen wir bei Ausgeknipst, etwa die Batteriekörbe für Metz-Blitze (45, 60, 76) oder Adapter für Kameras, die für nicht mehr erhältliche Batterietypen gebaut wurden.

Wenn du nicht sicher bist, welche Lösung deine Kamera braucht, schreib uns kurz mit der Modellbezeichnung. Wir sagen dir, was passt.


Methodik: Innenwiderstände von Eneloop Pro, AmazonBasics High Capacity und Camelion 2700 selbst am Komponententester gemessen (Mai 2026). Kapazität bei 0,2 A, 5 A und 10 A aus den Entlade-Diagrammen von HKJ (lygte-info.dk) abgelesen, Erwärmung aus denselben Tests. Innenwiderstand der Varta 2600 aus dem Herstellerdatenblatt (Typ 5716, 35 mΩ bei 1 kHz, voll geladen). Getestet wurden Beispielzellen, die Charge im Handel kann abweichen. Quellen je Zelle: Varta AA 2600, Eneloop Pro AA, AmazonBasics AA, IKEA LADDA AA, Eneloop Standard AA, EBL AA 2300, Varta AAA 1000, Eneloop Pro AAA, Eneloop Standard AAA, Ansmann AAA 1100, AmazonBasics AAA, Varta-Datenblatt 5716.

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